Flüchtlinge in Neu-Isenburg

Trafohaus wird Flüchtlingsheim

Sie sind gut in der Hugenottenstadt angekommen, die Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Welt. In diesem Jahr werden weitere Flüchtlinge erwartet. Aber die Hugenottenstadt ist gut auf die Hilfesuchenden vorbereitet.

Von Rebecca Röhrich

Die Flüchtlinge werden gut von der Nachbarschaft aufgenommen. Das ist das erste positive Ergebnis nach einem Treffen mit den Bewohnern der Beethovenstraße und der Friedrichstraße, zu dem kürzlich Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) geladen hatte. Denn seit vergangenem Jahr leben in der Beethovenstraße 91 Menschen, die auf eine neue langfristige Heimat in Deutschland hoffen.

Viele Ehrenamtliche und der Verein Flüchtlingshilfe würden vorbildlich dazu beitragen, dass sich die Asylbewerber in Neu-Isenburg zu Hause fühlen, heißt es vonseiten der Stadt. Auch gebe es keinerlei Beschwerden aus der Nachbarschaft. „Ich höre ja Beschwerden über viele Dinge“, so Hunkel, „aber über die Flüchtlinge ist mir noch nichts zu Ohren gekommen“. Die Menschen aus aller Welt, die seit November in der Beethovenstraße wohnen, hätte sich sogar erstaunlich schnell an die Gepflogenheit ihrer neuen Heimat angepasst. So würden sie samstags die Straße vor ihrem Haus kehren. Dies brächte viele deutsche Nachbarn zum Lächeln.

Wer vom Kreis Offenbach der Hugenottenstadt zugeteilt wird, hat Glück. Denn dort musste bisher kein Asylsuchender in behelfsmäßigen Containern untergebracht werden. Da aber in diesem Jahr zu den insgesamt 116 Flüchtlingen sehr wahrscheinlich weitere 116 Menschen hinzukommen werden, müssten weitere Unterkünfte organisiert werden, so die Stadt. Deshalb werde von der Gewobau Neu-Isenburg im Auftrag der Stadt gerade das Trafohaus der Stadtwerke an der Hugenottenallee zu einem Flüchtlingsheim umgebaut. Dort wird auf drei Etagen Wohnraum für 55 Menschen entstehen. Die Kosten liegen bei rund 2,1 Millionen Euro. „Wir haben eine weitere Etage in das Gebäude eingezogen“, sagt Stephan Burbach, Geschäftsführer der Gewobau Neu-Isenburg.

Da dort die über fünf Meter großen Trafos der Stadtwerke untergebracht waren, habe es einiges an Umbauarbeiten gegeben, so Burbach. Fenster mussten eingebaut werden und Wände der einzelnen Appartements eingezogen werden.

Im Durchschnitt sind die Appartements 26 Quadratmeter groß und verfügen über eine Küchenzeile und ein Badezimmer. In der Regel werden pro Appartement zwei Menschen untergebracht sein. Genaue Pläne können laut Burbach allerdings noch nicht gemacht werden, erst 14 Tage vor Einzug erfährt die Gewobau, wie sich die Asylsuchenden zusammensetzen. Für größere Familien müssten dann Wohnungen gefunden werden. „Wir hoffen, dass wir das Haus Ende Juni der Stadt übergeben können“, so Burbach.

Aber das Trafohaus wird nicht reichen, deshalb sucht die Stadt nach weiteren Gebäuden, in denen Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Zur Diskussion steht beispielsweise ein Gebäude in der Dornhofstraße im Gewerbegebiet der Stadt.

Ein weiterer wichtiger Punkt in Sachen Flüchtlingshilfe sei es, den Menschen eine Beschäftigung zu geben, so Hunkel. Erste Praktika wurden bereits vermittelt. Beispielsweise beim Dienstleistungsbetrieb (DLR) Dreieich oder bei der Tochtergesellschaft Projekt Stadt der Nassauischen Heimstätte (NH).

„Für die Flüchtlinge ist dies eine einzigartige Möglichkeit, sich in das gesellschaftliche Leben einzubinden und die Sprache zu erlernen“, so Hunkel. Denn alle wollten sich einbringen und seien sehr dankbar, nach monatelanger Flucht eine sichere Bleibe gefunden zu haben.

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