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Über die Bedeutung des Idylls Gehspitzweiher aufklären

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Auf Initiative von Ernst Böhm werden am Gehspitzweiher zwei Tafeln platziert, welche die Besucher über die Bedeutung des Naturschutzgebietes informieren. In dem Areal sind immer wieder Verstöße zu beklagen.

Zwei ansprechend gestaltete Informationstafeln werden Besucher des Gehspitzweihers künftig anschaulich über die Bedeutung des Naturschutzgebiets aufklären und dazu beispielhaft Pflanzen und Tiere sowie typische Lebensräume vorstellen. Eine der Tafeln wird am heutigen Mittwoch um 13 Uhr am weiter südlich gelegenen Beobachtungspunkt auf der Westseite des Weihers aufgestellt. Dabei werden auch Vertreter des Forstamtes Langen, des Stadtforstes Frankfurt und des Regierungspräsidiums Darmstadt, das die Tafeln anfertigen ließ, vertreten sein. Die zweite Tafel soll an der Ostseite installiert werden.

Liebe zur Vogelkunde

Ein Mann darf dabei nicht fehlen: Der Neu-Isenburger Naturschützer Ernst Böhm. Auf die Initiative des 85-Jährigen gehen auch die neuen Infotafeln zurück. Ohne ihn gäbe es manch ein Naturschutzgebiet im Kreisgebiet nicht. Sein Fachwissen, seine gute Vernetzung und nicht zuletzt seine Beharrlichkeit haben einen großen Beitrag zur Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten im Kreisgebiet geleistet.

Besonders dem Gehspitzweiher ist er seit Jahrzehnten eng verbunden. Bereits 1972 nahm der Arbeitskreis „Rodgau-Dreieich“ der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), deren Vorsitzender Ernst Böhm viele Jahre war, erste Untersuchungen im Gebiet auf. Unter seiner Federführung wurde im Jahr 1977 die Unterschutzstellung des Gebiets beantragt. Schließlich wurde der Gehspitzweiher im Jahr 1981 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

In all den Jahren konnten Spaziergänger Ernst Böhm fast täglich an dem Gewässer antreffen. Als Gebietsbetreuer machte er dort viele interessante Beobachtungen, wobei seine Liebe der Vogelkunde galt. Für das mit der Pflege des Schutzgebiets zuständige Forstamt Langen ist er wichtiger Ansprechpartner.

Aber er hat auch selbst bei vielen Arbeitseinsätzen Hand angelegt – sei es bei der Herrichtung einer Steilwand für den Eisvogel oder der Schaffung von Kiesinseln für den Flussregenpfeifer. Seit einigen Jahren leitet er auch den Einsatz von Matthias Zapp an. Dessen überwiegend von der Stadt Neu-Isenburg finanzierte Stelle erlaubt es, viele Pflegearbeiten in wichtigen Biotopen der Gemarkung auszuführen, die sonst nicht möglich wären.

Unschöne Vorfälle

Auch als offizieller Landschaftsüberwacher ist Ernst Böhm seit Jahrzehnten am Gehspitzweiher tätig. Diese Arbeit ist allerdings immer wieder mit unschönen Vorfällen und Auseinandersetzungen verbunden, weil manch einer nicht verstehen will, dass das Betreten von Naturschutzgebieten außerhalb von offiziellen Wegen grundsätzlich verboten ist. Die Verstöße reichen von nicht angeleinten Hunden, über Angeln bis hin zum Lagerfeuer.

Im Sommer 2016 trafen sich auf Anregung von Ernst Böhm Vertreter der lokalen Naturschutzverbände, des Forstamtes Langen und des Stadtforstes Frankfurt sowie Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt zu einem Ortstermin am Gehspitzweiher. Anlass waren die zunehmenden Störungen im Gebiet. Gemeinsam erörterte man Schritte zur Besucherlenkung. So wurde damals beschlossen, eine bessere Einfriedung zur optischen Abgrenzung des Gebiets zu bauen. Auch das Aufstellen der beiden Infotafeln an ausgewählten Standorten wurde damals beschlossen.

(red)

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