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Die Kreuzung der Frankfurter Straße mit der Friedhofstraße (links) und der Carl-Ulrich-Straße (rechts) soll großzügig umgebaut werden.

Innerstädtisches Verkehrskonzept

Über Kreuzung nachdenken

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Im Stadtparlament herrschte Einigkeit darüber, das innerstädtische Verkehrskonzept neu zu überdenken. Auch das Radverkehrskonzept soll dabei berücksichtigt werden.

„Ein Ampelei ist genug.“ – Mit diesem Argument fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ein Umdenken in der innerstädtischen Verkehrspolitik, vor allem beim Umbau der Kreuzung Frankfurter Straße/Carl-Ulrich-Straße/Schleussnerstraße und Friedhofstraße und brachten dazu einen Antrag ins Stadtparlament ein. Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Bei der weiteren Umsetzung des Verkehrskonzepts für die Neu-Isenburger Stadtmitte sollen die bisherigen Kreuzungen Frankfurter Straße mit der Carl-Ulrich-Straße und der Friedhofstraße sowie die nur rund 80 Meter weiter entfernt liegende Einmündung der Schleussnerstraße in die Frankfurter Straße „verkehrstechnisch ertüchtig“ werden. Dies ist mit der Umsetzung des zweiten Teilabschnitts zwar bereits geplant, doch mittlerweile ergeben sich, nicht nur für die Grünen, weitere wichtige, zu berücksichtigende Aspekte. Insbesondere eine Weiterführung der Regionaltangente West (RTW) vom bisher geplanten Endhaltepunkt am ehemaligen Güterbahnhof inmitten der Stadt, zum neuen Baugebiet „Birkengewann“ und zum Gewerbegebiet Ost, soll auf eine mögliche Verwirklichung hin geprüft werden.

„Wir fordern die bisherigen Planungen für die Kreuzung auszusetzen und gemeinsam mit den Fachbüros den Umbau zu überdenken“, so der Grundansatz des Antrags der Grünen. In seiner Begründung verwies Wolfgang Schreiber, verkehrspolitischer Sprecher der Öko-Fraktion, auf die Berücksichtigung der Auswirkungen des geplanten Stadtquartiers Süd, die Entwicklungen auf dem Kalbskopfgelände sowie die Entstehung eines Busknotenpunkts, wie er im nun Nahverkehrsplan des Kreises Offenbach aufgetaucht ist. „Wenn wir schon diese Sache neu überdenken, dann sollten wir auch das Radverkehrskonzept mit in eine alternative Verkehrsplanungen einbeziehen“, forderte Schreiber.

In ihrer Stellungnahme begründet Maria Sator-Marx, Fraktionssprecherin der Grünen, dass sich die Bedingungen für die Verkehrsplanung geändert hätten. „Der Unmut über die Verkehrsführung Hugenottenallee/Carl-Ulrich-Straße/Schleussnerstraße ist groß“, betonte Marx. Ferner fordert sie: „Ein Umbau der Kreuzung sollte die Bedürfnisse der

Anwohner einbeziehen

.“

Unterstützung erfuhr der Antrag der Grünen von der SPD-Fraktion. Christian Beck verwies in seiner Stellungnahme auf den Vortrag des Star-Architekten Professor Albert Speer kürzlich im Rathaus. „Es war interessant, diese Person zu erleben und seine Visionen zu hören, aber für Neu-Isenburg war nichts Essenzielles dabei“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Auch Beck forderte neue Erhebungen bezüglich des Verkehrsaufkommens – insbesondere für die Entwicklung des Radverkehrs. „Der nun als Planungsgrundlage vorliegende Kreisel, wie er von uns auch gefordert war, ist erst mal positiv. Doch wie ist das Zeitfenster? Und werden neue Planer hinzugenommen?“, stellte Beck weitere Fragen an den Magistrat.

In seiner Stellungnahme verwies Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) auf die mit Hessen Mobil geführten Gespräche, die nun ein Jahr mehr Zeit gebracht hätten ohne den Zuschussanspruch zu verlieren. „Wir haben dennoch einen anspruchsvollen Zeitplan vor uns, den wir nutzen müssen und auch wollen“, betonte Schmitt. Nach seinen Aussagen soll auch Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt hinsichtlich des Radverkehrskonzeptes mit in die neuen Planungen einbezogen werden. „Wir führen aber weiterhin parallel Gespräche mit Professor Albert Speer und mit der RTW-Planungsgesellschaft“, betonte Stefan Schmitt. Die Bürger sollen rechtzeitig über die Planungen informiert und eingebunden werden.

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