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Neu-Isenburgs FDP-Vorstand mit Bürgermeisterkandidat Thilo Seipel (vorne) und (dahinter von links) Andreas Frache, Susann Guber und Jörg Müller.

Thilo Seipel ist Bürgermeisterkandidat

Überraschung im Wahlkampf

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Es gibt eine Wende im Bürgermeisterwahlkampf: Die FDP schickt Thilo Seipel gegen den amtierenden parteilosen Herbert Hunkel ins Rennen.

Jetzt also doch: Es gibt zumindest einen weiteren Mitbewerber für das Bürgermeisteramt in Neu-Isenburg. Thilo Seipel, der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende der FDP Neu-Isenburg, hat seinen Hut in den Ring geworfen. Der 38-jährige Bankkaufmann bewirbt sich ebenfalls um den Chefsessel im Rathaus. „Meine Bewerbung ist keine Kampfansage an die Politik von Herbert Hunkel, sondern die Bürger sollten bei der Bürgermeisterwahl auch eine echte Wahl haben, also nur die Möglichkeit der Zustimmung oder Ablehnung“, betont Seipel.

Die Kandidatur sei dem Demokratieverständnis geschuldet. Eine Stadt mit rund 40 000 Einwohnern hat, nach Ansicht des FDP-Ortsverbands, mehr verdient, als nur einen Wahlkandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl. „Es ist wirklich schwer, einen kritischen Ansatzpunkt in der Arbeit von Herbert Hunkel zu finden“, gibt Thilo Seipel offen zu. Dann kommen jedoch gleich ein paar „Aber“.

„Ich komme nicht aus der Verwaltung wie Herbert Hunkel und habe daher einen anderen Blick von außen auf Strukturen und vielleicht auch Wünsche der Bevölkerung“, nennt der FDP-Fraktionsgeschäftsführer seinen Hauptansatz. Für ihn sei der derzeitige Rathauschef zu mutlos und zu wenig experimentierfreudig, wenn es um bestimmte Dinge gehe. Da nennt Thilo Seipel als Beispiel die Bahnhofstraße, aber auch den Kreisverkehr an der Carl-Ulrich-Straße, Ecke Hugenottenallee. „Wieso soll die Fußgängerzone der Bahnhofstraße nicht zu bestimmten Zeiten befahren werden können, das könnte doch eine Belebung für die Geschäftsinhaber sein“, so Seipel.

„Und wieso sollte man am Kreisel der Carl-Ulrich-Straße nicht die

Ampel abschalten

– man muss es halt mal probieren, danach kann man mehr sagen“, legt der Kandidat nach.

Was die innerstädtische Verkehrsinfrastruktur bezüglich der Straßenbahnverlängerung betrifft, so könne die Isenburger FDP die neuen Aussagen des amtierenden Rathauschefs nicht nachvollziehen. Der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Jörg Müller sagt dazu: „Wie soll das gehen? Während der Umbauzeit, die mindestens zwei Jahre dauern dürfte ist die Frankfurter Straße tot, und zudem ist die Straßenbreite zu schmal, um wieder Parkplätze anzubieten – da möchte ich mal die Anwohner und Geschäftsleute hören.“ Weiterhin möchte die FDP ausprobieren, wie es läuft, wenn das Altstadtfest mit der Kerb auf dem Wilhelmsplatz gleichzeitig veranstaltet wird.

Der Ortsverband stehe geschlossen hinter Thilo Seipel. Dies zeigte sich bei der Abstimmung: „Thilo Seipel hat alle Stimmen der anwesenden 15 Mitglieder erhalten, Herbert Hunkel hatte ja immerhin fünf Gegenstimmen bei der CDU-Versammlung“, so Müller.

„Ich will auch keinen Alleingang in Sachen Wahlkampf führen, sondern der Ortsverband wird mit mir an der Spitze unter die Menschen gehen“, betont Seipel. Was den Posten des Ersten Stadtrats betrifft, könnte sich Seipel auch mit einer anderen Person als dem derzeitigen Amtsinhaber Stefan Schmitt (CDU) arrangieren. „Ich schätze Herrn Schmitt sehr, er macht seine Aufgabe sehr gut, doch wenn es nach der Kommunalwahl andere politische Konstellationen geben sollte, dann könnte ich mich auch mit einer Maria Sator-Marx verständigen“, so der Bürgermeisterkandidat. Er sehe seine Kandidatur aber auch als Basis für eine Zeit nach Herbert Hunkel.

Thilo Seipel wurde 1977 in Groß-Gerau geboren wurde. Er studierte in Rostock Betriebswirtschaft. Seit 2007 lebt er mit seiner Frau in Neu-Isenburg. „Das war eine bewusste Entscheidung, denn ich lebe gern hier“, betont Seipel. Seit 2002 ist der FDP-Bürgermeisterkandidat in der Prüfstelle des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen tätig sowie für die Sparkassen. Thilo Seipel ist seit 1993 Mitglied der FDP und übernahm seitdem verschiedene Vorstandsposten. Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands hat Anfang Juli die Aufgabe des Fraktionsgeschäftsführers von Gerhard Gräber übernommen.

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