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Stadtfotograf Alexander Jungmann bearbeitet am PC ein Bild vom Reit- und Fahrverein Neu-Isenburg.

Stadtfotograf

Das Vereinsleben hielt einige Überraschungen für ihn bereit

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In Neu-Isenburg gibt es ein vielfältiges Vereinsleben. Das wurde nun auch dem Stadtfotografen Alexander Jungmann bewusst, der sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, das Vereinsleben zu porträtieren.

Der Neu-Isenburger Stadtfotograf des Jahres 2017 hat seine Arbeit getan, zumindest vordergründig. Doch nachdem er im Rahmen seiner Projektarbeit „Vereinsporträts“ mehr als 10 000 Mal auf den Auslöser gedrückt hatte, kommt nun die eigentliche Schwerstarbeit, wie Alexander Jungmann die Auswahl und Aufbereitung der vielen Motive bezeichnet. Am Donnerstag, 22. Februar, wird er dann seine fotografische Auslese im Neu-Isenburger Stadtmuseum „Haus zum Löwen“ präsentieren.

Alexander Jungmann schaltet den Monitor an seinem Arbeitsplatz ein und greift zur Maus. Dabei verspürt er wieder den Schmerz im Unterarm. „Ich hoffe, das bessert sich jetzt wieder“, sagt Jungmann und erklärt, dass er sich bei seiner Arbeit als Stadtfotograf einen „Tennisarm“ geholt hat, und zwar beim Postprocessing – so wird in Fachkreisen die digitale Nach- und Aufbereitung der Bilddateien genannt. „Ich saß stundenlang hier und habe mit meinem rechten Arm immer nur die Maus bewegt, um Korrekturen und Bearbeitungen auszuführen.“

Bilder unter Wasser

Während seiner Projektarbeit „Vereinsporträts“ hat der Stadtfotograf bei seinem Besuch des Tauchsportvereins „Neptuns-Freunde“ im Hallenbad ganz großen persönlichen Einsatz gezeigt. Dort baute Jungmann nicht nur ein mobiles Fotostudio auf, sondern ging auch unter die Wasseroberfläche. Allerdings ließ er dabei die bewährte Canon EOS 6D auf dem Trockenen und lieh sich von seiner Tochter die „Unterwasser-Spaßkamera“.

Alexander Jungmann hatte sich erst gar nicht vorgenommen alle der fast 200 Vereine zu besuchen. „Es gab eigentlich drei Gruppen für meine Auswahl: Jene, die ich selbst angesprochen habe, dann jene, die auf mich zugekommen sind und schließlich noch eine dritte Gruppe, die ich per Zufall bei diversen Veranstaltungen getroffen habe“, schildert Jungmann sein Vorgehen. Dabei möchte er auch gleich alle nicht besuchten Vereine und Gruppen um Nachsicht bitten, die er nicht aufsuchen konnte. „Ich war ziemlich überrascht, wie facettenreich das Neu-Isenburger Vereinsleben ist und was in den Vereinen alles geleistet wird.“ So entstanden auch viele spontane Fotos. „Ich denke immer noch an den kleinen Jungen beim Rollsportverein, der so gerne tanzt und es tatsächlich geschafft hat, beim großen Musical auf Rollen mit dabei sein zu dürfen“, so Jungmann.

Oft schlechtes Licht

Eine besondere Herausforderung für ihn waren die oft miserablen Lichtbedingungen, aber auch die oft kurze Zeit, die ihm zur Verfügung stand. Um sein Vorhaben umzusetzen, ist er sogar zum Handballspiel der Damen nach Gründau-Lieblos gefahren und war beim Training der Spitzen-Leichtathleten des TV Neu-Isenburg in der Sporthalle in Kalbach.

Fototechnisch hat Jungmann alle Register der Bildgestaltung gezogen, von der ultrakurzen Belichtungszeit über das Mitziehen der Kamera während der Belichtung. Sogar der Versuch, einen Akteur mittels Mehrfachbelichtung in einem Bild öfter einzufangen, ist ihm gelungen.

„Alle Vereine die ich besucht habe erhalten von mir eine Fotodokumentation für ihr Archiv“, bedankt sich Stadtfotograf Alexander Jungmann für die gute Zusammenarbeit.

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