1. Startseite
  2. Region
  3. Kreis Offenbach
  4. Neu-Isenburg

Verwicklungen eines Großkonzerns in die Nazi-Verbrechen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das Bertha-Pappenheim-Haus lädt zu Vorträgen und Exkursionen ein. Unter anderem ist eine Fahrt zum „Norbert Wollheim Memorial“ in Frankfurt geplant.

Die Seminar- und Gedenkstätte Bertha-Pappenheim-Haus lädt für Montag, 29. Januar, anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zu dem Vortrag „Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz – Einblick in die Verwicklung des Großkonzerns in die nationalsozialistischen Verbrechen“ von Nassrin Elisabeth Sadeghi ein.

Der internationale Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik Osteuropas bauen. Auf der riesigen Baustelle setzte die I.G. Farben Häftlinge aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Der Vortrag gibt Einblicke in die Entstehung, den Betrieb und die Auflösung des firmeneigenen KZ Buna-Monowitz sowie in die Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung in verschiedenen Gerichtsverfahren nach 1945.

Die Referentin Nassrin Elisabeth Sadeghi ist freiberufliche wissenschaftliche Kuratorin und Ausstellungsmacherin. Im Auftrag des Fritz Bauer Instituts hat sie 2017 eine Neukonzeption der Ausstellung „Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus“ erarbeitet, die derzeit in der Goethe-Universität Frankfurt zu sehen ist. Der Vortrag am 29. Januar beginnt um 19.30 Uhr in der Seminar- und Gedenkstätte Bertha-Pappenheim-Haus, Zeppelinstraße 10.

Für Dienstag, 20. Februar, ist eine Exkursion zum „Norbert Wollheim Memorial“ in Frankfurt geplant. Das Norbert Wollheim Memorial ist benannt nach Norbert Wollheim (1913-1998), Überlebender des Konzentrationslagers Buna-Monowitz. Er musste für die I.G. Farben Zwangsarbeit auf der Baustelle in Auschwitz leisten. 1951 verklagte er den Konzern in einem Musterprozess auf Entschädigung. Das Wollheim Memorial befindet sich im „I.G.-Farben-Haus“, heute Sitz der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität Frankfurt. Die Teilnehmer treffen sich um 16.15 Uhr am Eingang des I.G--Farben-Hauses. Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr am Norbert-Wollheim-Platz 1.

Weiter geht es im Programm des Pappenheim-Hauses am Dienstag, 20. März, mit einem Vortrag von Dieter Wesp, Frankfurter Stadthistoriker. Er referiert über das Thema „Von Reichtum und Raub, Verdrängung und Neuanfang, Privatisierung und neuem Luxus“ und rollt die Geschichte der Frankfurter Villa Kennedy als Beispiel für die „Arisierung“ von Immobilien in Frankfurt auf.

Den historischen Kern des Gebäudeensembles des heutigen Luxushotels „Villa Kennedy“ bildet das 1900 erbaute prachtvolle Wohnhaus des Ehepaares Eduard und Lucie Beit von Speyer. Im Zuge der national-sozialistischen „Arisierung“ mussten die Erben der jüdischen Bankiersfamilie, die bereits im Jahr 1933 in die Schweiz emigriert waren, die Immobilie weit unter Wert an die Stadt Frankfurt verkaufen. Dieter Wesp hat umfangreich zur Geschichte der Villa geforscht. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Bertha-Pappenheim-Haus, Zeppelinstraße 10, Neu-Isenburg.

(red)

Auch interessant

Kommentare