Polizeipräsidium Südosthessen startet Aktion

Wachsame Nachbarn gegen Wohnungseinbrüche

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Wohnungseinbrüche zählen zu den am meisten verübten Delikten. Der beste Schutz ist nach Angaben der Polizei ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis.

Das Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach will die Aktion „Wachsamer Nachbar“ neu beleben und hat Neu-Isenburg als Startkommune ausgewählt. Zuvor waren rund 1000 Einladungen an Bewohner des Quartiers westliche der Hugenottenallee verteilt worden. Zur Initialveranstaltung kamen rund 40 Bürger in den Saal der evangelischen Johannesgemeinde.

Wohnungseinbrüche gehören zu den am meisten verübten Delikten, viele wären jedoch vermeidbar. „Jeder kann mithelfen, Wohnungseinbrüche zu vermeiden, einerseits mit Sicherungsvorkehrungen, aber andererseits auch mit aufmerksamem Beobachten der Umgebung rund um das Haus oder die Wohnung“, betonte Roland Ullman, Präsident des Polizeipräsidiums Südosthessen, bei der Auftaktveranstaltung. Ullmann verwies auf eine stetig steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen und einer Aufklärungsquote von nur 25 Prozent im Gebiet seines Präsidiums. Gestiegen sei aber auch der Anteil der nicht geglückten Wohnungseinbrüche. „Wir liegen hier, was die Anzahl der Delikte und die Aufklärungsquote betrifft, klar über dem Bundesdurchschnitt. Wir wollen aber noch mehr Einbrüche vermeiden und noch mehr aufklären – mit Ihrer Hilfe“, so der Polizeipräsident.

Die Aktion „Wachsamer Nachbar“ ist in Neu-Isenburg nicht neu, bereits 1994 erfolgte ein erster Start. Jetzt wird die Aktion in der Hugenottenstadt erneut ins Leben gerufen. „Wir haben hier beste Bedingungen vorgefunden, etwa einen Präventionsrat und auch den freiwilligen Polizeidienst – und wir haben mit Herbert Hunkel eine Person, die dies alles vorlebt“, betonte Ullman.

Der Polizeipräsident verwies darauf, dass es nicht nur der materielle Schaden sei, sondern vielmehr das Traumata, dass jemand in die geschützte Privatsphäre eingedrungen sei, das die Betroffenen nachhaltig belaste. „Ich kenne dies aus eigener Erfahrung, als im Urlaub bei mir in die Wohnung eingebrochen wurde – ich konnte nächtelang nicht ruhig schlafen“, gab er offen zu.

Für Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) ist es einen Pflichtaufgabe der Stadt, sich in die Aktion „Wachsamer Nachbar“ der Polizei mit einzubringen. Ein großes Lob zollte Hunkel dem engagierten Paar Edith und Rudi Reitz, das maßgeblich für den Erfolg der ersten Aktion verantwortlich war. „Wir wollen alle, dass unsere schöne Stadt noch sicherer und damit noch lebenswerter wird“, betonte Hunkel und ermunterte alle, bei verdächtigen Beobachtungen lieber einmal mehr als zu wenig, die Polizei oder das Ordnungsamt der Stadt zu verständigen.

In einer Präsentation zeigte Jürgen Schmatz, Leiter der Abteilung Prävention im Polizeipräsidium Südosthessen, wie die Aktion „Wachsamer Nachbar“ verlaufen soll und wie sich jeder einbringen kann. „Der beste Schutz ist ein gut-nachbarschaftliches Verhältnis“, sagte Schmatz. Hier gehe es nicht nur ums Blumengießen während einer längeren Abwesenheit, sondern darum, dass ein normales Erscheinungsbild des Hauses oder der Wohnung in dieser Zeit erhalten bleibt.

Bei der Folgeveranstaltung am Mittwoch, 23. November, um 19 Uhr in der Alten Goetheschule sollen dann engagierte Bürger zusammengeführt werden, die mit Unterstützung der Polizei eine „Aktivzelle“ aufbauen, um das Projekt „Wachsamer Nachbar“ im Quartier zu verbreiten.

(lp)

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