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Viele starke Frauen um Serpil Sarikaya (stehend 3. von links) waren zur Veranstaltung ?100 Jahre Frauenwahlrecht? gekommen.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Wie das weibliche Geschlecht in die Politik einzog

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In Neu-Isenburg gab und gibt es viele starke Frauen. Das gilt auch für die örtliche SPD. Dies wurde bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen im Haus der Vereine deutlich.

Am 12. November 1918 wurde das Frauenwahlrecht verkündet, damit konnten am 19. Januar 1919 Frauen erstmals nicht nur ein deutsches Parlament wählen, sondern auch erstmals selbst gewählt werden. Damals betrug der Frauenanteil in der Nationalversammlung nicht einmal neun Prozent. Nach der Wahl 2017 ist der Frauenanteil im Bundestag von 36,5 auf 31 Prozent gesunken. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Neu-Isenburg hatte am Sonntag zu einer Veranstaltung anlässlich „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in das Haus der Vereine eingeladen. Die Wanderausstellung zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ bildete den dokumentarischen Hintergrund, Ruth Eichhorn und Johannes Bär sorgten mit Gesang für die musikalische Begleitmusik.

„Liebe Genossen und Genossinnen, und meine Herren und Damen“ – so wie einst Marie Juchacz 1919 als erste Abgeordnete in der Nationalversammlung ihre Rede begann und damit ihre männlichen Kollegen erheiterte, eröffnete auch Serpil Sarikaya vom ASF-Vorstand ihre Begrüßung. „Unsere erste Frau im Parlament, Franziska Schorch, hatte dieses Problem nicht – sie war die einzige Frau“, erklärte Sarikaya. Schorch stand nur auf Platz zehn der SPD-Liste, sorgte aber dafür, dass bald mehr Frauen die SPD wählten und schließlich 11 von 21 Plätzen im Isenburger Gemeinderat erhielten. Schorch wurde 1933 von den Nazis festgenommen, aber bald wieder entlassen.

„So begann in Neu-Isenburg ein neues Kapitel der SPD mit nicht nur starken Frauen, die es ja schon immer im Hintergrund gab, sondern auch mit lauten Frauen, die ihre Forderungen formulierten“, betonte Sarikaya. Sie erinnerte an die Spiel- und Lernstube der Arbeiterwohlfahrt und an die Schaffung von Hortplätzen für unter Dreijährige. „Mit Hannes Ziller, dem damaligen Leiter des Rechtsamtes, wurde das ,Isenburger Modell’ in den Kindertagesstätten mit altersgemischten Gruppen, Inklusion und Mittagstisch eingeführt“, verwies Sarikaya aber auch auf männliche Unterstützung. Es gab Theateraufführungen. Modenschauen, Lesungen und weitere Veranstaltungen mit der Frauengruppe „Zwischen den Stühlen“. Schließlich wurde auch die Flüchtlingshilfe gegründet.

„Unsere starken Frauen setzten mit Inge Wettig-Danielmeier an der Spitze auch die 40-Prozent-Quote in der Isenburger SPD durch – meines Wissens noch vor der Bundes-SPD“, nannte Sarikaya als besonderen Meilenstein. Dass Frauen für- und miteinander kämpfen, habe in der Hugenottenstadt Tradition. Hier nannte die ASF-Frontfrau die anwesenden Ursula Grau, Christa Arnold, Irene Linke, Helga Zimmermann, Hilde Schmidt und Inge Manus. Aber auch Christa Ziller, Gisela Mauer, Marion Altenburg, Inge Schubert, Inge Göbel, Uschi Vogel, Inge Schubert und Heidi Fogel wurden erwähnt. Inge Manus war es auch, die mit Maria Marx die Initiative ergriff und für die Einrichtung eines Frauenbüros in Neu-Isenburg kämpfte.

SPD-Landtagskandidatin Andrea Gerlach beleuchtete dann noch das besondere Engagement von Frauen auf höherer politischer Ebene. Dann stimmten alle in den Song von Ruth Eichhorn und Johannes Bär ein: „Ihr Frauen all, ob euch der Kittel, ob euch die blaue Bluse schmückt. In euren Händen ruht das Mittel, zu ändern, was euch schwer bedrückt.“

Der Isenburger SPD-Vorstand geht in Sachen Frauen-Parität mit gutem Beispiel voran. „Der Parteivorstand der SPD Neu-Isenburg besteht in dieser Amtszeit erstmals aus einer weiblichen Mehrheit, aktuell sind sechs Frauen und vier Männer aktiv, ein Genosse lässt sein Amt derzeit ruhen. Hier zeigt sich das starke Engagement der Isenburger Frauen in der SPD“, betont der stellvertretende Vorsitzende Florian Obst.

(lp)

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