Kirche St. Josef

Wenn die Kirche ihr Kreuz verliert

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Plötzlich stand das Kreuz auf der Kirche St. Josef schief: ein Sturmschaden. Vorsichtshalber wurde es abmontiert.

Es war zwar kein Blitz, der das Turmkreuz mit Wetterhahn auf der Spitze des Kirchturms von St. Josef in Neu-Isenburg beschädigte, dennoch war der Kirchenvorstand „Wie vom Blitz getroffen“, als das plötzlich schiefstehende Kreuz auf der Kirche bemerkt wurde. „Hält das noch?“, lautete die bange Frage, „oder fällt es beim nächsten Sturm jemandem auf dem Kopf?“ Darüber zerbrachen sich Pfarrer Martin Berker und der Kirchenvorstand den Kopf. Schließlich kommen und gehen täglich Kinder mit ihren Eltern in die Kindertagesstätte, und die Kinder wollen auch weiterhin im Freien spielen.

Schnell wurde eine erste Kontrolle des Zustandes der Metallkonstruktion auf dem rund 30 Meter hohen Turm veranlasst. Die Erkenntnis: Bei einem Sturm in der Stärke wie vor etwa zehn Tagen könnte tatsächlich etwas passieren – muss aber nicht. Mit dieser Unsicherheit wollte niemand leben. Daher der Entschluss, zunächst den Wetterhahn samt Turmkreuz demontieren zu lassen. Gestern Vormittag rückte ein großer Autokran sowie eine hohe Arbeitsbühne an. Für die Kinder der benachbarten Kindertagesstätte war das ein besonderes Erlebnis.

Der Wetterhahn war schnell demontiert, doch die Kreuzkonstruktion wollte sich einfach nicht aus der Befestigung lösen. „Das Ding muss jetzt irgendwie runter, so kann es nicht bleiben“, sagte Küster Roland Trunk und versuchte aus der Tiefe einen möglichen Demontageerfolg zu erkennen. Schließlich gelang es doch, das Turmkreuz aus dem Befestigungsrohr zu ziehen. „Jetzt fehlt da oben aber was“, bemerkten die Kita-Kinder sogleich.

Wie aufwendig die Wiederherstellungsarbeiten sein werden, dass konnte Pfarrer Martin Berker gestern noch nicht sagen. „Die Dachdecker haben das Rohr so verschlossen, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann, aber das Gebälk, an dem die ganze Konstruktion befestigt war, ist teilweise beschädigt“, sagte Berker. Wenn diese Arbeiten von außen erledigt werden können, sei dies von einer Arbeitsbühne aus möglich. „Wenn wir aber von innen ein Gerüst stellen müssten, dann wird es wohl richtig teuer.“ Angesichts der möglichen hohen Kosten macht der Pfarrer ein bedenkliches Gesicht. „Das müssen die Fachleute beraten und entscheiden.“

Das Turmkreuz und der Wetterhahn werden jetzt aufgearbeitet. Wann sie wieder den Turm der Kirche zieren werden, kann jetzt noch niemand sagen.

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