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Wildes Geschrei und Volksauflauf nach Unfall auf der A661

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Von: Nicole Jost

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Die Männer, die offenbar unter den Unfallbeteiligten Familienangehörige vermuteten, lieferten sich einen offenen Disput mit den Polizeibeamten. Nach diesem Vorfall mahnt die Polizei: Immer im Auto sitzen bleiben!

Zunächst einmal ist der Unfall auf der A 661 am Sonntagabend gegen 22 Uhr Polizeialltag. Ein Auto ist auf der Strecke zwischen der Anschlussstelle Neu-Isenburg und Dreieich beim Spurwechsel in die Leitplanke geraten, ein zweites Auto wurde dabei berührt. Danach wird es noch ein bisschen gefährlicher, denn ein drittes Fahrzeug sichert die Unfallstelle ab, und ein viertes fährt noch in die Unfallstelle hinein.

Was aber dann passiert, haben selbst versierte, ehemalige Autobahnpolizisten wie Polizeipressesprecher Rudi Neu noch nicht erlebt. Es entstand ein wahrer Volkslauf auf der dann schon abgesperrten Autobahn in stockfinsterer Nacht. „Die Kollegen von der Dienststelle in Neu-Isenburg waren schneller als die Autobahnpolizei. Während sie die Unfallstelle sicherten, kamen aus dem Stau heraus Leute gerannt, sechs bis zehn Menschen, die zum Unfallort rennen wollten“, erklärt Neu. Das sei im Dunkeln, ganz ohne Sicherheitswesten keine sehr gute Idee und sehr gefährlich.

Zwei Leichtverletzte

Die Beamten wollten die Menschen zurückhalten. „Die Männer waren wohl sehr aufgebracht und unkooperativ. Sie wollten wohl zu Familienangehörigen, die in den Unfall verwickelt waren. Es entstand ein offener Disput, und die Kollegen haben Maßnahmen angedroht“, so Rudi Neu weiter. Während Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen ihre Arbeit mit den Unfallautos und zwei leicht verletzten Personen schon erledigten, hatten die Polizeibeamten alle Hände voll zu tun, die aufgeregten Männer dazu zu bewegen, wieder zu ihren Autos zu gehen.

„Einem Mann ist es dann gelungen nach vorne zu rennen, einen anderen, den Rädelsführer, haben die Kollegen dann sogar festgenommen und auf die Wache mitgenommen“, berichtet der Pressesprecher. Er habe solch ein Verhalten in neun Jahren bei der Autobahnpolizei nicht erlebt.

Vassili Bertakis war einer der Autofahrer, die aufgrund des Unfalls fast zwei Stunden in der Vollsperrung auf der A 661 standen. „Die Auseinandersetzung der jungen Männer mit der Polizei haben wir natürlich mitbekommen. Das war ein wildes Geschrei“, sagt der Neu- Isenburger, der gerade auf dem Heimweg war. Letztlich hatten die Polizeibeamten sogar ein Megafon ausgepackt und alle dazu aufgefordert wieder in ihre Autos einzusteigen.

Laster in Rettungsgasse

Nachdem die Autobahnpolizei eintraf, und weitere Isenburger Beamte, die zur Verstärkung angefordert waren, dazukamen, beruhigte sich die Lage auf der Autobahn wieder. Zusätzlich zu diesem „Intermezzo“ versuchte auch noch ein Laster mit ausländischem Kennzeichen die Rettungsgasse als „Ausweg“ bis zur Autobahnausfahrt zu nutzen. Dieser bekam an der Absperrung auch eine Ansage der Polizeibeamten.

Was bleibt als Botschaft von diesem nächtlichen Autobahneinsatz: „Im Falle eines Unfalls bitte immer im Auto sitzen bleiben. Die Autobahn ist kein Parkplatz! Es ist viel zu gefährlich auszusteigen und herumzulaufen. Die Kollegen von der Autobahnpolizei setzen alles daran, damit die Sperrung wieder aufgehoben werden kann und der Verkehr wieder fließt“, rät Rudi Neu allen Leuten, die in eine solche Autobahnsperrung geraten.

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