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Elliot ist mit nur fünf Jahren gestorben. Das Bild zeigt ihn bei einer Spendenaktion in einem Cockpit eines Kleinflugzeugs.

Nach langer Krebserkrankung

Nach Krebs-Drama: Elliot stirbt mit fünf Jahren - Sein Schicksal bewegt Deutschland

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Traurige Nachrichten: Der kleine Elliot (5) aus Langen (Hessen) ist gestorben. Er hatte eine aggressive Krebserkrankung. 

  • Elliot (5) aus Langen (Hessen) ist in den USA gestorben
  • Der kleine Junge wurde nur fünf Jahre alt
  • Elliot litt an einem besonders aggressiven Krebs

Langen - Seine Geschichte bewegte Menschen in ganz Deutschland: Der krebskranke Elliot (5) aus Langen (Hessen) kämpfte lange gegen einen aggressiven Krebs, ein Neuroblastom. Nun die traurige Nachricht: Elliot ist an den Folgen seiner schweren Erkrankung gestorben. 

Langen (Hessen): Abschied von Elliot im Kreis seiner Liebsten

Er befand sich mit seiner Familie gerade in den USA, wo er sich an einer New Yorker Klinik einer Spezialbehandlung unterzog. „Elliot ist friedlich eingeschlafen. Schmusend lag er bei Papa und Mama hielt sein zartes Händchen. Oma und Opa streichelten ihn“, teilt seine Mutter Katinka Peiz mit. 

Das Schicksal des Jungen hatte in der Region um Langen (Hessen) für große Anteilnahme gesorgt. Um Elliot die teure Immuntherapie zu ermöglichen, starteten die Eltern eine Spendenaktion. Auch viele Vereine und Organisationen sammelten Geld*, zuletzt gab es eine große Benefiz-Comedyshow in der Stadthalle Langen (Hessen)*. Im September konnte der Junge dann mit seiner Familie nach New York gehen, um die Therapie zu beginnen. Sie schien zuerst gut anzuschlagen, doch dann wuchs der Krebs erneut. 

Statt der geplanten Operation musste der Fünfjährige Bestrahlung und Chemotherapie über sich ergehen lassen. In den vergangenen Wochen verschlechterte sich Elliots Gesundheitszustand. Er litt unter großen Schmerzen, der Krebs hatte weitere Metastasen gebildet. 

Video: So helfen Milchzähne bei der Stammzellentherapie

Langen (Hessen): Elliot hatte in seinem kurzen Leben eine lange Leidensgeschichte

Elliots Leidensgeschichte beginnt im Sommer 2017, kurz vor seinem dritten Geburtstag. Elliot stürzt mit einem Laufrad, dessen Lenker ihm in die Magengegend rammt. Am nächsten Tag klagt der kleine Junge über Bauchschmerzen. Vorsichtshalber gehen die Eltern mit ihm ins Krankenhaus. Dort die schreckliche Nachricht: Der kleine Elliot hat einen zwölf Zentimeter großen Krebs-Tumor an der rechten Nebenniere. Der Tumor fasst ein Volumen von etwa einem halben Liter.

Es ist ein Tumor der Stufe vier, das heißt, der Krebs hat bereits gestreut. Er hat zu diesem Zeitpunkt schon Metastasen im Knochenmark und den Lymphknoten geschlagen. Elliot wird in der Uniklinik Frankfurt mit einer starken Chemotherapie behandelt. Diese umfasst insgesamt sechs Blöcke. Schon nach dem ersten fallen dem Kind die Haare aus. Doch die Therapie scheint zunächst erfolgreich zu verlaufen.

Langen (Hessen): Chemotherapie hatte zunächst Erfolg bei Elliot

Zusätzlich zur Chemotherapie operieren Ärzte den kleinen Jungen aus Langen (Hessen) im November. Dann bekommt er eine Stammzellentransplantation. Elliot wiegt bei 1,08 Meter Körpergröße damals nur elf Kilogramm. Doch die Entbehrungen der Therapie scheinen sich bezahlt zu machen. Im Frühjahr verkünden die Ärzte: Elliot hat keinen Krebs mehr!

Die Freude bei Elliots Eltern, Katinka und Sven Peiz ist riesig. Die Familie hofft, endlich ein normales Leben mit ihrem Sohn verbringen zu können. Der Junge soll sogar den Kindergarten besuchen.

Doch die Freude hält nicht lange an. Bei einer routinemäßigen MRT-Untersuchung entdecken die Ärzte, dass der Krebs zurück ist. Diesmal an einer besonders gefährlichen Stelle: Nahe dem Rückenmark am Spinalkanal. An der Uniklinik kommen die Behandlungsmethoden nun an ihre Grenzen. Sven und Katinka Peiz lesen im Internet Studien und tauschen sich mit anderen Eltern über weitere Möglichkeiten der Behandlung aus.

Langen (Hessen): Letzte Hoffnung für Elliot war eine Spezialtherapie in den USA

Dabei stoßen die Eltern aus Langen (Hessen) auf eine teure Spezial-Therapie gegen Krebs in den USA. Um diese zu finanzieren, bitten sie öffentlich um Spenden. Insgesamt 1,5 Millionen Euro kommen zusammen. Überall nehmen Menschen Anteil an Elliots Schicksal. 

Ihr Sohn sei jetzt an einem besseren Ort, ohne Schmerzen, sagt Katinka Peiz. „Elliot war stark, mutig und tapfer. Er musste so viel ertragen.“ Die Familie schreibt: „Wir sind so dankbar für die Zeit, die wir zusammen verbracht haben. Elliot hinterlässt wunderschöne Erinnerungen und eine sehr große Lücke in unserem Leben.“

Von Julia Radgen und Lukas Reus

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