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Händewaschen ohne allergische Reaktionen – das ist für Anne Kranich immer noch etwas ganz Besonderes. Man sieht’s am strahlenden Lächeln. Als wir Anne vor ein paar Jahren für unseren ersten Bericht über ihr Schicksal besuchten, hatte sie das Lachen fast verlernt.

Sie kann wieder richtig lachen

"Kampf hat sich gelohnt": Anne Kranich hat sehr seltene und aggressive Allergie besiegt

Sommerspaß im Freibad, Schwimmunterricht im Badehaus, ausgiebig duschen nach dem Sport: Für Anne Kranich war das lange Zeit nicht möglich – sonst musste der Notarzt kommen.

Ober-Roden – Die heute 16-Jährige Anne Kranich litt an einer sehr aggressiven und seltenen Kontaktallergie auf Wasser: aquagene Urtikaria. Das ging so weit, dass die Schülerin sogar auf ihren eigenen Schweiß und ihre Tränen reagierte. An ganz schlimmen Tagen kamen allergische Hautreaktionen auf Kälte hinzu: jucken, Schwellungen, überall Pusteln, keine Luft mehr.

Das alles ist durch eine glückliche Wendung des Schicksals und viel Disziplin inzwischen Vergangenheit. Nach einer frustrierenden Odyssee durch die Schulmedizin und nach zermürbenden Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse um Kostenübernahme für Spezialmedikamente nahm sich eine Heilpraktikerin der jungen Frau mit der Krankheit an, an der weltweit nur etwa 40 Personen leiden: Heike Lüdecke aus Berlin. Und das mit Erfolg – und kostenlos!

Anne Kranich isoliert durch ihre Krankheit – Ständig Angst

„Damals waren wir hilflos und verzweifelt. Das Familienleben – alles war beeinflusst. Dann die ständige Angst, dass die Atemnot und die Schmerzen wieder kommen“, beschreibt Anne Kranich ihre frühere Lage. Isoliert sei sie gewesen. Abgeschnitten von den meisten Dingen, die einer Heranwachsenden Spaß machen. Weil ihr Körper litt, darbte auch ihre Seele.

„Aber der Kampf hat sich gelohnt“, sagt die Jugendliche stolz und selbstsicher, steht vom Küchentisch auf und geht ins Bad. Dort öffnet sie den Wasserhahn und wäscht sich minutenlang die Hände. Und strahlt dabei, als habe sie einen Sechser im Lotto. „Es passiert mir dabei nix mehr. Ich kann sogar wieder richtig duschen!“

Wie ist das möglich, wo doch früher der Kontakt mit Wasser die Rödermärkerin in lebensbedrohliche Zustände versetzte und der Notarzt nicht nur einmal kommen musste?

Auslöser der Krankheit war eine herkömmliche Impfung gegen Tetanus

Heilpraktikerin Heike Lüdecke ging die Sache ganzheitlich an. Über Bekannte, die wiederum die Familie Kranich kannten, hatte sie Kenntnis von dem schwierigen Fall bekommen. Mutter Sylvia Kranich und ihre Anne besuchten die Naturheilkundlerin in Berlin mehrere Tage, übernachteten dort. „Zuerst haben wir ausführlich über die Krankengeschichte geredet. Das Ausmaß der Erkrankung war extrem, Anne konnte kein normales Leben führen. Selbst Regen führte bei ihr zu einer extremen Blasenbildung auf der Haut“, erinnert sich die Pharmazeutin. Dann wurde der Auslöser der Krankheit gesucht, die bei der Patientin im Alter von zwölf Jahren ausbrach. Es war eine herkömmliche Impfung gegen Tetanus. 

Danach behandelte Heike Lüdecke die junge Frau mehrgleisig:

Vier Wochen Darmsanierung zur Entgiftung des Körpers, weil das Immunsystem komplett flach lag;

Ernährungsumstellung: kein Zucker, kein Weißmehl, Kuhmilch meiden, keine Farb- und Konservierungsstoffe, glutenfrei essen, fast gar kein Fleisch, nur Fisch;

Homöopathische Mittel, um die Impfschäden auszuleiten;

Pflanzliche Mittel wie zum Beispiel ein Extrakt der Matcha-Pflanze – zusammen mit Blaubeeren, Ginseng und Chlorophyll;

Seelische Stärkung.

Krankheitsgeschichte und den Weg der Besserung in Filmtagebuch auf Youtube festgehalten

Dieses Paket wirkte. „Am 21. Tag konnte ich wieder ohne Ausschlag duschen, nach sechs Monaten langsam wieder zu herkömmlicher Kost übergehen“, erzählt Anne Kranich freudestrahlend.

Ihre Krankengeschichte – und vor allem den Weg der Besserung – hat sie in einem Filmtagebuch im Internet auf YouTube dokumentiert. Heilpraktikerin Heike Lüdecke ist der Meinung, dass die 16-Jährige jetzt geheilt ist. „Sie weiß, dass sie es beim Essen nicht übertreiben darf. Aber sie weiß auch, dass sie sich manchmal wieder was leisten kann.“ Mit diesen kleinen Einschränkungen kann Anne Kranich gut leben. „Mir geht’s richtig gut!“

Von Bernhard Pelka

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