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Karsten Falk ist jetzt ebenfalls Bewerber für die Wahl zum Ersten Stadtrat in Rödermark.  

Politik

Rödermark: Fünf Parteiaustritte bei AL/Grünen

Aus Protest gegen das Nominierungsverfahren für die Erste Stadträtin sind in Rödermark fünf grüne Parteimitglieder ausgetreten. Der Parteilose Karsten Falk ist nun weiterer Bewerber.

Bei der Partei Alternative Liste/Die Grünen in Rödermark rumort es: In den vergangenen Wochen gab es fünf Parteiaustritte, die hauptsächlich auf die Kandidatenkür für die Wahl zur Ersten Stadträtin zurückzuführen sind. Die 43-jährige Stadtverordnete Perihan Demirdöven war beim Nominierungsparteitag Anfang Mai gegen die 57-jährige Parteichefin Andrea Schülner angetreten, hatte den Kürzeren gezogen – und hat ihr Mandat jetzt niedergelegt.

Demirdöven nennt Differenzen im Nominierungsverfahren als Grund für ihren Rückzug und den Parteiaustritt der anderen Mitglieder. Sie habe damals gedacht, man wäre glücklich, wenn bei AL/Grünen mehrere Bewerber für das Amt der Ersten Stadträtin zur Verfügung stehen. Doch ihre Kandidatur habe zu Diskussionen und einigen Auseinandersetzungen mit dem Vorstand geführt. „Ich musste diesen Schritt jetzt gehen, um einige Leute zum Nachdenken zu bewegen und was zu verändern“, sagt sie.

Ihren Sitz im Stadtparlament nimmt nun Parteivize Eckhard von der Lühe ein. Er bedauert Demirdövens Entscheidung. Wenn „ein Alphatier wie Roland Kern“ die politische Bühne verlasse, entstehe ein Vakuum. „Dann kommen aus verschiedenen Richtungen Leute, die das Vakuum füllen wollen. Aber alle können es nicht füllen.“ Die fünf Austritte seien „Vorgänge, die nicht überzubewerten sind“. Bei über 100 Mitgliedern gehe das nicht an die Substanz der Partei. Er spricht von einem „klärenden Gewitter“.

Die designierte Erste Stadträtin Andrea Schülner hat nun plötzlich einen Gegenkandidaten bekommen: Der 48-jährige parteilose Bewerber Karsten Falk hat seinen Hut in den Ring geworfen. Er war – wie auch schon Schülner – bei der Bürgermeisterwahl im März angetreten und hatte gegen Jörg Rotter (CDU) verloren. Am vergangenen Freitag gab er unmittelbar vor Ablauf der Bewerbungsfrist seine Unterlagen im Rathaus ab. „Meine Chancen sind extrem gering, weil die Wahl des Ersten Stadtrats eine politische Vergabe ist, die sich nach dem Parteibuch richtet“, sagt er. Doch er hofft auf Abweichler aus den Reihen der Regierungskoalition aus AL/Grünen und CDU. Der Wahlvorbereitungsausschuss, der am Mittwoch nichtöffentlich tagte und paritätisch besetzt ist, hat die eingegangenen Bewerbungen bewertet und gibt in der Stadtverordnetensitzung am 18. Juni eine Empfehlung ab. „Wenn diese Person nicht gewählt wird, geht das Verfahren von vorne los und es muss erneut jemand vorgeschlagen werden“, so Falk. Das könnte dann er sein. 

(Annette Schlegl)

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