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Starkregen hat eine Straße in Offenbach überschwemmt. Feuerwehrleute versuchen, ein liegengebliebenes Auto zu bergen. (Archivbild von 2016)

Starkregen

Starkregen richtet große Schäden in Hessen an - viele Städte betroffen

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Starkregen bringt in kurzer Zeit große Wassermengen, die schlimme Schäden anrichten können. In Hessen war Offenbach bisher am stärksten betroffen.

Offenbach - Durch den Klimawandel gibt es mehr Extremwetter wie Hitze, aber auch Starkregen. Speziell auf Starkregen - große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit - muss sich Deutschland einstellen, zeigt eine Untersuchung, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erstellt hat. Diese Untersuchung zeigt, dass es in den vergangenen 18 Jahren deutschlandweit 22.000 Starkregen-Ereignisse gab, die meisten davon im Dürrejahr 2018.

Auch Hessen hat in den untersuchten Jahren 2002 bis 2017 unter Starkregen gelitten, ganz besonders betroffen waren folgende hessischen Landkreise und Städte:

  • Stadt Offenbach
  • Kreis Offenbach
  • Kreis Groß-Gerau
  • Stadt Wiesbaden
  • Wetteraukreis
  • Rheingau-Taunus-Kreis
  • Stadt Kassel
  • Kreis Hersfeld-Rotenburg
  • Stadt Frankfurt

Starkregen: Stadt und Kreis Offenbach am stärksten betroffen

Am Schlimmsten hat es die Stadt Offenbach getroffen. In den Jahren 2002 bis 2017 wurden demnach 187,8 von 1000 Gebäuden durch Starkregen beschädigt. Der durchschnittliche Schaden habe bei 4.733 Euro gelegen. Insgesamt gab es in der Stadt Offenbach in diesem Zeitraum sieben kurze, heftige Starkrregen und einen Dauerregen über zwölf Stunden. Die meisten Schäden haben Starkregen Anfang Juni 2016 verursacht.

Auch den Kreis Offenbach hat es heftig erwischt: 145,9 von 1000 Gebäuden wurden im Untersuchungszeitraum durch Starkregen-Fälle beschädigt, der durchschnittliche Schaden lag hier sogar bei 6.894 Euro. Insgesamt hat es laut Auswertung 17 kurze, teils heftige Starkregen-Fälle gegeben, zudem wurden fünf Dauerregen über zwölf Stunden registriert. Die schlimmsten Schäden im Kreis Offenbach entstanden demnach im Juni 2007.

Starkregen richtete in Offenbach und Umgebung viele Schäden an

Vor allem die Tiefs „Quintus“ und „Uriah“ richteten im Rhein-Main-Gebiet Schaden an. Die beiden Tiefdruckgebiete sind unter anderem in den Kreisen Offenbach, Groß-Gerau, Bergstraße und im Main-Taunus-Kreis als die Verursacher heftiger Niederschläge aufgelistet. 2008 sorgte das Tief „Hilal“ mit Starkregen für zahlreiche Schäden - unter anderem stark betroffen waren davon die Städte Wiesbaden und Gießen, der Wetteraukreis und der Main-Kinzig-Kreis. Wegen der heftigen Schäden geben Experten Tipps, wie man sein Haus gegen Starkregen absichern kann.

Wie entsteht Starkregen?

Starkregen kann für unterschiedlichste Schäden sorgen: Im hessischen Aumenau ist ein Hang auf ein Wohnhaus gerutscht. (Archivbild von 2018)

Starkregen tritt häufig in Sommermonaten und zusammen mit heftigen Gewittern auf. Der Starkregen entsteht, wenn feuchte Luftmassen in Bodennähe sich schnell erwärmen und nach oben steigen. In den höheren und kühleren Luftschichten kondensiert und gefriert der Wasserdampf. Kommt die richtige Kombination aus Luftströmung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur zusammen, entsteht Starkregen.

Wo tritt Starkregen auf?

Mit Hilfe von Radardaten konnte erstmals festgestellt werden, wo in Deutschland tatsächlich Starkregen aufgetreten ist. Im „Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2019“ (PDF) des DWD werden die Ergebnisse aufgelistet. Demnach sind kurze und heftige Starkregen in Deutschland deutlich gleichmäßiger verteilt als moderater Starkregen. „Extrem kleinräumige Starkregen kurzer Dauer und mit hohem Schadenspotenzial können in Deutschland jeden treffen“, heißt es in dem Bericht. Die Starkregen seien kein Risiko, „das nur den südlichen Ländern vorbehalten ist“.

Welche Schäden kann Starkregen anrichten?

Fällt Starkregen auf bebaute Flächen, kann er enorme Schäden anrichten. Ist das Gelände eben, kann das viele Wasser nicht schnell genug abfließen, auch der Boden kann es nicht dauerhaft aufnehmen. Die Folge sind oft Überschwemmungen von Straßen oder Unterführungen und Bodenerosion. Auch Infrastruktur wie Straßen kann dabei beschädigt werden. Starkregen kann auch dafür sorgen, dass Flugzeuge am Boden bleiben müssen* oder dass Unfälle passieren*.

In Gebirgsregionen können kleine Bäche zu reißenden Flüssen werden, die dann zu großen Schäden führen - bis hin zu abrutschenden Hängen. Von 2002 bis 2017 sind durch Starkregen-Fälle in Deutschland Schäden an Wohngebäuden in Höhe von 6,7 Milliarden Euro entstanden, so der Bericht von DWD und Versicherungen. Das sind im Schnitt 5300 Euro pro Starkregen-Schadensfall.

Starkregen und Klimawandel - gibt es einen Zusammenhang?

Wie der DWD schreibt, gehen Klimaforscher davon aus, „dass die Häufigkeit von Starkregen und deren Intensität künftig allgemein zunehmen werden“. Ein Grund dafür sei, dass die Luft bei höheren Temperaturen mehr Wasser aufnehmen kann. Außerdem führen die „sich ändernden meteorologischen Verhältnisse zu einer intensivierten Wolken- und Niederschlagsbildung“, so der DWD-Bericht.

Wann warnt der Deutsche Wetterdienst vor Starkregen?

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen, wenn große Regenmengen in kurzer Zeit erwartet werden. Eine Warnung* gibt es bei:

  • Starkregen: 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde (Warnstufe 2)
  • Starkregen: 20 bis 35 Litern pro Quadratmeter in sechs Stunden (Warnstufe 2)
  • Heftiger Starkregen: 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde (Warnstufe 3)
  • Heftiger Starkregen: 35 bis 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden (Warnstufe 3)
  • Extrem heftiger Starkregen: mehr als 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde (Warnstufe 4)
  • Extrem heftiger Starkregen: mehr als 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden (Warnstufe 4)

Von Tanja Banner, mit Material von dpa

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