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Ordnungsamt-Ärger in Rödermark: Zweierlei Maß bei Falschparkern?

Die Bürger schimpfen

Knöllchen-Ärger: Zweierlei Maß bei Falschparkern?

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Die städtischen Ordnungspolizisten sind kleinlich und schreiben jeden auf. Schimpfen die einen. Der Außendienst des Ordnungsamtes macht die Augen zu und kontrolliert gar nichts. So klagen die anderen.

  • Ärger über die Park-Situation in Rödermark
  • Falschparker werden entweder zu kleinlich oder überhaupt nicht aufgeschrieben
  • Die Bürger beschweren sich

Rödermark – Dieser Tage haben uns wieder zwei Beispiele erreicht, die zeigen: Die Kommunalpolizei kann es niemandem recht machen. Anwohner der Hauptstraße in Waldacker stören sich an einem Lastwagen, der nachts und am Wochenende trotz Verbotsschildern auf dem Seitenstreifen der B 459 parkt. Ein Mann wirft dem Ordnungsamt vor, beide Augen zuzudrücken, und will gehört haben: „In Waldacker wird überhaupt nicht kontrolliert!“

Knöllchen-Ärger in Rödermark: Keine klare Linie beim Falschparker-Problem?

Das weist die Erste Stadträtin Andrea Schülner, Dezernentin für die öffentliche Sicherheit, entschieden zurück. „Die Äußerung, dass in Waldacker nicht kontrolliert werden würde, ist schlichtweg nicht richtig. Dagegen sprechen per se die vielen Beschwerden wie: Ich habe nur kurz…, Ich habe nur wenige Zentimeter…, Ich habe vor meinem Haus…“, sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. Grundsätzlich werde in allen Stadtteilen von Rödermark kontrolliert. Und wer verkehrswidrig parkt oder sich verkehrswidrig verhält, werde in „Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben reglementiert“.

Ein Rödermärker Heizungsbauer ist der Meinung, dass der Strafzettel, den er vor einigen Wochen in der Bahnhofstraße bekommen hat, der Sache nicht angemessen ist. Besagte Sache kostet ihn 30 Euro.

Rödermark: Knöllchen-Ärger – Beschwerden über kleinliches Ordnungsamt

Der Handwerker war wegen einer „Gasstörung mit Gasgeruch“ nach Urberach gerufen worden. Mangels Parkplätzen hatte er seinen Transporter rückwärts in die Einfahrt der Kundin gefahren, um möglichst schnell in den Keller zu gelangen und den Haupthahn zu schließen. Dass er den Bürgersteig blockiere, sei ihm bewusst gewesen. Doch angesichts einer möglichen Gasexplosion war das für ihn das kleinere Übel.

„Dieser Vorgang hat keine fünf Minuten in Anspruch genommen“, sagt der Installateur. Als er aus dem Keller zurück zu seinem Auto gekommen sei, hätten dort zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes gestanden und ihn aufgefordert, den Bürgersteig frei zu machen. Als Alternative boten sie den Parkplatz an, auf dem ihr Fahrzeug stand.

Dem sei er auch sofort nachgekommen. Sauer ist der Handwerker, weil die Ordnungspolizisten ihn nicht nach dem Grund seines Parkens gefragt hätten und ihm auch nicht gesagt hätten, dass sie ihn bereits aufgeschrieben haben.

Knöllchen-Ärger in Rödermark: Das Ordnungsamt bezieht Stellung

Auch hier stärkt Stadträtin Schülner ihren Leuten den Rücken. Sie hätten den „Fall des vermeintlichen Notfallparkens“ ausführlich mit dem Mann besprochen. Aber selbst bei einem Notfall sei es nicht nötig, den gesamten Bürgersteig zu versperren. Es gibt Alternativen, schreibt die Ordnungsdezernentin: Kein Nachbar werde sich beklagen, wenn der Helfer kurz seine Einfahrt blockiert.

Immer wieder sorgt das Thema Parken für Ärger. In Obertshausen parken Autos im Halteverbot oder auf dem Bürgersteig* – das Thema Parken ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner. In Frankfurt gibt es währenddessen neue Pläne zum Parken am Waldstadion.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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