Schülerredakteure bei den Profis

Die 18 Schüler der Klasse 4 a der Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain wollen wissen, wie eigentlich eine Zeitung entsteht. Wer macht wie was? Zusammen mit ihrer Lehrerin Sylvia Garlich besuchten sie die Redaktion der Frankfurter Neuen Presse (FNP). Journalistisch neugierig schauen sie gemeinsam hinter die Kulissen – natürlich ausgestattet mit Reporterblock und persönlichem Presseausweis.

Kein Hindernis konnte uns aufhalten! Trotz des Bahnstreiks sind wir gut gelaunt und sicher in dem riesigen Redaktionsgebäude der FNP gelandet. Im dritten Stock empfängt uns als erstes ein Blitzlichtgewitter. Unser erstes Foto-Shooting beginnt. Ein extra für uns bestellter Fotograf macht seine Arbeit wirklich gut.

Dann erforschen wir die Räume der Südredaktion. Dort entstehen die Zeitungsartikel für den nächsten Tag. Die Arbeit der Redakteure beginnt um 11 Uhr morgens. Ziemlich spät meinen wir, aber sie erklären uns, sie wissen nie, wann sie abends fertig sind. Das liegt daran, dass sie nicht wissen können, ob nicht spät noch etwas Wichtiges passiert, das noch unbedingt in die Zeitung von morgen muss.

In der Südredaktion arbeiten drei fest angestellte Redakteure und viele freie Journalisten. Dort wird ausschließlich für die Seiten der Neu-Isenburger Neuen Presse geschrieben.

Die erste Frankfurter Neue Presse wurde am 15. April 1946 gedruckt. Damals gab es natürlich noch keine Computer. Heute undenkbar! Allein hier in der Südredaktion gibt es zehn PCs. Jeder Redakteur bearbeitet Artikel am Computer, sucht sich ein passendes Bild dazu, und eine Überschrift muss er sich auch noch ausdenken.

Wichtig sind die aktuellen E-Mails, die über Nacht reingekommen sind. Rohtexte daraus, etwa von freien Mitarbeitern, werden übernommen und dann neu bearbeitet. Mitteilungen, die für andere Redaktionen interessant sind, werden weitergeleitet.

Ein wichtiges Element ist auch der sogenannte „Spiegel“, der dem jeweiligen Redakteur genau aufzeigt, was er heute zu bearbeiten hat. Zum Beispiel hat die Redaktion heute sieben Seiten zu bearbeiten, also ein sehr umfangreiches Programm. Die Redakteure müssen sich darum kümmern, welchen Artikel sie als „Aufmacher-Artikel“ mit großem Bild und fett gedruckter Überschrift ganz oben auf der Seite, welchen „Unteraufmacher“ und welchen Mittelartikel plus Bild sie für morgen wählen. – Also viel, viel Arbeit am Computer!

Besonders wichtig in der Redaktion der FNP ist das News Desk. Wir sind eingeladen, dort um 11.30 Uhr an der Frühkonferenz teilzunehmen. Dort treffen sich sämtliche Chefs oder deren Vertreter aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Hessen, Lokales, Kultur und Blick in die Welt, um die Themen für den nächsten Tag zu besprechen. Jeder Redakteur informiert seine Kollegen über das Aktuelle auf seinem Gebiet. Bestimmt sitzen hier die wichtigsten 12 bis 15 Redakteure zusammen.

Schon allein der Raum ist faszinierend. Jeder Redakteur sitzt an einem Platz mit je zwei Bildschirmen. Die Tische sind zu einem großen Viereck angeordnet, so dass alle sich sehen können. Darüber thronen vier riesige Bildschirme, auf denen aktuelle Infos aus aller Welt zu sehen sind.

Der stellvertretende Chefredakteur Thomas Ruhmöller eröffnet die Konferenz und heißt unsere Klasse herzlich willkommen. Die einzelnen Redakteure berichten über Neuigkeiten in ihren Ressorts, die morgen in der Zeitung erscheinen sollen. Themen zum Beispiel waren, dass in England das Parlament gewählt wird (Politik), dass eine Wanderung zum geographischen Mittelpunkt der EU geplant ist (Hessen), außerdem ein Bericht über den Lokführerstreik (Wirtschaft), über eine Demonstration von 400 Eltern der Viertklässler auf dem Römerberg, die gegen den Mangel an Gymnasiumsplätzen demonstrieren (Lokales). In Cloppenburg wird ein Feng-Shui-Hotel für Hunde eröffnet (Blick in die Welt) und im Sport geht es um den Abstiegskampf in der Bundesliga.

Carla Schindler, Mark Hellwig, Eren Celiköz, Marwin Keil, Mila Kless, Helen Teketel, Rosalie Kanofsky, Emma Bartel, Tom Flick, Chaymaa Ouaali, Sara Taleski

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