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Festredner des IHK-Jahresempfangs Professor . Dr. Klaus Hurrelmann (Mitte), Bildungsexperte und Jugendforscher an der Hertie School of Governance, mit IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner beim Eintrag in das IHK-Gästebuch.

Praxisnähe gefordert

IHK setzt auf Aus- und Weiterbildung

Die junge Generation an (künftigen) Arbeitskräften stand im Mittelpunkt des Jahresempfangs der IHK. Festredner Professor Klaus Hurrelmann rief die Unternehmen dazu auf, die jungen Leute ernst zu nehmen.

Der Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main in der Messe Offenbach stand unter dem Motto „Wirtschaftsfaktor Mensch“. Als Festredner sprach vor 550 Gästen Professor Klaus Hurrelmann, Bildungsexperte und Jugendforscher an der Hertie School of Governance in Berlin, zum Thema „X, Y, Z – Wie die junge Generation die Wirtschaft verändert“.

Hurrelmann erklärte: „Jede Generation hat ihre Stärken und Schwächen. So ist es auch bei der heutigen jüngsten Generation, die in einer politisch und ökologisch unsicheren, voll digitalisierten Welt groß geworden ist. Sie ist in der Lage, viele Dinge auf einmal zu tun. Aber es fehlt ihr oft an der nötigen Ausdauer und Konzentration.“ Die Unternehmen täten gut daran, die jungen Leute ernst zu nehmen und ihnen einen festen Platz zur persönlichen Entfaltung anzubieten. Nur auf dieser Basis sei es möglich, sie für das Unternehmen zu interessieren.

IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller erklärte in ihrer Begrüßung: „Aus- und Weiterbildung werden wichtiger denn je werden.“ Was passiere, wenn dies vernachlässigt werde, zeige ein EU-weites Beispiel. „Trotz hoher Arbeits- und vor allem hoher Jugendarbeitslosigkeit in etlichen EU-Ländern, nehmen Fachkräfteengpässe innerhalb der EU zu. Aus meiner Sicht liegt das ganz stark daran, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung in vielen EU-Ländern entweder keinen großen Stellenwert besitzt oder nicht praxisnah genug ist. Sie müsste reformiert werden“, so Schoder-Steinmüller. Die Aus- und Weiterbildung orientiere sich nicht genügend am konkreten Bedarf der Unternehmen. Mangelnde Durchlässigkeit zur und von der Hochschule machten den beruflichen Bildungsweg ebenfalls wenig attraktiv. „So gibt es in der EU nur rund 3,2 Millionen Auszubildende. Dem stehen etwa 20 Millionen Hochschulstudierende gegenüber. Hier läuft etwas gewaltig am Bedarf vorbei.“

Ziel müsse sein, die berufliche Bildung auch europaweit zu einem attraktiven Bildungsweg mit guten Karrierechancen auszugestalten. „Die berufliche Bildung muss eine attraktive Alternative zum Hochschulstudium sein,“ fordert die IHK-Präsidentin und ergänzt: „Berufliche Bildung ist für uns eine Kernkompetenz.

red

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