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Am Bahnhofsvorplatz könnten farbige Lichtakzente beispielsweise mehr Aufenthaltqualität schaffen. 

Neu-Isenburg

Wohlfühlatmosphäre durch Beleuchtung in Neu-Isenburg

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„Unsere Stadt soll schöner werden“: Der Magistrat soll nach dem Willen der Parlamentsmehrheit die Illumination von Plätzen, Bäumen und Gebäuden prüfen.

Neu-Isenburg soll schöner werden. Die Mehrheit der Stadtverordneten will prüfen lassen, wo und zu welchen Kosten Plätze, Bäume und Gebäude illuminiert werden können. SPD und Linke sehen diese Art der Stadtverschönerung aber kritisch.

Die SPD sorgt sich um die Vögel, die in den Bäumen nisten und durch die Illuminationen in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus gestört werden könnten. Edgar Schultheiß (Linke) sprach im Stadtparlament sogar von einer „hirnrissigen Idee“. Das Geld sei woanders besser angelegt. „Wir leiden im Rhein-Main-Gebiet eh schon unter Lichtverschmutzung“, gab er zu bedenken.

Jörg Müller (FDP) ist sich dagegen sicher, dass die Stadt ihr „Hässliches-Entlein-Image“ so mit ganz kleinen Mitteln ablegen könnte. Neu-Isenburg sei optisch ein „Wildwuchs“, präzisiert FDP-Fraktionsvorsitzender Thilo Seipel gegenüber der FR diese Aussage, vor allem die Frankfurter Straße habe „alle Baustile“, eine einheitliche Traufe fehle. Es gebe viele ungenutzte Gebäude, aus denen man durch Illumination mehr machen könne.

Moderne Lichttechnik sei in der Lage, an historischen Orten und auf Plätzen, auf denen sich Menschen treffen, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, so Seipel. Da moderne LED-Leuchten fast keinen Strom mehr benötigten und sehr langlebig seien, würden die Vorteile die Nachteile und Kosten überwiegen. Er spricht von einem Zeithorizont von ein bis drei Jahren.

Kirk Reineke, Chef der Stadtwerke, bestätigt auf FR-Nachfrage den geringen Energieverbrauch: Eine 5-Watt-LED-Lampe leuchte so hell wie eine 60-Watt-Glühbirne, verbrauche aber nur ein Zwölftel der Energie. Das gewünschte farbige Wechselspiel könne man wohl problemlos an die Straßenbeleuchtung koppeln und so mit einer Zeitsteuerung und einem Dämmerungsschalter verbinden.

Aktuell sind einige Bäume vor dem Rathaus an der Hugenottenallee illuminiert. Auch auf dem Vorplatz der Hugenottenhalle an der Frankfurter Straße wurden vor einigen Jahren Strahler in den Boden eingelassen, die die Bäume abends in Szene setzen.

FDP, CDU, Grünen, FWG und AfD schwebt nun vor, das Thema Illumination in das Stadtumbauprogramm aufzunehmen, das den alten Ort und die Innenstadt mit 52-prozentiger Förderung von Bund und Land attraktiver machen soll. Darüber hinaus könnten etwa der Bahnhofsvorplatz, der Platz vor dem Zeppelinmuseum oder der Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch illuminiert werden, so Seipel.

Seine Partei hatte den Ursprungsantrag gestellt, ein Konzept zur Illumination zu entwickeln. Die Regierungskoalition aus CDU, Grünen und FWG brachte dann einen Änderungsantrag ein, den die FDP-Fraktion übernahm. Darin wurde die Prüfung geeigneter Standorte, der Kosten, der Umweltbilanz und der Fördermöglichkeiten angeregt. Dieser Antrag wurde mehrheitlich angenommen, SPD und Linke votierten dagegen.

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