Erbismühle

Kreis weist Vorwürfe von Flüchtlingen zurück

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Während der Erneuerung der Brandschutzanlage in der Gemeinschaftsunterkunft Erbismühle war es zu massiven Vorwürfen von Bewohnern gekommen. Der Hochtaunuskreis hat die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen.

Die Gemeinschaftsunterkunft Erbismühle ist brandschutztechnisch auf dem neusten Stand. Die dem neuen Eigentümer von den Aufsichtsbehörden aufgegebene Erneuerung der Brandmeldeanlage ist erfolgt. Die aufgrund der Weitläufigkeit des ehemaligen Hotels sehr aufwendigen Arbeiten sind vor wenigen Tagen abgeschlossen worden. Nicht nur der Hochtaunuskreis als Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft und die Bewohner können aufatmen, auch die Feuerwehr. Die musste in der jüngeren Vergangenheit häufiger in Richtung Erbismühle ausrücken und hatte über die alte Anlage regelrecht die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Die Arbeiten an der Brandmeldeanlage, aber auch großer Teile der Hauselektrik zogen sich über mehrere Wochen hin, was zu teils heftigen Beschwerden der Bewohner führte. Mehrere der 170 Flüchtlinge führten Klage darüber, dass sie während der Arbeiten zwischen 7 und 17 Uhr ihre Zimmer verlassen mussten. Sie hätten praktisch auf der Straße gestanden. Wer sich widersetzte, habe den Strom abgestellt bekommen, hieß es. Auch habe man sich nicht daran gehalten, etagenweise zu arbeiten, wodurch sich Ausweichoptionen auf andere Stockwerke ergeben hätten. Besonders schlimm sei das für eine Schwangere und einen frisch operierten Mann gewesen.

Der Hochtaunuskreis bestätigte, dass entgegen der ursprünglichen Planung nicht etagenweise gearbeitet wurde, sondern stockwerkübergreifend. Dadurch hätten sich die Bauzeit und auch die Kosten erheblich verkürzt. Für die Bewohner sei es, so Pressesprecherin Andrea Herzig, aber auch besser gewesen, da ihnen rotierende Umzüge von Etage zu Etage erspart geblieben seien.

Entschieden wies Herzig Darstellungen zurück, wonach die Bewohner das Haus verlassen mussten. Es habe Aufenthalts- und Ruheräume gegeben. Der Schwangeren habe ein Bett zur Verfügung gestanden sowie dem Frischoperierten auf Anraten seines Arztes ein abgedunkelter Raum, den der Mann aber nicht genutzt habe. Auch seien die Aufenthalts- und Ruheräume nur von wenigen Flüchtlingen genutzt worden, wohl wegen des schönen Wetters.

Herzig wies auch Vorwürfe zurück, wonach die Bewohner während des Umbaus nicht kochen konnten. Dort, wo gerade gearbeitet wurde, habe der Strom natürlich abgeschaltet werden müssen, es habe aber immer Ausweichmöglichkeiten auf andere Küchen gegeben, so Herzig. Die von Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG) organisierten Mikrowellengeräte seien kaum genutzt worden.

Unzutreffend sei schließlich auch, dass einem Bewohner, der sich geweigert habe, sein Zimmer zu verlassen, als „Strafmaßnahme“ der Strom abgestellt wurde.

Als aus der Luft gegriffen nannte Herzig Aussagen von Bewohnern, wonach einer Familie, die ihr Zimmer nicht verlassen wollte, gekündigt wurde: „Erstens kann es ohne Mietvertrag keine Kündigung geben, und zweitens handelt es sich bei der Familie um längst anerkannte Flüchtlinge, die bereits seit zwei Jahren kein Bleiberecht in der Gemeinschaftsunterkunft mehr haben und denen aufgegeben wurde, sich selbst eine Wohnung zu suchen.“

Zudem habe es mit der Familie erhebliche Probleme gegeben. So habe sie sich den Anweisungen der Betreuer widersetzt, sich geweigert, das Zimmer zu verlassen, und andere Bewohner aufgewiegelt, ihrem Beispiel zu folgen. Des Weiteren sei es zu Sachbeschädigung am Mobiliar gekommen. Betreiber, Eigentümer und Sozialarbeiter hätten der Familie mitgeteilt, dass weitere Verstöße gegen die Hausordnung ein Hausverbot zur Folge haben könnten.

Andrea Herzig betonte, dass es sich bei den Beschwerden um Einzelfälle handele. Der weit überwiegende Teil der Bewohner sei während des Umbaus kooperativ gewesen.

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