Ohl-Heat-Halle

Kreiseigene Gesellschaft plant Hallenkauf – Puffer zur Aufnahme von weiteren Flüchtlingen

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Die Ohl-Heat-Halle in Dietkirchen wird bereits als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt. Nun soll sie gekauft werden. Sollten die Zahlen weiter sinken, sieht Landrat Michel dennoch Verwendung für das Gebäude.

Die kreiseigene Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB) beabsichtigt den Kauf der Ohl-Heat-Halle in der Straße Auf der Heide 3 im Gewerbegebiet in Limburg-Dietkirchen, um im Falle steigender Flüchtlingszahlen genügend Notunterkünfte anbieten zu können. Als Kaufpreis werden etwa drei Millionen Euro genannt. Der Kreistag Limburg-Weilburg wird sich in seiner nächsten Sitzung am Freitag, 2. November, um 9 Uhr in der Kulturhalle in Niederbrechen mit dem Thema beschäftigen. Derzeit hat die GAB die Ohl-Heat-Halle angemietet. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer Ohl-Heat-Technology & Services GmbH läuft noch bis zum 31. Januar 2020.

In der Halle stehen 260 Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Sie fungiert dabei als Ankunftszentrum für die dem Landkreis zugewiesenen Flüchtlinge. Von dort aus erfolgt eine Verteilung auf die Gemeinschaftsunterkünfte im Kreis. Es gibt einen 24-Stunden-Wachdienst. Rund um die Uhr können Einweisungen erfolgen. Zum neuwertigen und modernen Objekt gehören auch eine Catering-Station, Büroräume für Mitarbeiter sowie ein Raum für den Ehrenamtskreis. Nach Meinung der Kreisverwaltung sind die örtliche Lage der Halle und die vorhandene Infrastruktur prädestiniert für das Ankunftszentrum.

Nach dem Verkauf der Großgemeinschaftsunterkunft in Villmar dient die Ohl-Halle als Notreserve. Im Bedarfsfall können Personen aus anderen Unterkünften hier kurzfristig untergebracht werden. Zum anderen ist ein Puffer im Falle steigender Flüchtlingszahlen vorhanden. Wie Landrat Manfred Michel (CDU) bemerkte, werden die Plätze auch benötigt, um einem Beschluss des Kreisausschusses vom September 2017 Rechnung zu tragen. Demnach sollen 600 Plätze über der aktuellen Ist-Belegung der Gemeinschaftsunterkünfte vorgehalten werden. Michel meinte weiter, wenn in Zukunft kein Bedarf mehr an Plätzen bestehen sollte, könne die Halle von der GAB für Werkstätten „optimal genutzt werden“. Die GAB plane daher den Kauf der Halle.

Der Kauf soll mit einem Darlehen des Kreises an die GAB finanziert werden. Dessen Laufzeit beträgt 30 Jahre bei einer marktüblichen Zinsbindung von zwei Prozent und einer vierteljährlichen Tilgungsrate von 25 000 Euro. Im Doppelhaushalt des Kreises 2018/19 sind dafür keine Ansätze vorgesehen. Deshalb handelt es sich um eine außerplanmäßige Ausgabe, die der Kreistag absegnen muss. Die Deckung sei gewährleistetet, sagt Michel. Im Rahmen des Haushaltsvollzuges zeichneten sich nach dem zweiten Quartalsbericht vom 30. Juni 2018 erhebliche finanzielle Verbesserungen ab. Erwartet wird, dass der Tagesordnungspunkt im Kreistag am 2. November vor einer Beschlussfassung zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen wird.

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