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Alicja Quade wurde für ihr Werk ?Big Be-Hide? mit dem Förderpreis der Blickachsen 11 im Jahr 2017 ausgezeichnet. Der Kulturfonds beteiligt sich finanziell an der Großskulpturenausstellung, die alle zwei Jahre stattfindet.

Verschiedene Kooperationen

Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main will Region vernetzen

Die Summe kann sich sehen lassen: Fast vier Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren aus dem Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main in den Hochtaunuskreis geflossen – für große Veranstaltungen wie die Blickachsen, aber auch für kleine Projekte an Schulen.

Glashütten ist die Ausnahme. Alle anderen Kommunen des Hochtaunuskreises waren bereits Ort für Veranstaltungen, die der Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main gefördert hat. Vielen Bürgern ist es gar nicht bewusst, aber der Fonds unterstützt das kulturelle Leben im Kreis in nicht zu unterschätzendem Umfang – von den Blickachsen über Fugato bis hin zu Projekten an Schulen.

Ins Leben gerufen wurde er als gemeinnützige GmbH im Dezember 2007 auf Initiative der Hessischen Landesregierung. Seinen zehnten Geburtstag feiert er mit etwas Verspätung in diesem Sommer. Der Hochtaunuskreis zählt zu den Gründungsmitgliedern (siehe Info-Text). Das Bad Homburger Landratsamt wurde zu seinem Sitz. Dies habe im Zusammenhang mit der Intensivierung der Zusammenarbeit in der Rhein-Main-Region in den 2000er Jahren und der Gründung von Regionalgesellschaften gestanden, die nicht alle ihren Sitz in Frankfurt haben, sondern über die Region verteilt werden sollten, erläutert Kreissprecherin Andrea Herzig. „Der Hochtaunuskreis mit Bad Homburg war in diesem Kontext klar für die Kultur positioniert.“

487 Projekte hat der Kulturfonds in den vergangenen Jahren gefördert, darunter 35 im Hochtaunus. Hinzu kommen Kooperationen mit Schulen und eigene Projekte.

Teilweise standen sie unter den drei Themenschwerpunkten, die regional Verbindendes aufzeigen: „Phänomen Expressionismus“ (2009 – 2012), „Impuls Romantik – Rheinromantik, Mainromantik“ (2012 – 2015) und „Transit“ (2015 – 2018). Gleich fünf Projekten im Hochtaunus sagte der Kulturfonds etwa für 2018 seine Unterstützung zu, darunter der Ausstellung „160 Jahre Kronberger Künstlerkolonie“, einer Lesung des Literaturfestivals „Litera Turm“ in Oberursel und den Konzerten „Goethe und die Musik“ von Jugendchor und Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus.

Zu denjenigen, die regelmäßig Geld aus dem Fonds erhalten, zählen die Kronberg Academy und die Blickachsen, die mittlerweile auch Standorte außerhalb Bad Homburgs bespielen. „Wir gehen aber immer mehr dazu über, nicht nur die sogenannten Leuchttürume zu fördern“, erläutert Geschäftsführer Dr. Helmut Müller. Auch kleinere Projekte erhielten Unterstützung. Zu den erfolgreichen Antragstellern zählen Stiftungen, Städte und der Kreis, Kirchengemeinden und Vereine wie der Männergesangverein Liederkranz Hasselbach. Die Fördersummen reichen von vierstelligen Beträgen bis zu sechsstelligen. „Die Blickachsen zum Beispiel bekommen rund 180 000 Euro, für die Ausstellung ,160 Jahre Kronberger Künstlerkolonie‘ gab es 20 000 Euro“, sagt Müller. „Bei Summen über 75 000 Euro gibt das Kuratorium, das mit zwölf Experten aus dem ganzen Bundesgebiet besetzt ist, sein Votum ab.

Der Kulturausschuss, bestehend aus 24 von den Gesellschaftern entsandten Mitgliedern, trifft dann eine Entscheidung.“ Vorsitzender des Kulturausschusses ist seit 2018 Landrat Ulrich Krebs (CDU). Er hatte dieses Amt, das satzungsgemäß alle zwei Jahre neu besetzt wird, bereits von 2011 bis 2013 inne.

Zum Schuljahr 2013 / 14 hat der Kulturfonds das Programm „Kunstvoll“ initiiert. Es unterstützt die Zusammenarbeit von Künstlern und Kulturinstitutionen mit Schulen. Im Hochtaunus wurden bereits 17 solcher Kooperationen gefördert mit einer Gesamtsumme von 168 000 Euro.

Insgesamt sind seit 2009 knapp vier Millionen Euro aus dem Kulturfonds in den Hochtaunus geflossen. Der Kreis zahlt seit 2013 pro Einwohner 1,60 Euro, also 380 000 Euro im Jahr, zuvor waren es 2 Euro pro Einwohner, was 450 000 Euro jährlich ergab. Klar, dass die Hochtaunus-Bürger nicht nur von den Veranstaltungen im eigenen Kreis profitieren, sondern auch Kultur in Frankfurt oder anderen Landkreisen genießen. Müller sieht die auf den eigenen Sprengel fokussierte Denkweise unter den Gesellschaftern mittlerweile zunehmend schwinden: „Der Kulturausschuss denkt immer mehr regional.“ Dies stimmt ihn für die Zukunft optimistisch. Schließlich ist es eine zentrale Aufgabe des Kulturfonds, die Region zu vernetzen.

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