Starkregen und Hochwasser

Kulturgut St. Alban in Schönberg in Gefahr

Die Kirche Sankt Alban wurde vor mehr als 250 Jahren gebaut. Klimabedingter Starkregen und Hochwasser schädigen das Kulturgut und fordern zum präventiven Handeln auf!

Es ist gerade einmal vier Monate her, dass der letzte Starkregen neben vielen Privatkellern auch die historisch wertvolle Sankt Alban Kirche in Schönberg überflutete. In Sankt Alban konnte man am 9. Juni schnell handeln. Denn, wie es die Fügung wollte, waren am Tag des Unwetters Mitglieder der äthiopischen Gemeinde Sankt Ureal an Ort und Stelle und konnten größere Schäden abwenden.

In Vorbereitung auf den sonntäglichen Gottesdienst der christlichen Gemeinde bereiteten Helfer von Sankt Ureal samstags das Kirchenhaus vor. Plötzlich strömte Wasser durch das Eingangsportal. Blitzschnell handelte die äthiopische Gemeinde, rief den Hausmeister und startete gemeinschaftlich eine Säuberungsaktion.

„Leider kommt es immer wieder zu solchen leidigen Überschwemmungen, die sicherlich auch künftig nicht weniger werden“, sagt Max-Werner Kahl mit Blick auf den Klimawandel. Der Architekt hat zeit seines Berufslebens teilweise gemeinsam mit seinem Vater, ebenso Architekt, die Kirchen am Ort architektonisch betreut.

„Die Kirche ist in einem feuchten Gebiet gebaut und sitzt auf Hohlpfählen“, erklärt Kahl. Um einen Lastenausgleich zu gewähren, habe man die Mauern in eine Außen- und Innenmauer geteilt. Dazwischen ist Füllmaterial. „Wenn nun bei einer Überschwemmung Wasser an das Mauerwerk herandrängt, sammelt es sich in diesem Zwischenraum.“ Einmal aufgeschwemmt könne das Mauerwerk im Anschluss nicht mehr austrocknen. „Die Feuchtigkeit ist für die Orgelanlage und die Kunstwerke fatal“, so Kahl.

„Das im Juni war ja nicht nur Wasser. Mit dem Wasser kam Schlamm und Dreck, der den Boden bedeckte“, weiß Genet Tefera. Sie betreut die äthiopische Gemeinde und weiß, wie sehr die Schönberger das Denkmal schätzen.

Eine Beseitigung der entstandenen Schäden kostet laut Schätzungen dennoch im fünfstelligen Bereich. „Geld, das in andere Restaurierungsarbeiten besser eingesetzt werden könnte und nicht sein müsste“, so Kahl. Das Geld, das durch Bistum, Gemeinde oder Spenden erst einmal zusammengetragen werden müsse, helfe auch nur zur Schadensbehebung, diene aber nicht der Prävention. „Denn die Situation wird ja irgendwann wieder eintreffen. Die Ursache des Übels bleibt“, so Architekt Kahl.

Auch wenn die Kirche schon immer an kritischer Stelle stand, hatte man das Problem früher zum einen wetterbedingt weniger. Zum anderen führte ein Trennsystem das Oberflächenwasser separat ab. In der Vergangenheit wurde dann ersatzweise ein Mischsystem eingeführt, das alle Wassermengen, ob oberirdisch oder unterirdisch zusammenführt und bei Extremsituationen überlastet scheint.

Der Starkregen Anfang Juni hat auch die Kommunalpolitik alarmiert. KfB und CDU haben zwei Anträge zur Prüfung der Lage gestellt. Präventive Maßnahmen sollen eruiert werden. Sie sind im ersten Moment vielleicht teurer, aber auf die lange Sicht zahlen sie sich sicher aus.

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