Fehlende Bauteile

Das lange Warten an den Bahngleisen

Vor zwei erneuerten Bahnübergängen in Oberbrechen und Niederselters müssen sich die Verkehrsteilnehmer noch bis Mitte Juli auf verlängerte Wartezeiten einrichten. Grund sind fehlende Bauteile. Bis die geliefert und eingebaut sind, übernehmen Bahnübergangs-Posten die Aufgabe.

Vor mehr als einem Jahr, am 24. Mai 2017, war ein Autofahrer (68) auf einem unbeschrankten, aber mit Blinklichtanlage ausgerüsteten Bahnübergang (BÜ) zwischen Nieder- und Oberbrechen mit einem Regional-Express zusammengestoßen und schwer verletzt worden. Bei dem Zusammenprall waren zudem zwei von vier im Auto befindlichen Pekinesen ums Leben gekommen.

Der Übergang an der Strecke Limburg – Niedernhausen, über den auch die „Radrundtour Ems- und Wörsbachtal“ und der Fern-Radweg R 8 führen, wird seitdem von einer mobilen Schrankenanlage gesichert. Sie wird von Bahnübergangsposten bedient. Normalerweise lösen die Züge die Technik bei ihrer Annäherung aus, so dass die Schließzeiten recht kurz gehalten werden können. Bei einer Postensicherung sind die Schranken dagegen wesentlich länger geschlossen, da vor jeder Zug-Durchfahrt Telefonate mit dem Fahrdienstleiter in Limburg zu führen sind, unter anderem zur Bestätigung, dass der Übergang geschlossen ist.

Am Ortseingang von Niederselters gibt es einen zweiten, bislang schon mit Halbschranken gesicherten Bahnübergang, der ebenfalls in den vergangenen Monaten erneuert wurde. Dafür war die Dauborner Straße (K 507) vom 30. April bis 30. Mai, für den gesamten Straßenverkehr gesperrt.

Der Verkehr wurde weiträumig über die B 8, Niederbrechen, L 3022 und Dauborn beziehungsweise in der Gegenrichtung umgeleitet. Eine örtliche Umleitung in Niederselters war nur für Pkw passierbar, da die 2017 erneuerte Bahnbrücke im Verlauf der Hermesbachstraße in den alten Maßen (Höhe 2,9 Meter) neu gebaut wurde.

Obwohl seit Ende Februar 2018 bei beiden Bahnübergängen auf hunderten von Metern neue Kabelkanäle entstanden sind und die neuen Anlagen Ende Mai in Betrieb gehen sollten, werden beide Übergänge nach aktuellem Stand noch bis Mitte Juli von den örtlichen Posten mit mobilen Schrankenanlagen abgesichert. Die fehlenden Komponenten von Siemens sind eingetroffen – jetzt fehlen noch Teile der Firma Thales, damit die Überwachung der neuen Anlagen von dem vor 45 Jahren in Betrieb gegangenen Relais-Stellwerk in Limburg aus erfolgen kann.

Im Gegensatz zum Bahnübergang bei Ennerich, der vor einigen Jahren große Aufmerksamkeit in den Medien gefunden hatte, weil dort den Posten weder eine Aufenthaltsmöglichkeit noch ein WC zur Verfügung gestellt wurde, stehen an beiden Bahnübergängen jeweils Bauwagen und Dixi-Toilette zur Verfügung. Auf der Main-Lahn-Bahn gibt es keine nächtliche Betriebsruhe, die Schichten dauern zwischen zehn und zwölf Stunden.

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