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Georg Diehl an der Nidda Bieber Bissspuren

Mach’s gut, Schorschi!

Langjährige Weggefährten verabschieden sich von Georg Diehl

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Die Nachricht vom plötzlichen Tod Georg Diehls hat viele Menschen im Frankfurter Westen und besonders in seinem Heimatstadtteil Nied bestürzt. Viele langjährige Wegbegleiter haben gestern seine Verdienste gewürdigt.

In den sozialen Netzwerken wurden die ersten Meldungen und der gestrige Artikel dieser Zeitung über den Tod Georg Diehls zigfach geteilt. Viele Nieder Bürger, die Georg, genannt Schorschi, Diehl persönlich kannten, kommentierten die Nachricht erst mit Unglaube, dann mit Bestürzung: Diehl war beliebt, auch weil er immer gerade heraus war und sich nicht verstellte.

Der langjährige Kommunalpolitiker, der großen Sachverstand zu den Gegebenheiten seines Stadtteils an den Tag legte und der so gerne seine Gespräche mit einem manchmal auch nicht ganz stubenreinen Witz begann, wird vielen fehlen.

Susanne Serke (CDU), die Vorsteherin des Ortsbeirats 6, dem Diehl erst als CDU- und dann als FDP-Vertreter angehörte, konnte die Nachricht kaum fassen: „Ich bin traurig und geschockt. Eine Institution in und für Nied, ein Vorgänger von mir als Ortsvorsteher und bis zuletzt ein engagierter Kollege im Ortsbeirat 6 ist von uns gegangen. Du wirst uns fehlen. Ruhe in Frieden, lieber Schorsch.“

Ihr Ehemann Uwe Serke, früher Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat und jetzt Landtagsabgeordneter, hatte ebenfalls eine sehr persönliche Beziehung zu Diehl: „Ich bin erschüttert und sehr traurig. Georg hat sich immer sehr für den Frankfurter Westen eingesetzt. Sowohl der Mensch als auch der Kommunalpolitiker werden mir sehr fehlen.“

Markus Wagner, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat, sagt: „Seine Weise war zuweilen untypisch, weil er oft den direkten Weg suchte, um Anliegen voranzubringen oder Bürgern bei Problemen mit Behörden zu helfen. Dabei kamen ihm seine über die Ehrenämter geknüpften Kontakte zur Hilfe, und er rief einfach den Zuständigen an, statt einen Antrag einzubringen.“ Stadtrat Markus Frank (CDU), seit eigenen Junge-Union-Zeiten mit Diehl gut bekannt und selbst Kind des Frankfurter Westens, sagt: „Der Tod von Georg Diehl ist für uns im Frankfurter Westen ein herber Verlust, Georg Diehl war sehr vielseitig engagiert: als Kämpfer für die Landwirtschaft in unserer Stadt, den Pferdesport, aber auch für Kinder mit Handicap. Georg Diehl wird uns auch mit seiner Spontanität fehlen.“

Michael Stenzel, der Leiter der Panoramaschule in Nied, verliert einen Gönner, der die Förderschule stets unterstützt hat: „Ohne ihn wären viele Projekte der Panoramaschule nicht möglich gewesen; ich erinnere an das Inklusions-Radrennen am 1. Mai oder das Therapeutische Reiten. Außerdem waren wir als Panoramaschule Begünstigte des Polo-Turniers, des Frankfurt Gold Cups.“ Sich für andere einzusetzen, die es nicht so gut hatten, das war Georg Diehl von seinen Eltern Franz und Leni vorgelebt worden: Ortslandwirt Franz Diehl (1923 – 1989), nach dem im Wohngebiet am Ferdinand-Scholling-Ring ein Weg benannt ist, war zeitlebens in vielen Ehrenämtern für seine Mitmenschen engagiert gewesen – wie nach ihm auch Georg Diehl.

„Er war immerzu damit beschäftigt, etwas Gutes zu tun und anderen zu helfen. So fröhlich wie er gelebt hat, werde ich ihn in Erinnerung behalten“, sagt sein Parteifreund Yanki Pürsün, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP im Römer. Die karitative Ader Georg Diehls hebt Dominike Pauli, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Ortsbeirat, hervor: „Ich habe ihn während meines Engagements bei der Lebensmittelausgabe St. Josef als sehr sozial denkenden und handelnden Menschen erlebt, der darum aber kein großes Aufsehen machte. Das hat mich beeindruckt. Und seine pragmatische und bodenständige Art wird uns sehr fehlen.“

Den Pragmatismus lobt auch Uwe Eisenmann, fraktionsloser Ortsbeirat: „Georg war ein Mensch, den man immer fragen konnte. Die Einfachheit seiner Lösungen hat mich immer wieder überrascht.“ „Ein politischer Macher mit fundiertem Wissen ging leider viel zu früh“, sagt auch Diehls Sitznachbar im Ortsbeirat, Bernd Irrgang (BFF).

Martina Feldmayer, Landtagsabgeordnete der Grünen, würdigt Diehl als „Mensch mit Herz und Humor.“ „Ich bin geschockt. Er wird uns allen fehlen“, sagt die Nieder SPD-Stadtverordnete Milkica Romic. Ihre Genossin Petra Scharf, Stadtverordnete, nennt ihn „Nieder Kommunalpolitiker mit eigenem Stil“, der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Roger Podstatny meint: „Er hatte mit seinen öffentlichen Auftritten nicht immer ein glückliches Händchen. Er hat sich immer für den Frankfurter Westen eingesetzt. Deshalb habe ich ihn trotz unterschiedlicher politischer Meinungen geschätzt.“

„Niemand von uns ist in den westlichen Stadtteilen so bekannt und herausragend vernetzt wie Georg Diehl. Gefühlt kannte er einfach jeden“, sagt Arndt-Philipp Seeger, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Ortsgemeinschaft 6 (westliche Stadtteile). Diehls ehemalige Stadtverordnetenkollegin Marion Weil-Döpel (SPD) formuliert es, wie es ihm selbst gut gefallen hätte: „Er war immer für Überraschungen gut – leider auch am Ende . . .“

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