Leia Holtwick (Zweite von rechts), zusammen mit Friede Clausz (Kameramann, von links), Heiner Lauterbach, Sharon von Wietersheim (Regisseurin) und Frank Meiling (Produzent).
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Leia Holtwick (Zweite von rechts), zusammen mit Friede Clausz (Kameramann, von links), Heiner Lauterbach, Sharon von Wietersheim (Regisseurin) und Frank Meiling (Produzent).

Dreharbeiten

Leia Holtwick spielt die Hauptrolle in der neuen Immenhof-Verfilmung

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Dass sie einmal auf einer Kinoleinwand zu sehen sein wird, hätte Leia Holtwick aus Trebur nie gedacht. Doch seit mehreren Wochen steht sie zusammen mit berühmten Schauspielern bei den Dreharbeiten zu der neuen Immenhof-Verfilmung vor der Kamera.

„Leia, kommst du“, ruft Mutter Nicole Holtwick die Treppe hoch. „Ich komme ja“, schallt es von oben herunter. Eben eine ganz normale Familie – die jedoch gerade ein kleines Abenteuer erlebt. In dem spielt die 16-jährige Leia im doppelten Sinne die Hauptrolle.

Angefangen hatte alles, als sie als 14-Jährige mit ihren Eltern Urlaub auf Ibiza machte, erzählt Leia. „Wir waren in einem kleinen Souvenirladen, irgendwo im Nirgendwo“. Eine Frau beobachtete sie über einen längeren Zeitraum. „Ich dachte nur: ‚Was will die von mir‘“, erinnert sie sich.

Die Frau war ein russisches Model und Model-

scout und empfahl Leia zwei Agenturen. Die Familie entschied sich jedoch für eine andere Agentur aus München, die Leia langsam aufbauen wollte. Danach folgten einige kleinere Jobs und Probe-Shootings. Diese Agentur war es dann auch, die Leia als Hauptrolle für die Filmproduktion „Immenhof“ vorschlug. „Als ich die Mail bekam, dachte ich erst, dass das ein Fehler sein müsste“, sagt Nicole Holtwick. War es aber nicht: Leia nahm mit der Hilfe ihrer Mutter ein Casting-Video zusammen mit dem Familienpferd Caty auf und schickte es an die Modelagentur. „Ich war natürlich glücklich, aber dachte auch, dass ich die Rolle bestimmt nicht bekommen werde, weil ich keine Schauspielerfahrung habe“, sagt Leia.

Doch drei Tage später wird sie für ein persönliches Casting in München eingeladen und bekommt am selben Tag die Zusage für die Hauptrolle der Lou an der Seite von Heiner Lauterbach und Max von Thun. „Die Regisseurin sagte, dass Leia das Beste sei, was sie seit gefühlten 2500 Castings gesehen hätte“, sagt Nicole Holtwick.

Dann geht alles sehr schnell: Schon einen Monat nach dem Casting beginnen die Dreharbeiten der deutsch-belgischen Produktion. Nicht nur für die Tochter aufregend, sondern auch für die Familie: Denn die Immenhof-Filme wurden immer regelmäßig geschaut. Das ist Familientradition, betont Nicole Holtwick. .

„Am Set ist es mehr warten als drehen“, beschreibt Leia die Dreharbeiten. Sie steht morgens zwischen 7 und 10 Uhr auf, dann geht es ans Set. „Ich frühstücke erst, dann geht es in Maske und Kostüm. Anschließend werde ich verkabelt und dann drehen wir“, sagt sie. Das wiederholt sich jeden Drehtag, und in den Drehpausen macht sie „Quatsch“ mit dem Filmteam. Für Leia eine aufregende Zeit, betont sie. Denn sie lernt gerade viele neue Leute und Orte kennen. „Ich hätte niemals gedacht, dass es in Deutschland so schön ist“.

So kann sie auch mal zehnstündige Drehtage aushalten. Für Leia ist es sowieso weniger Arbeit und mehr Erfahrungen sammeln. „Ich möchte alles, was ich erlebe, aufsaugen. Man weiß nie, ob man so eine Chance wieder bekommt im Leben“, sagt sie.

An den Wochenenden kann sie sich zu Hause entspannen, obwohl es natürlich dort etwas langweiliger ist als am Set. Noch ungefähr drei Wochen lang wird gedreht, dann führt die Nationalkader-Athletin wieder ihr normales Leben – kommt in die elfte Klasse der Gustav-Heinemann-Schule, trifft sich mit Freunden und wird wieder regelmäßig beim TV Groß-Gerau trainieren.

Wenn alles gut läuft, geht es jedoch bald weiter mit dem Abenteuer, denn die Rolle sei auf drei Filme ausgelegt. „Gedreht wird in der Ferienzeit, da ist das Team sehr familiär ausgelegt.“ Denn der Fokus liege bei Leia jetzt erst mal auf dem Abitur, betont Mutter Nicole. Auf den fertigen Film freut sich Leia, aber es wird ungewohnt sein, sich selbst auf der Leinwand zu sehen.

Beruflich will Leia später auch etwas im kreativen Bereich machen. Abgesehen von der Schauspielerei, wäre Schriftstellerin ihr Traumberuf.

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