Karlheinz Beck aus Lindenholzhausen ist 100 Jahre alt. Foto: Koenig
+
Karlheinz Beck aus Lindenholzhausen ist 100 Jahre alt. Foto: Koenig

Der 100-Jährige

  • vonJohannes König
    schließen

Von Dortmund über Berlin, Frankfurt und Eschborn nach Lindenholzhausen: Karlheinz Beck feiert am heutigen Donnerstag seinen 100. Geburtstag.

Ein ganzes Jahrhundert hat Karlheinz Beck aus Lindenholzhausen erlebt. Denn heute feiert der gebürtige Dortmunder im Kreis seiner Familie seinen 100. Geburtstag.

Nach Lindenholzhausen ist er vor zehn Jahren zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Frau gezogen. Ein Sohn lebte in der Region. Zuvor hatten die Eheleute insgesamt rund 60 Jahre in Frankfurt-Nied und Eschborn gewohnt.

Aufgewachsen ist der Jubilar allerdings in Berlin. Der Vater hatte sich früh scheiden lassen, sodass Karlheinz Beck zusammen mit seiner älteren Schwester von der alleinerziehenden Mutter großgezogen wurde. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen und musste, um die Miete bezahlen zu können, zwei ihrer drei Zimmer untervermieten. Nach einer kaufmännischen Lehre meldete sich der Jubilar freiwillig zur Luftwaffe. Als Pilot wurde er 1940 mit seinem Bomber über England abgeschossen und verbrachte den Rest des Krieges in kanadischer Kriegsgefangenschaft. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, erinnert er sich.

Gerne wäre er auch in Kanada geblieben, aber es war noch zu früh, die Wunden waren noch nicht vernarbt. So ging es 1947 zurück nach Berlin, wo er zuerst als Buchhalter arbeitete, bevor es dann 1951 zur Flugsicherung ging. Als Fluglotse arbeitete er unter anderem in Berlin-Tempelhof, in Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und dann schließlich bis zur Pensionierung 1975 am Frankfurter Flughafen. Es folgten Tätigkeiten bei einem Steuerbüro und im Autohandel.

Den eigenen Haushalt führt Karlheinz Beck immer noch weitgehend selbst. Altersbedingt lassen natürlich verschiedene Fähigkeiten allmählich nach. „Früher war ich ruckzuck mit dem Kreuzworträtsel fertig, jetzt dauert das länger.“ Und auch die Geschmacksnerven funktionieren nicht mehr so wie früher, mit der Folge, dass das Essen inzwischen fast nur noch gleich schmeckt. Auch das Hören ist eingeschränkt, wenn mehr als drei Leute im Raum miteinander sprechen, verstehe er nichts mehr. Daher bittet der Jubilar, von Besuchen und Gratulationen zu seinem Geburtstag abzusehen.

(koe)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare