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Mit 1425 PS durch die Lüfte

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Der Viperjet von Andreas Bietz (51) schafft bis zu 350 Stundenkilometer.
Der Viperjet von Andreas Bietz (51) schafft bis zu 350 Stundenkilometer. © Kerstin Kaminsky

Air-Show, Rundflüge, Fallschirmspringen – Tausende kamen zum Flugtag auf dem Flugplatz Ailertchen.

Für Martin Gräf scheinen die Gesetze der Gravitation keine Bedeutung zu haben, wenn er mit seiner knallroten „Christen Eagel“ durch den Himmel tanzt. Der Kunstflieger Gräf gewann im vergangenen Jahr die deutsche Nationalmeisterschaft und zeigte sein Können als Überraschungsgast beim Tag der offenen Tür des Flugsportvereins „Glück auf“ in Ailertchen.

Mehr als 2000 Gäste nahmen über das Pfingstwochenende die Gelegenheit wahr, den Luftakrobaten bei ihren atemberaubenden Shows zuzusehen – eine Herausforderung für Mensch und Maschine. „Bei manchen Figuren entwickeln sich Fliehkräfte von bis zu 7 G – ohne Training würde einem dabei schwarz vor Augen“, sagt Sascha Riedel, der Vizevorsitzende des Vereins. Für den Kunstflug steige Martin Gräf mit seinem Doppeldecker auf eine Höhe von 5000 Fuß an; das sind etwa 1500 Meter, erklärt er.

„Wahnsinns-Motor“

Seine Flugakrobatik zeichne sich durch große Harmonie aus und dauere rund sechs Minuten, wobei die Maschine pro Figur etwa 100 Fuß an Höhe verliere. In diesen wenigen Minuten würden 20 bis 30 Liter Spezialbenzin verbraucht.

Auch der Bad Camberger Toni Eichhorn in seiner 1425 PS starken T 28 begeisterte das Publikum mit seinen kühnen Schrauben, Loopings und Sturzflügen. „Schon das Anlassen dieses Wahnsinns-Motors ist eine Sensation für sich“, schwärmte Lutz Möckel, der als Moderator durch das Programm führte. Der 76-Jährige ist bereits seit 50 Jahren Mitglied im Flugsportverein „Glück Auf“ und kennt sich mit der Technik bestens aus. „Die unglaubliche Stärke der „T 28“ kommt aus einem Sternmotor, bei dem die Zylinder sternförmig um die Kurbelwelle herum angeordnet sind“, erklärt der Fachmann. Überaus bedauerlich fand er, dass Walter Eichhorn mit seiner 1942 erbauten „T 6“ krankheitsbedingt nicht starten konnte und dass auch Josef Bertram absagen musste.

Für André Torster (25) aus Berzahn wird der Tag in Ailertchen unvergesslich bleiben. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er einen Tandem-Fallschirmsprung gewagt. „Ich dachte, dass ich mehr zögern würde. Aber als es dann soweit war, bin ich einfach gesprungen.“ Nachdem eine gewisse Fallgeschwindigkeit erreicht worden sei, habe es sich plötzlich angefühlt, als würde er von einem Luftkissen getragen, beschreibt er das Gefühl. Und dann sei es einfach nur grenzenlos schön, so die Welt von oben zu betrachten.

Höhenangst vergessen

Ähnlich empfanden es Kerstin Hüsch aus Wahlrod, die ihrem Mann Frank zum Geburtstag einen gemeinsamen Hubschrauber-Rundflug geschenkt hatte. „Wir sind ganz nah über unser Dorf geflogen. Ich konnte sogar unser Haus fotografieren“, strahlt sie. Viele Menschen hätten etwas Höhenangst, wenn sie den Helikopter besteigen, erklärte der Pilot. Doch die sei in der Regel bald vergessen, sobald sie merkten, wie sanft und ruhig sich der Drehflügler durch die Luft bewegt.

Auch Kapitäne von Modellflugzeugen konnten ihre Flugkünste am Himmel beweisen. Einer von ihnen war Andreas Bietz aus Haiger. Der 51-Jährige besitzt mehr als 60 Flieger und wurde schon als kleiner Junge von seinem Vater an dieses Hobby herangeführt. Sein bei der Flugshow präsentierter Viperjet hat eine Spannweite von 2,25 Meter und schafft bis zu 350 Kilometer pro Stunde. „Das Modell hat echte Turbinen und es wird mit echtem Kerosin betankt“, hob Bietz hervor. Fast ein Jahr habe er an dem Flieger gebaut und etwa 7000 Euro in ihn hineingesteckt.

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