Florian Fillbachs Weg in die AfD – Ein Porträt

19-Jähriger strebt in den Landtag

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19 Jahre, Abiturient, jüngster Landtagskandidat und Direktkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) im Wahlkreis 7 Diez-Nassau. Wie kam es dazu? Die Nassauische Neue Presse stellt die sieben Direktkandidaten in loser Reihenfolge vor. Heute Florian Fillbach aus Heistenbach.

Der Nachwuchs-Politiker sieht sich als Alternative zu den im Landtag sitzenden Berufspolitikern der Altparteien. Mit vernunftorientierter Politik und Verstand statt Ideologie will er die Interessen des Wahlkreises im Landtag vertreten. Auf der Landesliste der AfD ist er nicht vertreten.

„Politisch war ich schon immer interessiert, konnte aber im bestehenden Parteiensystem keine Partei auffinden, welche meine Interessen richtig vertritt“, sagt Florian Fillbach, der im März sein Abiturzeugnis in Empfang nehmen und dann eine Ausbildung zum Dachdecker beginnen will, die mit einem Studium im wirtschaftlichen Bereich verknüpft ist. Daher verfolgte er die Neugründung der AfD aufmerksam und entschloss sich, zu einem Stammtisch der jungen Partei zu gehen. Begeistert von der Vorstellung, beim Programmfindungsprozess mitwirken zu können, wurde er im Februar 2014 Mitglied der AfD und engagierte sich von Beginn an mit großer Freude. Ende 2014 wurde er vom bis dahin bestehenden Kreisvorstand kooptiert und lernte somit die Vorstandsarbeit und die damit verbundenen Verpflichtungen kennen. Um auch die Jugend aktiv ansprechen zu können, gründete er mit einigen anderen Parteifreunden den Regionalverband „Mittelrhein-Westerwald“ der Jungen Alternative. Nach der Abspaltung des „Weckrufes“ von der AfD übernahm Fillbach die Verantwortung für den Kreis als Kreiskoordinator. Im Oktober 2015 wurde er zum Direktkandidaten für den Wahlkreis 7 gewählt, wenig später zum stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Alternative Rheinland-Pfalz.

So haben sich einige Kernthemen für den jungen Politiker, der ansonsten Motorradfahren und Musik (er spielt in einer kleinen Band Keyboard) zu seinen Hobbys zählt, herauskristallisiert. Für ihn geht es vorrangig um direkte Demokratie. Die Forderungen hierzu sind:

Volksentscheide als Korrektiv zur Parteienherrschaft

Für wirksame Volksentscheide auf allen Ebenen

Direkte Demokratie in Rheinland-Pfalz stärken

Kommunale Bürgerentscheide erleichtern

Transparenz und Bürgerbeteiligung schaffen.

Die Bildungspolitik ist für Florian Fillbach ein weiterer entscheidender Punkt. Im methodisch-didaktisch und inhaltlich reformierten Schulsystem müsse eine hohe Durchlässigkeit der einzelnen Schulformen gewährleistet sein und die Förderung besonders begabter, jedoch auch benachteiligter Kinder möglich sein. Seine Forderung: Aufstockung der Lehrerzahl mit besserer Aus- und Weiterbildung der Pädagogen, Sanierung der schulischen Bausubstanz und Investitionen in moderne Lehrmaterialien. In Ganztagsschulen dürfe nicht nur eine reine Betreuung angeboten werden, die Förderung von Begabungen der Kinder sei in den Vordergrund zu stellen, so Florian Fillbach.

Er fordert, das duale Studium zu forcieren, und er wendet sich gegen eine Überakademisierung. „Die Wertschätzung der klassischen Handwerksberufe muss wieder in die Köpfe gerufen werden.“

Ein Dorn im Auge sind Florian Fillbach die kaputten Straßen im Rhein-Lahn-Kreis sowie die defizitäre Infrastruktur allgemein im ländlichen Raum. Erhalt und Ausbau der Verkehrsnetze müssten vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang fordert er zusätzliche Rheinbrücken.

Zur Flüchtlingsproblematik: Die momentan betriebene chaotische Asylpolitik ist zu stoppen, fordert Fillbach. Der Missbrauch des Asylrechts und die Betätigung von Menschenhändlern und Schleusern müssten konsequent bekämpft werden.

Die Außengrenze Europas sei wirksam gegen illegale Einwanderung abzusichern. Asylberechtigte müssen nach einem fairen Verfahren auf ganz Europa verteilt, Verfahren beschleunigt und abgelehnte, kriminelle und extremistische Asylbewerber umgehend abgeschoben werden.

(tam)

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