Sich in das Rotkäppchen oder den bösen Wolf verwandeln - das geht dank der Fotowand im Märchenwald.
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Sich in das Rotkäppchen oder den bösen Wolf verwandeln - das geht dank der Fotowand im Märchenwald.

Freizeitspaß

Aar-Einrich: Viele Besucher bei Rotkäppchen und Co.

  • vonMariam Nasiripour
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Der Märchenwald war im Corona-Jahr ein beliebtes Ausflugziel für Daheimgebliebene

Burgschwalbach -Schon am Eingang wird man von einem Hauptmann, seinem Diener und zwei Gespenstern begrüßt. Der Märchenwald in Burgschwalbach liegt in der idyllischen Aar-Gemeinde in unmittelbarer Nähe zur Burg und versprüht einen besonderen Zauber. Auf dem weitläufigen Gelände errichtete der Heimatverein Burgschwalbach einen großen Spielplatz für Kinder, mit dem Thema Märchen, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Platz zieht. "Der Heimatverein wollte damit ein Highlight für die Kinder der Region setzen", sagt der erste Vorsitzende Stefan Hoffmann.

Schaukel, Wippe, eine kleine Burg und ein Schiff sind nur einige der Spielgeräte im Märchenwald. Außerdem stehen auf dem Gelände drei Hütten, die von Besuchern für verschiedene Anlässe gebucht werden können. "Hier werden häufig Kindergeburtstage gefeiert", erzählt Torsten Jensen, einer der Beisitzer des Vereins. Aber auch Kindergartengruppen gehören zu den regelmäßigen Besuchern und Nutzern des Märchenwaldes.

Überall sind entweder Märchenfiguren aufgestellt oder als Bemalung zu sehen. Außerdem hängen an vielen Stationen Auszüge aus verschiedenen Märchen, zum Vorlesen. "Es gibt auch Infotafeln, auf denen Wissenswertes über den Wald und die Natur steht, wie keinen Müll auf den Boden werfen", berichtet Beisitzer Carsten Wichert. Der Besuch des Märchenwaldes und die Nutzung der Spielgeräte ist kostenlos. Ebenso die Nutzung der Hütten sowie ihre Reservierung für Feierlichkeiten.

Verein finanziert sich durch Spenden

Gepflegt und gewartet wird der Märchenwald vom Heimatverein Burgschwalbach. Die Mitglieder kümmern sich um die Instandhaltung sowie Reparatur der Spielgeräte und räumen das Laub weg. Die Arbeit des Vereins wird durch Spenden finanziert. Aus diesem Grund sei der Verein immer auf Spenden angewiesen, so der Erste Vorsitzende. Außerdem seien neue Mitglieder, die gerne mithelfen und anpacken wollen, immer willkommen.

Errichtet wurde der Märchenwald zusammen mit der Gründung des Heimatvereins Burgschwalbach 1962. Sukzessive sei der Spielplatz gewachsen und immer neue Spielgeräte kamen im Laufe der Jahre hinzu. Die erste Veranstaltung war die Ostereiersuche 1964. Sie ist seit dem ein fester Punkt im Veranstaltungskalender des Märchenwaldes. Ein Jahr zuvor wurde die erste Hütte errichtet. Ende der 1970er Jahre bekam der Märchenwald Wasser und Stromanschluss. 1989 wurde die zweite Hütte aufgebaut.

2012 feiert der Heimatverein sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Festakt im Märchenwald. Zwei Jahre später erhält der in die Jahre gekommene Märchenwald eine Grundsanierung. Erneuert wurden Seilbahn, Sonnensegel und Schaukelwippe. Das Piratenschiff erhält eine Grundsanierung und alle Holzteile im Märchenwald einen Schutzanstrich mit geprüfter Holzschutzfarbe. 2017 gibt es dann einen Generationenwechsel im Heimatverein und Stefan Hoffmann wird zum neuen Vorsitzenden gewählt. Im Oktober desselben Jahres wird ein neues Spielgerät, der "Fliegende Teller", aufgestellt.

Veranstaltungen sind ausgefallen

Zu den festen Veranstaltungen im Kalender des Heimatvereins gehören, neben der Ostereiersuche, auch das Sommerfest. "Die Ostereiersuche wird aber seit Jahren nicht mehr vom Heimatverein veranstaltet. Wir haben es an den Freundeskreis Burgschwalbach abgegeben", erklärt Stefan Hoffmann. Bis vor einigen Jahren nahm der Märchenwald auch am "Erlebnistag im unteren Aartal" teil, der immer am 3. Oktober von der Verbandsgemeinde organisiert wird. Das Event wurde jedoch wegen zu wenig Resonanz aus dem Kalender gestrichen.

Allerdings fielen 2020 sowohl die Ostereiersuche als auch das Sommerfest wegen Corona ins Wasser. "Die Veranstaltung war mit den vorgeschriebenen Vorgaben nicht umsetzbar", erklärt Hoffmann die Absagen. Wie es 2021 weitergehen wird, sei noch unklar, so Jensen. Aber beide Events seien bislang noch nicht abgesagt. Man wolle die Entwicklung der Pandemie abwarten.

Auf die Frage welche Auswirkungen die Pandemie auf den Märchenwald hatte, antwortete der Erste Vorsitzende: "Hier war die Hölle los." Während des ersten Lockdowns war auch der Märchenwald gesperrt. Aber schon direkt nach der Öffnung im Mai/Juni habe der Heimatverein einen Besucheransturm registriert. "Im Sommer ist es hier richtig angenehm. Es ist nicht sehr heiß und die Bäume spenden Schatten", erläutert Torsten Jensen.

Neben den Hüttenreservierungen seien auch viele Besucher einfach so vorbei gekommen. "Wir waren mit unseren Familien sonntags auch gern hier oben. Man bringt seinen Picknickkorb mit und kann ein paar schöne Stunden verbringen", erinnert sich Carsten Wichert. Der Märchenwald sei ideal für alle, die nicht in den Urlaub fahren, aber den eigenen vier Wänden entfliehen wollen. Auch das kalte und regnerische Wetter scheint die Besucher nicht abzuschrecken. Am Montag nach den Weihnachtsfeiertagen spazierten viele Familien mit Kindern durch den Märchenwald.

Im vergangenen Jahr konnte der Heimatverein etwa 20 000 Besucher verbuchen. "Das waren nur die Besucher, die eine Hütte reserviert haben. Die Gesamtzahl der Besucher des Märchenwaldes dürfte mindestens doppelt so hoch gewesen sein", fügt Jensen hinzu.

Wer sich gerne beim Heimatverein Burgschwalbach einbringen möchte, kann sich unter www.heimatverein-burgschwalbach.de informieren und Kontakt aufnehmen.

Die Reparatur des Schiffes ist eine der größeren Aufgaben, die in diesem Jahr anstehen.
Der Nachbau einer Burg versprüht einen besonderen Charme und versetzt die Kinder in eine andere Welt.

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