Die Burg Schwalbach wird weiter saniert - das Land Rheinland-Pfalz investiert weitere 4,1 Millionen Euro.
+
Die Burg Schwalbach wird weiter saniert - das Land Rheinland-Pfalz investiert weitere 4,1 Millionen Euro.

Burg wird saniert

Aar-Einrich: Weitere 4,1 Millionen Euro für die Burg

  • VonChristopher Kahl
    schließen

Die Sanierung geht in die nächste Runde

Burgschwalbach -Nachdem 2006 Zinnen aus der Ringmauer der Burg Schwalbach herausgebrochen waren, wurde das Bauwerk erst einmal eingerüstet - um das Gebäude zu sichern und zu untersuchen. Seit 2011 wird die Burg umfangreich saniert und der Zugang ist für die Öffentlichkeit versperrt.

Auf Initiative von Landtagsmitglied Jörg Denninghoff (SPD) gab es am vergangenen Montag eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE), des Finanzministeriums und des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) aus Diez. Landrat Frank Puchtler (SPD) hatte das Ministerium der Finanzen um einen aktuellen Sachstand im Hinblick auf die Fortsetzung der Restaurierungsarbeiten an der Burg gebeten.

"Die im 14. Jahrhundert von den Grafen zu Katzenelnbogen errichtete Burg Schwalbach wurde in bisher vier Bauabschnitten saniert", informierten die Vertreter vom Finanzministerium. Rund 8,3 Millionen Euro investierte das Land Rheinland-Pfalz bisher in die substanzerhaltende Sicherung, in die Instandsetzung und in die denkmalgerechte Sanierung des Mauerwerks von Ringmauer und Gebäuden. Für den fünften Bauabschnitt hat das Land weitere 4,1 Millionen Euro im Landeshaushalt 2022/2023 bereitgestellt. "Dies bildet damit den Abschluss der umfassenden Sanierungsarbeiten an der Burganlage, verbunden mit einer Verbesserung der Infrastruktur."

2023 soll der fünfte Abschnitt beginnen

Nach dem kürzlich erteilten Bauauftrag des Finanzministeriums laufen beim Landesbetrieb LBB in Diez aktuell die Ausführungs- und Detailplanungen, auf deren Basis die Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr ausgeschrieben werden - wie Kerstin Neeb vom LBB erklärte.

"Beginnend im Jahr 2023 werden die natursteinsichtigen Fassaden des Palas (Saalbau) und des Torhauses (Pächterhaus) mit Tordurchfahrt und Ringmauern denkmalgerecht saniert", so Neeb weiter. "Diese Bereiche werden statisch gesichert und oberflächensaniert." Die Arbeiten umfassen Maßnahmen an den Außenmauern, Brustwehren, den Bogenfries-Ornamenten der Fassaden, an Mauerkronen und Zinnen. Die Naturschiefer-Eindeckungen des Palas werden saniert und Teile des Pächterhauses zurückgebaut. Im gleichen Zuge erhält die Burganlage leistungsfähigere Leitungssysteme (Stichwort "Medienführung") für Strom, Gas, Trink-, Lösch- und Abwasser sowie für Telefonie und Internet. "Der Abschluss der Arbeiten ist für 2025 geplant", erläuterte Neeb.

Während der Planungs- und Vorbereitungsphase im kommenden Jahr sollen Teile der Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. "Es ist vorgesehen, in enger Abstimmung zwischen der GDKE und der Ortsgemeinde Burgschwalbach an einigen Wochenenden - oder auch zu besonderen Anlässen - die bisher durchgeführten Maßnahmen vorzustellen und über die weiteren Arbeiten ab 2023 zu informieren", gab Dr. Angela Kaiser-Lahme, Direktorin Burgen, Schlösser, Altertümer der GDKE bekannt.

"In den Bauabschnitten wurden bereits große Teile der komplett umlaufenden Ringmauer, der rund 40 Meter hohe Bergfried (Wachturm) mit Schildmauer, Torbogen und Torzwinger, die zur Kernburg zählenden Wirtschaftsgebäude Ost und West, der Westbau und die Kapelle einschließlich des Kellergewölbes unter dem Westbau sowie die beiden in die Ringmauer integrierten Türme (Ostturm und der sogenannte 'Gefängnisturm' im Westen) saniert", so Kerstin Neeb. Ertüchtigt wurden auch die Stütz- und Hangmauern an dem steilen Felssporn, auf dem die Anlage steht.

"Außenarbeiten an historischen Mauern sind, unter anderem wegen der Verwendung von denkmalgerechtem Kalkmörtel und -putz, stark von Wetter und Temperatur abhängig. Während der Wintermonate müssen die Arbeiten daher pausieren", äußerten sich Neeb und Kaiser-Lahme abschließend gemeinsam und warben um Geduld bei der Bevölkerung. Nach dem fünften Bauabschnitt erfolgt eine weitere Maßnahme zur Erschließung der Gastronomie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare