Anerkennung für Arbeit der Behindertenwerkstätten

Werkstätten für behinderte Menschen sollen es Gehandicapten ermöglichen, am Arbeitsleben teilzuhaben. In Rotenhain gibt es eine solche Werkstätte. Der SPD-Landtagsabgeordnete Hendrik Hering sprach mit den Verantwortlichen über die Vorwürfe, die der Landesrechnungshof aufgelistet hat.

Die Kassenprüfer des Landesrechnungshofes kritisierten die Finanzierung der Werkstätten in Rheinland-Pfalz und erachten sie als ungerechtfertigt hoch. Unterm Strich gebe Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Ländern hier zu viel Geld aus: Im Länderdurchschnitt führe dies rechnerisch zu Mehrausgaben des Landes und der Kommunen von mehr als 30 Millionen Euro. Deshalb wollte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Hendrik Hering ein eigenes Bild machen und besuchte die Caritas-Werkstatt in Rotenhain.

Frank Keßler-Weiß, der Direktor des Caritasverbands Rhein-Lahn, wies die Vorwürfe als „oberflächlich“ und „in der Konsequenz nicht zu Ende gedacht“ zurück. Keßler-Weiß: „Der Bericht ist irreführend, weil er suggeriert, dass 30 Millionen Euro in den rheinland-pfälzischen Behindertenwerkstätten versickern würden, und niemand wisse, wohin. Das ist aber schlicht und ergreifend falsch.“

Erwin Peetz, Abteilungsleiter der Caritas-Werkstätte, ergänzte, dass in den Sätzen auch die Beförderungskosten und die Sozialversicherungsbeiträge im Tagessatz eingepreist sind: „In anderen Bundesländern werden diese Kosten separat abgerechnet. Hier muss man bei einem korrekten Vergleich weitere Aspekte und Parameter hinterfragen.“

Der Bericht des Rechnungshofes sei auch ein Frontalangriff auf die Personalausstattung in der Werkstätte. Mehr Personal, das aus den genannten Gründen nötig sei, garantiere eine individuellere und differenziertere Förderung. „Ohne die Personalressourcen wären viele Dinge nicht mehr möglich, die heute selbstverständlich in rheinland-pfälzischen Werkstätten sind“, so der Betriebsleiter in Rotenhain, Günter Keßler. Selbstverständlich seien auch Kontrollen gegeben: „In regelmäßigen Sitzungen mit dem Thema Tätigkeit und Hilfsplanung wird allen Beteiligten Rechenschaft abgelegt“, erörterte Gabriele Becker vom Sozialdienst in Rotenhain.

Hendrik Hering fasst seinen Eindruck auch nach dem Besuch zusammen: „In den Werkstätten für behinderte Menschen wird seit Jahrzehnten sehr gute Arbeit geleistet von den Beschäftigten und von den Leitungspersonen sowie Betreuern. Die berufliche Teilhabe und die Eingliederung von Menschen mit Behinderung funktioniert in Rheinland-Pfalz gut.“ Damit erführen die Menschen, die wegen der Art und Schwere ihrer Behinderung keiner Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen können, Anerkennung und Wertschätzung.

Die SPD-Fraktion stehe an der Seite der Betriebe der Eingliederungshilfe. Die SPD nehme die Hinweise des Rechnungshofes dennoch ernst und suche deshalb das Gespräch.

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