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Auch im Winter ein Auge auf die Technik

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Die beiden Bademeister Peter Schütz (links) und Matthias Faust müssen die 315 Filterpatronen im Technikraum des Elzer Schwimmbads einzeln ausbauen und reinigen.
Die beiden Bademeister Peter Schütz (links) und Matthias Faust müssen die 315 Filterpatronen im Technikraum des Elzer Schwimmbads einzeln ausbauen und reinigen. © aic

Wenn die Schwimmbäder geschlossen sind , wird hinter den Kulissen gearbeitet

Sonnenbaden und Schwimmspaß unter blauem Himmel sind vorbei. Statt Badesaison ist jetzt Zeit für Wanderungen im Herbstwald. Trotzdem sind die Schwimmbäder nicht verwaist. Je nachdem sind die Mitarbeiter der Gemeinden oder der beauftragte Bäderservice hier noch fleißig an der Arbeit. Zum Beispiel das Team von Andreas Gravelius. Der Bäderservice hat seinen Sitz am Baggersee in Diez und betreut den größten Teil der Freibäder in der Region, darunter den Baggersee und die Freibäder Elz, Hadamar, Frickhofen, Westerburg, Weinbach, Wolfenhausen und Weilmünster. In all diesen Bäder werden die Becken und das gesamte Umfeld zur Zeit winterfest gemacht.

Dazu gehört es, die schwarzen Eisdruck-Polster an den Seiten des Beckenkörpers zu befestigen. Auch das Wasser selbst fungiert als Schutz vor der Witterung. Also bleibt es bis zum Frühjahr stehen. Natürlich werden die technischen Anlagen außer Betrieb genommen. Jedes Schwimmbad hat eine andere Aufbereitungsanlage, daher müssen für die Filterreinigung ganz unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden. In Elz haben die beiden Bademeister Peter Schütz und Matthias Faust beispielsweise in den letzten Tagen die 315 Filterkerzen der geschlossenen Anströmfilteranlage mit dem Dampfstrahler gereinigt.

Der letzte Rasenschnitt steht an, die heruntergefallenen Blätter auf den Liegewiesen müssen entsorgt und das Laub aus den Überlaufrinnen entfernt werden. Auch die Bänke dürfen nun in den Winterschlaf. Wenn alles vorbereitet ist, kann die kalte Jahreszeit kommen. Dann geht es in den Bädern gemächlicher zu. Allerdings schauen die Fachleute spätestens alle 14 Tage in den Bädern vorbei. Bei Frost sind diese Kontrollgänge aber in kürzeren Abständen - damit keine Leitung platzt. "Wir haben in der Winterzeit immer ein Auge auf Technik, aber auch den gesamten Schwimmbadbereich", berichtet Gravelius, der 1997 mit Birlenbach sein erstes Schwimmbad übernahm und inzwischen viel Erfahrung zurückblicken kann.

Wasser wird im

März abgelassen

Nach den Wintermonaten überprüfen dann die Bauhöfe der Gemeinden ihre Bäder auf Schönheitsfehler und sorgen für die notwendige Camouflage. Außerdem werden alle anderen Vorbereitungen getroffen, um die Schwimmbäder wieder fit und sonnenschön zu machen. Die Arbeiten beginnen oft bereits im März mit dem Ablassen des Wassers. Das Becken wird abgedampft und mit Spezialmitteln gereinigt. Die neue Badesaison startet dann fast immer wieder Mitte Mai. "Und dann", so wünscht nicht nur Andreas Gravelius, "ist die Pandemie-Situation hoffentlich so im Griff, dass das Schwimmvergnügen wieder unkompliziert ist."

Sein Resümee in diesem Jahr war leider nicht so erfreulich. "Das war so ziemlich die schlechteste Saison, die wir je hatten", bedauert er. "Erstens hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, so richtig schön war es eigentlich nur im Juni." Dazu kamen die Corona-Auflagen mit deutlichen Mehrkosten, begrenzter Besucherzahl und teilweise enormem personellen Mehraufwand. Der entstand zum Beispiel durch die durch zusätzlichen Kontroll- und Aufsichtsfunktionen. Da mussten Kontaktformulare ausgefüllt und Luca-Apps überprüft sowie die Nasszellen-Bereiche und Geländer des Beckens, aber auch die Einstiegsleitern und Rutschen kontinuierlich gereinigt und desinfiziert werden - um nur einige der Zusatzaufgaben zu nennen. "Allerdings war Elz von der Besucherzahl etwas besser als die anderen", berichtet der Bäder-Spezialist. "Das lag sicher zum einen am Ferienpass der Gemeinde, zum anderen aber auch an der hohen Unterstützung durch die DLRG. Trotz der hohen Auflagen haben die Bademeister überall versucht, die Freude am Schwimmbadbesuch zu erhalten. Gerade an den Tagen mit geringer Auslastung konnten die Kinder auch einmal die Rutsche oder andere Spielgeräte nutzen. "Das mussten wir je nach Besucherzahl individuell gestalten", berichtet Andreas Gravelius. Er blickt mit Besorgnis in die Zukunft, nicht zuletzt auch, weil es schwer geworden ist, qualifiziertes Personal zu bekommen.

Neue Heizung

in Frickhofen

Aber jetzt geht der Blick erst einmal nach vorne: Glücklicherweise stehen in diesem Jahr in den Bädern keine großen baulichen Maßnahmen an. In Frickhofen wurde in den letzten Wochen bereits eine neue Gasheizung eingebaut und bereits in Betrieb genommen. In Elz werden weitere Solarmatten auf dem Dach erneuert. Und dann heißt es nur noch Daumen drücken, dass Petrus im nächsten Jahr für einen besonders sonnigen Sommer sorgt.

anette in concas

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