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Symbolbild

Illegale Entsorgung

Bauschutt und alte Möbel: Müll an A3 Raststätte sorgt für Riesenärger

Müll zu entsorgen ist teuer. Da liegt es für manchen Umweltsünder nah, seine Abfälle einfach "irgendwo" hinzukippen - zum Beispiel neben die Bad Camberger Autobahnraststätte. Keine gute Werbung für eine Kurstadt, meint Dietrich Kleist. Die Stadt sieht ein generelles Problem.  

Bad Camberg - Benutzte Windeln, große Haufen Bauschutt, kaputte Möbel, alte Elektrogeräte sowie jede Menge Plastik und sogar volle Ölkanister liegen aktuell unmittelbar neben der Bad Camberger Autobahnraststätte. Viele Pendler, Touristen und Anwohner benutzen die betroffene Landstraße 3013, um auf die A3 zu kommen. Diese führt an der Raststätte und auch an der illegalen Müllhalde vorbei. Bisher wurde nichts unternommen, um den Unrat zu beseitigen.

"Der Abfall wird täglich von sehr vielen Menschen gesehen. Das ist keine gute Werbung für die Kurstadt Bad Camberg", sagt Dietrich Kleist aus Dauborn. Er beobachte seit über einem Jahr mit großer Sorge den stetig wachsenden Müllberg. "Niemand scheint sich für die Entsorgung verantwortlich zu fühlen. Ich habe bereits mit Mitarbeitern von Hessen Mobil geredet. Sie erklärten mir, dass die Beseitigung des Unrats nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle", berichtet der pensionierte Lehrer.

Raststätte an der A3: Lösung scheint ganz einfach

Vor Kurzem konnte Kleist den Anblick nicht mehr ertragen und entschied sich, die Polizei einzuschalten. "Die ermitteln jetzt, um herauszufinden wer für die Verschmutzung verantwortlich ist", sagt der Dauborner.

Die ganze Welt rede über den Klimaschutz, aber gegen solche offensichtliche Umweltschädigung unternehme man nichts, moniert Kleist. Dabei scheint eine Lösung des Problems so einfach: "Unmittelbar hinter dem ganzen Müll befindet sich ein Zaun mit einem Schloss. Verschiebt man ihn einfach einige Meter in Richtung der Straße, kann zumindest an dieser Stelle kein Abfall mehr entsorgt werden", merkt der besorgte Bürger an.

Stadt Bad Camberg kann nicht aktiv werden

Dieser Lösungsansatz sei zwar für die Stelle an der Autobahnraststätte zielführend, jedoch müsse der illegalen Entsorgung generell noch intensiver entgegengewirkt werden, so Kleist. "In Deutschland ist die Müllentsorgung sehr teuer. Dadurch laden leider immer mehr Menschen ihren Dreck an Plätzen ab, wo er nicht hingehört, ohne dabei die Folgen für die Umwelt zu bedenken", erklärt Kleist.

Der Stadt Bad Camberg ist die Problematik nicht unbekannt. Jedoch scheint es so, als ob auch sie nichts gegen die illegale Müllentsorgung unternehmen könnte. "Bei dem Grundstück handelt es sich um keine städtische Liegenschaft, so dass die Entsorgung nicht durch uns erfolgt", sagt Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). Allerdings informiere man bei derartigen Fällen den Grundstückseigentümer und fordere ihn auf, den Abfall zu beseitigen. 

Müll neben der A3: Regelmäßig keine Zeugen

Laut dem Bürgermeister sei illegale Müllentsorgung ein generelles Problem im Stadtgebiet. "Leider stehen regelmäßig keine Zeugen zur Verfügung, die den oder die Täter benennen können. Im Abfall gefundene Hinweise auf einen vermeintlichen Verursacher genügen den Gerichten nicht für eine Strafverfolgung. Viele Verfahren verlaufen daher im Sande", erklärt er. 

Selbst wenn ein Entsorgungsstandort beseitigt werde, helfe dies nicht, um das Problem dauerhaft zu lösen. "Es bewirkt letztlich nur eine Verlagerung zu einem anderen Standort", sagt Vogel. Trotz der ausweglos erscheinenden Situation versuche man, die Kurstadt möglichst sauber zu halten. "In unserem eigenen Zuständigkeitsbereich bemühen wir uns, um eine zeitnahe Entsorgung, um nicht Anreize für weitere illegale Abfalllagerungen am selben Ort zu geben", erklärt Vogel.

Von Tobias Ketter

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