Geständnis

Arbeitsloser Rapper behandelte Freundin wie Sklavin

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Limburg hat ein Bad Camberger gestanden, seine Freundin fortwährend verprügelt haben.

Die Angst, in den Knast zu müssen, hat einen 23-jährigen Angeklagten zum Geständnis bewegt: Der Bad Camberger gestand alle Vorwürfe in vollem Umfang. Für das Verprügeln seiner Freundin kommt er nun mit einer einjährigen Haftstrafe davon, die für fünf Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird.

Der 23-jährige Angeklagte zog am Donnerstag in letzter Sekunde die Reißleine. Die Gefahr, in den Knast zu gehen, war nicht zuletzt wegen der erdrückenden Beweislast groß und Strafrichter Dr. Karl-Heinz Schmidt ließ durchblicken, dass im Falle einer Verurteilung keine Bewährung mehr möglich sei. Ein Geständnis bewahrte den nach eigenen Worten als Rapper tätigen Bad Camberger vor dem Vollzug. Die Prozessbeteiligten hatten sich auf eine einjährige für fünf Jahre ausgesetzte Bewährungsstrafe geeinigt.

Notorisch eifersüchtig ist der Angeklagte, der seine von Angst erfüllte ehemalige Lebenspartnerin über Monate drangsalierte, demütigte, mit Gegenständen schlug und am liebsten wie eine Leibeigene gehalten hätte. Sie durfte keinen fremden Männern in die Augen blicken, hatte sich „sittsam“ anzuziehen und durfte auch nicht mehr alleine mit Freunden um die Ecken ziehen.

Angeklagt waren Vorfälle, die sich anlässlich des Lampionfestes in Bad Camberg zugetragen hatten. Mit Freunden waren der Angeklagte und seine 22-jährige Freundin auf dem Fest unterwegs und bekamen, wie so oft bei solchen Anlässen, Krach. Die Frau flüchtete in einem unbemerkten Augenblick zu einem Bekannten in dessen Wohnung.

Schläge mit dem Gürtel

Dort spürte der Angeklagte die Frau in der Nacht auf, schlug auf sie ein und zerrte sie raus. Auf dem Weg zur etwa 1,5 Kilometer weit weg gelegenen gemeinsamen Wohnung schlug der Angeklagte seine Freundin, traktierte sie in der Wohnung und prügelte mit einem Gürtel auf sie ein.

All dies stritt der Angeklagte in einer ersten Stellungnahme ab. Er sprach von einem harmonischen Zusammenleben mit der 22-Jährigen in der Wohnung seiner Eltern. Dort sorgte der fürsorgliche Vater mit seinen finanziellen Mitteln für die Bedürfnisse seines Sohnes, der gerne mit seiner Freundin ausging und sich mit Freunden traf. Einer geregelten Arbeit nachgehen, ist nicht nach dem Geschmack des jungen Mannes.

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