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Pro B-8-Umgehung

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Von: Petra Hackert

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Die Bad Camberger Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstagabend eine Resolution verabschiedet, die die Realisierung der B-8-Umgehung einfordert – einstimmig bei einer Enthaltung der Grünen.

Als Andreas Hofmeister, seit anderthalb Jahren Landtagsabgeordneter der CDU, ans Mikrofon geht und davon spricht, mit seinen 34 Jahren hoffentlich deutlich mehr als die Hälfte des Planungsprozesses der Bad Camberger B-8-Umgehung erlebt zu haben, muss Günter Loeven leicht grinsen. Er ist wieder einmal Zuschauer der Bad Camberger Stadtverordnetenversammlung. Und er wartet noch viel länger auf die Umgehungsstraße. Jetzt ist er 80, und seit fünf Jahrzehnten begleitet er diesen Planungsprozess. „Meinen Sie, das wird noch etwas?“, fragt er leise. Wenn es nach dem Willen der Stadtverordnetenversammlung geht, nun schon.

40-Millionen-Projekt

Das Projekt wurde mehrfach verändert. Durch neue Planungen gab es immer wieder Wartezeiten, Offenlagen, Diskussionen. Jetzt ist es an der Zeit: Die auf 40-Millionen-Euro bezifferte Umgehungsstraße ist im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes, die Planfeststellungsunterlagen werden gerade rechtlich überprüft – es könnte bald wirklich so weit sein. „Die Stadtverordnetenversammlung Bad Camberg fordert die zuständigen Stellen Hessen Mobil, das Regierungspräsidium Gießen und das Hessische Ministerium für Wirtschaft auf, die Planungen nun umgehend zum Abschluss zu bringen und mit einem Planfeststellungsbeschluss den Bau der B-8-Umgehung schnellstens zu ermöglichen.“ Dieser Satz ist Teil der Resolution, die die Ortsbeiräte in der Kernstadt und in Erbach auf Initiative der SPD verabschiedet haben. Und er ist Teil der jetzigen Resolution des Bad Camberger Stadtparlaments, einstimmig bei einer Enthaltung der Grünen so beschlossen.

Im Parlament hat die CDU die Initiative ergriffen und die Resolution so eingebracht. „Wir haben dabei bewusst als Orientierung den Resolutionstext der SPD aus dem Ortsbeirat der Kernstadt genutzt, denn es ist mittlerweile eben ein Projekt, zu dem alle Beteiligten aus dem Stadtparlament mit Entschlossenheit stehen sollten“, so Andreas Hofmeister. „Bad Camberg braucht die B-8-Umgehung und angesichts der jahrzehntelangen Planung diese nun geplante B-8-Umgehung. Herumkritisieren hilft nicht weiter, sondern verzögert oder gefährdet das Projekt insgesamt. Deshalb stehen wir als CDU klar und eindeutig zum geplanten Verlauf der Trasse.“

Auch er verbindet viel Lebenszeit mit der Umgehung: Michael Traut (SPD), auf den der Ursprungstext der Resolution zurückgeht, erinnerte sich daran, wie er als 14-Jähriger bei seiner Oma auf dem Kartoffelacker stand. „Damals hat sie zu mir gesagt, da wird demnächst die Umgehung kommen.“ Das ist nun auch schon 40 Jahre her. Traut: „Ich hoffe, dass wir das noch erleben.“

Kritik an der Trasse

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dieter Oelke, kritisierte die jetzt geplante Trassenführung. Der Schallschutz reiche in weiten Teilen nicht aus, das Kreuzungsbauwerk an der Beuerbacher Landstraße sei überdimensioniert, so umweltverträglich wie in der Resolution dargestellt sei die Umgehung nicht, und er könne die Bedenken der Bürgerinitiative „Lebenswerter Goldener Grund“ verstehen, die jetzt noch Veränderungen durchsetzen wolle. Oelke: „Es wurde schon immer gesagt, sie muss her und wenn man jetzt noch Änderungsvorschläge macht, dann wird das nichts mehr.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Abendroth erinnerte an die sehr komplexe Planung, die Abwägung der Interessen und die Bürgerbeteiligung. Jetzt sei ein Stadium erreicht, in dem man sich entscheiden müsse. „Und wir entscheiden uns hier für die Entlastungswirkung für die Bürger.“ Er appellierte an die Grünen, dies mit einem klaren Votum mit zu unterstützen.

Ja oder Nein

„Wollen Sie die B-8-Umgehung verhindern oder dafür eintreten, dass es eine gibt?“, fragte Jürgen Eufinger (SPD). Die gleiche Frage stelle er der Bürgerinitiative, mit deren Forderungen er sich intensiv befasst habe. Die jetzige Planung stehe am Ende eines sehr langen Abwägungsprozesses. „Man muss Kompromisse schließen, und dieser wurde nun in bis zu 50 Jahren ausgehandelt.“

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