Mitglieder des Ausschusses für Planung und Bau sowie des Umweltausschusses bei einer Ortsbegehung am Emsbach.
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Mitglieder des Ausschusses für Planung und Bau sowie des Umweltausschusses bei einer Ortsbegehung am Emsbach.

Ortsbegehung am Emsbach

Bad Camberg: Ausschüsse debattieren über Brückenbau

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Entscheidung fällt erst im November

Bad Camberg -Bekommen die Bad Camberger eine neue Brücke über den Emsbach? Mit dieser Frage befassen sich derzeit der Ausschuss für Planung und Bau sowie der Umweltausschuss. Die beiden Gremien begutachteten während einer einstündigen Ortsbegehung die Stelle, wo möglicherweise bald eine Brücke oder ein Steg errichtet werden soll, so dass Spaziergänger dann gefahrlos über den Emsbach gelangen können. Mit dabei waren auch Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD), Bauamtsleiter Jan Pieter Subat und rund zehn Bürger aus der Kurstadt. Die Meinungen zu dem Vorhaben sind teilweise unterschiedlich.

Ab der Bad Camberger Straße "Mühlweg" führt ein Weg entlang des Emsbachs in Richtung dem Stadtteil Würges. Nach knapp einem Kilometer biegt er nach Westen in Richtung des Radweges ab. Kurz vor dieser Abbiegung könnte die Brücke entstehen, die Spaziergänger dann auf einen weiteren Feldweg nahe der B 8 führt, der in Würges endet.

Die Idee, dort eine Brücke zu bauen geht auf einen Antrag der Grünen zurück, der im Frühjahr dieses Jahres gestellt wurde. Laut Grünen-Politiker Dieter Oelke, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses ist, befürworten viele Anwohner der Kurstadt das Vorhaben. Doch es gebe auch Menschen, die sich dagegen aussprechen. "Sie wollen, dass sich möglichst wenige Leute in dem Gebiet aufhalten, damit sich die Natur besser entfalten kann", berichtet Oelke. Er teilt diese Ansicht jedoch ganz und gar nicht. Zwar müsse natürlich Rücksicht auf die Natur genommen werden, doch die Bürger sollten die Möglichkeit bekommen, die Wälder und Wiesen um Bad Camberg zu erleben. "Deshalb bin ich für den Bau eines Stegs oder einer kleinen Brücke", sagt Oelke. Auch das Aufstellen einer Parkbank an besagter Stelle sei durchaus sinnvoll. "Dann können sich besonders die älteren Menschen während ihres Spaziergangs dort erholen." Die Verantwortlichen in der Kurstadt müssten schlichtweg etwas für ihre Bürger und Gäste tun.

Daniel Rühl, Vorsitzender der CDU-Fraktion, ist gegen die Errichtung einer Brücke. "Mit einfachen Mitteln ist die Überquerung des Emsbachs nicht möglich. Sollte an Ort und Stelle wirklich eine Brücke oder ein Steg gebaut werden, entstehen dadurch erhebliche Kosten", sagt er. Es sei ein Widerspruch, dass man einerseits die Renaturierung vorantreiben möchte und zugleich durch den Bau einer Brücke dafür sorge, dass noch mehr Menschen in dem Gebiet unterwegs sind.

Genügend attraktive Wanderwege

Diese Meinung teilt auch Bürgermeister Jens-Peter Vogel. "Es ist gut, wenn die Natur an einigen Stellen unangetastet bleibt", sagt der Verwaltungschef. Rund um Bad Camberg gebe es genügend attraktive Wanderwege und man gelange derzeit auch ohne Brücke problemlos zu Fuß von Bad Camberg nach Würges.

Michael Diehl (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Bau, gibt zu bedenken, dass im Falle eines Brückenbaus einige alte Habitatbäume, die von Insekten und Vögeln genutzt werden, entfernt werden müssten. Grundsätzlich sei es positiv zu bewerten, dass sich die Natur momentan einige Gebiete um den Emsbach zurückhole. "Die Renaturierung wird von uns allen begrüßt", so Diehl. Deshalb gebe es auch Planungen vonseiten der Stadt, einige Grundstücke auf der anderen Seite des Emsbachs zu erwerben und diese dann der Natur zu überlassen.

Für Jürgen Eufinger, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist der Bau einer Brücke "kein muss". "Wenn die Kosten dafür zu hoch ausfallen, können wir gerne darauf verzichten", sagt er. Der Sozialdemokrat möchte grundsätzlich zwei Dinge miteinander in Einklang bringen: "Die Natur soll sich möglichst viel Fläche zurückholen, aber dabei dürfen die Menschen nicht von der Natur ferngehalten werden", so Eufinger.

Es dauert vermutlich noch einige Zeit, bis sich die Stadtverordneten für oder gegen die Brücke entscheiden. "Anfang November wird im Umwelt- und im Bauausschuss nochmals beraten. Erst danach kommt das Thema auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung, die Mitte November stattfindet", sagt Oelke. Wie viel ein möglicher Brückenbau letztlich kosten wird, konnten die Verantwortlichen noch nicht abschätzen.

Während der Ortsbegehung wurde auch über die Optimierung des vorhandenen Weges am Emsbach gesprochen. Die Gremien sind sich darüber einig, dass der Weg eine wassergebundene Decke erhalten soll. "Dieser Plan wird auf jeden Fall umgesetzt und es schadet sicher nicht", sagt Oelke.

Michael Diehl ergänzt: "Das Vorhaben wird allerdings noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, da zunächst Absprachen mit der Naturschutzbehörde anstehen." Laut Bürgermeister Vogel sei die Überarbeitung des bestehenden Weges unstrittig, jedoch wolle man zukünftig die weiteren Wege nahe des Emsbachs nicht ausbauen.

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