Am Sportzentrum - auf diesem Gelände trainiert der Sportverein Bad Camberg. Hier zu sehen: der Tennenplatz.
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Am Sportzentrum - auf diesem Gelände trainiert der Sportverein Bad Camberg. Hier zu sehen: der Tennenplatz.

Kunstrasenplatz

Bad Camberg: Bald wird beim SVC auf Kunstrasen trainiert

  • vonGundula Stegemann
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90 stimmberechtigte Mitglieder sprechen sich bei einer außerordentlichen Online-Mitgliederversammlung für den Umbau des Tennenplatzes aus

Bad Camberg -Er ist in die Jahre gekommen, der Tennenplatz auf dem Gelände Am Sportzentrum. Vor 31 Jahren wurde er angelegt. Jetzt ist er sanierungsbedürftig. Seit acht Jahren bemüht sich der Sportverein Bad Camberg, der SVC, um einen Kunstrasenplatz. Den braucht der Verein insbesondere für seine Fußballer, damit diese auch in den Herbst- und Wintermonaten trainieren und spielen können - und konkurrenzfähig bleiben. Außerdem soll ein Handballfeld zu Trainingszwecken eingerichtet werden. Der Tennenplatz ist nicht winterfest und auch der oberhalb davon gelegene Rasenplatz kann nur von Ostern bis Oktober bespielt werden. Aus diesem Grund können Spiele und Training in den Wintermonaten nur stark eingeschränkt stattfinden. Der SVC trainiert in dieser Zeit momentan bei Nachbarvereinen auf deren Kunstrasenplätze.

In einer Online-Abstimmung stimmten 92 Mitglieder des SVC über die Errichtung des Kunstrasenplatzes ab. Davon gab es 90 Stimmen für den Kunstrasenplatz, eine dagegen und eine Stimmenthaltung. Die hohe Zahl der Teilnehmer und die fast einstimmige Zustimmung haben die Erwartungen des Vorstandes weit übertroffen. Vor der Abstimmung hatte der Erste Vorsitzende, Herbert Falkenbach, die Teilnehmer im Rahmen einer Online-Mitgliederversammlung, der ersten dieser Art, umfassend über das Projekt informiert und ausdrücklich auf Bedeutung und Tragweite der Entscheidung hingewiesen. "Es ist eine schwerwiegende Entscheidung, ein Meilenstein für die weitere Entwicklung des Vereins, insbesondere für die Fußballabteilung", sagte er.

Die Verhandlungen waren zäh

Bereits im Jahr 2013 hatte es eine entsprechende Anfrage des SVC gegeben, nachdem die Tennenplätze in Oberselters und in Würges in Kunstrasenplätze umgewandelt worden waren. Allerdings sah man sich in der Kurstadt gleich zu Beginn mit erheblichen Problemen konfrontiert, die es bei den anderen Sportplätzen in Bad Camberg so nicht gegeben hatte: Denn der zur Umwandlung anstehende Tennenplatz Am Sportzentrum gehörte zu jener Zeit gar nicht mehr dem Landkreis, sondern einer privaten Gesellschaft - ohne dass der SVC davon Kenntnis hatte. Ein Ansprechpartner stand nicht zur Verfügung. Erst nach Rückfall an den Kreis konnten erneut Verhandlungen aufgenommen werden.

Die Stadt Bad Camberg war zu jeder Zeit in die Gesprächen mit eingebunden. Die Verhandlungen mit dem Kreis waren zäh und sprunghaft, so Herbert Falkenbach. Das änderte sich erst mit dem neuen Landrat, der sich der Sache annahm und das Projekt unterstützte. Da der Tennenplatz nun in die Jahre gekommen war und hier dringende Renovierungsarbeiten anstanden, war der Kreis bereit, das Gelände über die Stadt an den SVC zu übertragen. Klar war auch, dass der SVC als Bauträger in dieser Sache auftreten wird. Somit obliegen ihm hier die Planung, die Bauleitung und die Finanzierung - wie in Würges und Oberselters ebenfalls geschehen.

Stehtribüne wird hergerichtet

"Inzwischen ist die Stadt Ansprech- und Verhandlungspartner des SVC", erläuterte der Vereinsvorsitzende. Sowohl die Verwaltung als auch die städtischen Gremien und die in ihr vertretenen Parteien haben das Anliegen unterstützt. Da die Stehtribüne stark sanierungsbedürftig ist, hat die Stadt sich verpflichtet, diese noch vor Baubeginn einmalig neu herrichten zu lassen. Ansonsten seien die Gremien der Stadt, wie bei solchen Verhandlungen wohl üblich, dem Verein nicht in allen Belangen gefolgt. Mit den nun vorliegenden Verträgen sei der Vorstand des SVC gleichwohl zufrieden. Die Finanzierung ist geklärt und steht auf soliden Beinen. Die Kosten sind auf 430 000 Euro gedeckelt, davon trägt die Hälfte die Stadt. Der Rest teilt sich auf in Zuschüsse von Kreis, Land und Landessportbund und 20 000 Euro Eigenanteil des SVC. Eigenleistungen sind in Höhe von 8000 Euro vorgesehen. Da der Verein finanziell gut gerüstet ist, konnte das Vorhaben ohne Spenden kalkuliert werden. Sobald die Gremien der Stadt wie geplant zustimmen, kann die Ausschreibung erfolgen. Baubeginn soll im Juli sein.

Der neue Platz besteht aus Kunststoffrasen mit Sandfüllung, der alle fünf Jahre einer Grundreinigung zu unterziehen ist. Eine Generalüberholung sei alle zehn bis 15 Jahre erforderlich. Der Verein rechnet mit einer Fertigstellung im dritten Quartal dieses Jahres, so dass der Kunstrasenplatz in der nächsten Herbst-/Wintersaison zur Verfügung stehen sollte.

Bis es soweit ist, kann der Rasenplatz ja weiterhin genutzt werden. Ansonsten plant der Verein, in dieser Zeit vermehrt Spiele auswärts und gegebenenfalls Heimspiele bei Nachbarvereinen auszutragen. "Seine Hausaufgaben hat der SV Bad Camberg somit gemacht", so der Erste Vorsitzende in seinem Schlusswort. "Die Arbeit ist jedoch nicht beendet, sondern fängt jetzt erst richtig an."

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