Nane Nebel (Elternbeirat), Christoph Quernheim (Lehrer), Clemens Ott (Schulsprecher) und Schulleiter Frank Wellstein (von links) freuen sich darüber, dass ab heute in der Taunusschule wieder Präsenzunterricht stattfindet.
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Nane Nebel (Elternbeirat), Christoph Quernheim (Lehrer), Clemens Ott (Schulsprecher) und Schulleiter Frank Wellstein (von links) freuen sich darüber, dass ab heute in der Taunusschule wieder Präsenzunterricht stattfindet.

Schule

Bad Camberg: Beim Distanzunterricht ist Kreativität gefragt

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Die Lehrer der Taunusschule wenden neue Methoden an. Bei der Netzanbindung gibt es Probleme.

Bad Camberg -Videokonferenzen, Arbeitsaufträge im Internet und Unterhaltungen per Chat. Die Corona-Pandemie hat den Alltag von den Schülern und Lehrern der Taunusschule in Bad Camberg stark verändert. In den vergangenen Monaten blieben die Klassenzimmer leer. Der Unterricht fand ausschließlich in digitaler Form statt. Doch wie kamen Schüler und Lehrer mit dieser Situation zurecht? Und welche Hürden mussten überwunden werden?

"Der Unterricht wurde während des Lockdowns über die Plattform Microsoft Teams durchgeführt", sagt Clemens Ott, Schulsprecher der Taunusschule. Insgesamt habe es nur wenige Probleme gegeben. Zu Beginn des Distanzunterrichts sei es allerdings teilweise zu Überschneidungen der Arbeitsaufträge mit den Videokonferenzen gekommen. "Das hat sich aber dann schnell gebessert", so Ott. Das Arbeitsklima sei weitestgehend entspannt gewesen, und die Videokonferenzen hätten den Präsenzunterricht gut ersetzen können.

Für viele Lehrer war der Distanzunterricht zunächst eine große Herausforderung. "Besonders Videokonferenzen mit ausgeschalteten Kameras gestalteten sich mitunter schwierig, da dabei die Mimik der Schüler nicht zu sehen war", sagt Gymnasiallehrer Christoph Quernheim. Das fehlende Feedback sei anfangs gewöhnungsbedürftig gewesen. "Doch nach einiger Zeit haben sich immer mehr Schüler getraut, die Kamera anzuschalten. Das hat die Durchführung des Unterrichts sehr erleichtert", sagt der Lehrer.

Für einige Lehrkräfte sei die Nutzung der benötigten Technik eine ganz neue Erfahrung gewesen, so Quernheim. Schulleiter Frank Wellstein ergänzt: "Wir haben dann interne Fortbildungen angeboten, um die Kollegen an das digitale Unterrichten heranzuführen." Glücklicherweise gebe es einige Lehrkräfte, die bereits vor Corona mit der Technik vertraut waren, sagt Nane Nebel, stellvertretende Vorsitzende des Schulelternbeirats. "Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen."

Trotz des großen Engagements von Schülern, Lehrern und Eltern sorgt die Technik immer noch für Probleme. "Viele Schüler und Lehrer arbeiten nach wie vor mit ihren privaten Endgeräten. Da diese teilweise sehr verschieden und auch veraltet sind, treten die unterschiedlichsten Schwierigkeiten auf", sagt Wellstein. Bei einem geringen Prozentsatz der Schüler gebe es darüber hinaus manchmal Probleme bei der Netzanbindung.

Im Oktober des vergangenen Jahres sind alle Schüler der Bad Camberger Einrichtung, die kein eigenes Endgerät besitzen, mit einem iPad ausgestattet worden. "Das betraf 130 Kinder. Sie können jetzt an allen Konferenzen teilnehmen und alle Aufgaben erledigen. Das war während dem ersten Lockdown im Frühjahr noch ganz anders", so Nebel.

Stetiger Austausch an der Taunusschule

Das Projekt Distanzunterricht sei an der Taunusschule in Bad Camberg insgesamt gut gelungen, da es einen stetigen Austausch zwischen allen Beteiligten gegeben habe, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats. "Es wurde ständig Verbesserungsvorschläge gemacht, so dass der Ablauf nach und nach immer besser strukturiert werden konnte."

Während des Distanzunterrichts sei Kreativität gefragt, sagt Nebel. Es gab nicht nur den bei vielen Heranwachsenden unbeliebten Frontalunterricht. Die Schüler von Quernheim durften beispielsweise darüber hinaus Erklärvideos zu verschiedenen Themen entwerfen und in den Naturwissenschaften konnten sogar einige Experimente zu Hause durchgeführt werden. "Im Rahmen dieser neuen Unterrichtsmethoden, die ich mich vor Corona nie getraut hätte anzuwenden, sind tolle Ergebnisse entstanden", sagt Quernheim.

Obwohl der Distanzunterricht an der Taunusschule bislang weitestgehend reibungslos vonstatten ging, wünschen sich Schüler, Lehrer und Eltern etwas mehr Unterstützung von der Politik. Nebel fordert externe Fortbildungen, um die Belastung an den Schulen zu senken. Schulsprecher Clemens Ott hofft auf eine Verbesserung der Netzanbindung.

Alle Beteiligten freuen sich darüber, dass der Präsenzunterricht heute mit dem sogenannten Wechselmodell wieder startet. "Nichts kann ihn wirklich ersetzen", betont Nane Nebel. Das sieht Clemens Ott ähnlich. "Die sozialen Kontakte haben gefehlt, und dadurch ist auch die Anspannung gestiegen", sagt er. Der Wechselunterricht sei eine gute Option in Zeiten der Corona-Pandemie.

Auch nach der Pandemie soll an der Taunusschule in Bad Camberg das digitale Arbeiten in den Unterricht eingebunden werden. "Die Schüler lernen dadurch viel über die technischen Möglichkeiten, die es derzeit gibt. Das hilft in der heutigen Arbeitswelt sicherlich weiter", sagt Schulleiter Wellstein. tobias ketter

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