Der idyllische Strand an der Ostsee sieht schneebedeckt noch viel schöner aus und weckt Fernweh. Diese Gefühle nutzen derzeit Online-Betrüger, um mit scheinbar günstigen Ferienwohnungen Sommerurlauber abzuzocken.
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Der idyllische Strand an der Ostsee sieht schneebedeckt noch viel schöner aus und weckt Fernweh. Diese Gefühle nutzen derzeit Online-Betrüger, um mit scheinbar günstigen Ferienwohnungen Sommerurlauber abzuzocken.

Abzocke

Der Betrug mit der Reiselust: Fake-Inserate von vermeintlicher Bad Camberger Firma

  • vonPetra Hackert
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Auf einer Website wird mit Fake-Anzeigen für Ferienwohnungen geworben. Nicht nur die Polizei in Hessen ermittelt. Vor der Abzocke kann man sich aber schützen.

Bad Camberg - Die Erbacherin Gisela Pauli staunte nicht schlecht, als ihr eine Freundin einen Zeitungsausschnitt aus dem Nordkurier schickte, in dem vor einer betrügerischen Bad Camberger Firma gewarnt wurde, die potenzielle Feriengäste abzockt - mit Wohnungen, die es über dieses Portal gar nicht gibt. Auch das genannte Bad Camberger Unternehmen existiert nicht, bestätigt das Polizeipräsidium Westhessen auf Anfrage dieser Zeitung. Mittlerweile ist der Hinweis auf diese Firma verschwunden, aber die Website gibt es noch - jetzt mit der Adresse eines Berliner Unternehmens. Auch hier läuft ein Betrugsverfahren, wie die Polizei in Berlin bestätigt.

Nur scheinbar seriöse Angebote

Doch noch einmal zum Anfang: Unter ferienpartner.com gab es scheinbar seriöse Angebote, wohl von regulären Ferienhaus-Anbietern kopiert, mit denen Wohnungen in Ostdeutschland, zum Beispiel im Spreewald, an der Müritz, an der Küste und im Binnenland beworben wurden. Misstrauisch machten die extrem günstigen Preise und die geforderte Anzahlung von 50 Prozent schon bei der Buchung. Wer sich darauf einließ, sah sein Geld nicht wieder. Wer - wie verlangt - 30 Tage vor Reisebeginn den Rest überwies (dann mit zehn Prozent Rabatt) legte noch viel mehr drauf. Das böse Erwachen kommt spätestens an Ort und Stelle.

Wie das Polizeipräsidium Westhessen bestätigt, ist die Website bekannt, nur dass mittlerweile kein Bad Camberger Unternehmen mehr dort aufgeführt wird. Der Firmensitz, wie seinerzeit im Impressum angegeben, konnte keiner real existierenden Firma zugeordnet werden. "In Limburg werden bislang keine Verfahren geführt, da keine Geschädigten aus dem Limburger Raum bekannt sind", erläutert Polizeioberkommissar Philipp Cavallaro. "In der Vergangenheit kam es von anderen Polizeidienststellen zu Anfragen zu der von Ihnen geschilderten Firma. Entsprechende Ansprechpartner oder ähnliches sind hier jedoch leider nicht bekannt."

Polizei in Wiesbaden und Berlin ermittelt

Auch die Berliner Polizeioberkommissarin Undine Schmidt bestätigt, dass die Website beim Landeskriminalamt bereits bekannt ist und in diesem Zusammenhang ein Betrugsfall zur Anzeige gebracht wurde. Schmidt: "Der Vorgang wurde bereits an die Staatsanwaltschaft Berlin übergeben." Doch wie können sich Verbraucher schützen, wenn sie solche Angebote sehen und vermuten, es könnte etwas nicht stimmen? Eine Möglichkeit ist, im Handelsregister zu überprüfen, ob es das Unternehmen wirklich gibt. (Petra Hackert)

Weitere Tipps vom Polizeipräsidium Westhessen und der Verbraucherzentrale:

Tätigen Sie keine Spontanbuchungen, vergleichen Sie die Inserate mit den Angeboten anderer Anbieter - auch im stationären Handel oder einem Reisebüro.

Vergleichen Sie die Preise und seien Sie bei besonders günstigen Angeboten skeptisch.

Nutzen Sie offizielle Buchungsportale für Ferienwohnungen, die Mietangelegenheiten und Zahlungen abwickeln. Fragen Sie z. B. bei den offiziellen Touristeninformationen der Urlaubsorte nach.

Nutzen Sie Suchmaschinen, Landkartendienste und Onlinetelefonbücher, um den Anbieter und die Anschrift zu überprüfen.

Nutzen Sie Suchmaschinen, um gegebenenfalls andere Inserate/Homepages zu der gewünschten Ferienwohnung zu finden. Vielleicht gibt es Warnmeldungen.

Nehmen Sie gegebenenfalls telefonischen Kontakt zu den Vermietern auf.

Treten Sie nicht bei unbekannten Anbietern in Vorleistung und vermeiden Sie das Überweisen von Geld über anonyme Zahlungsdienstleister.

Achten Sie auf eine sichere Internetverbindung, wenn Sie persönliche Daten an die Internetplattform übermitteln.

Wenden Sie sich an die Polizei, wenn Sie vermuten, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.

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