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Geschäftsführer Götz r. erläuterte CDU-Politikern Rühl, Burghardt, Willsch und Hofmeister v.l. die Systemsteuerung.Foto: Klöppel

Standortsicherung

Bad Camberg: Gemeinsame Forschungsprojekte fördern

  • vonRobin Klöppel
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RBC Robotics will bessere Infrastruktur und mehr Unterstützung aus Wiesbaden

In der heimischen Region gibt es viele spannende Unternehmen, von denen nicht jeder weiß. Mit RBC Robotics GmbH hat Patrick Burghardt (CDU), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung, eines auf Einladung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister besucht. Ebenfalls dabei: Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch (CDU) sowie der Bad Camberger CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Rühl.

Geschäftsführer Frank Götz berichtete: "Wir entwickeln hochkomplexe automatisierte Robotersysteme für mittelständische Unternehmen aus dem metallverarbeitenden Gewerbe". Hierbei sei das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen eines der Haupteinsatzgebiete der in Bad Camberg entwickelnden Systeme. Zehn Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschafte RBC derzeit mit 43 Mitarbeitern von der heimischen Kurstadt aus damit. Götz machte aber auch keinen Hehl daraus, dass es mittelfristiges Ziel sei, mehr auf größere Produktionsreihen und damit auf 60 bis 70 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 15 Millionen Euro zu kommen.

Kunden im

In- und Ausland

Dafür sei das aktuelle Betriebsgelände in Bad Camberg jedoch zu klein, über das der Mietvertrag noch vier Jahre laufe, sagte Götz. Eine Lösungsvariante wäre ein Neubau. Da die meisten Kunden von RBC Robotics nicht in der heimischen Region, sondern über Deutschland verteilt und auch in der Schweiz und Italien sitzen, wäre das nicht der Hauptgrund für das Unternehmen, in Bad Camberg oder Umgebung zu bleiben. Was laut RBC-Geschäftsführer Götz für einen Erhalt des Standortes spreche, seien die Mitarbeiter, die nicht alle eine größere Standortverlegung mitmachen würden. Und gute neue Leute in diesem Bereich seien nur schwer zu finden.

Landtagspolitiker Andreas Hofmeister sagte RBC Robotics seine Unterstützung zu, denn es sei ja in aller Interesse, erfolgreiche Unternehmen dauerhaft in Bad Camberg zu halten. Das Beispiel zeige, wie wichtig es sei, genügend Gewerbeflächen zu bevorraten, so der Bad Camberger Landtagsabgeordnete.

Ein aktuelles Problem, das RBC Robotics am derzeitigen Standort hat, ist, dass die Internetverbindung langsam an ihre Grenzen stößt. Denn 80 Prozent der bei den produzierten Robotersystemen auftretenden Fehler könnten bei den Kunden laut Götz von Bad Camberg aus behoben werden. Folglich brauche das Unternehmen für komplexe Aufträge eine schnellere Verbindung. Doch laut dem RBC-Robotics-Chef verlange die Deutsche Glasfaser für eine Anbindung von RBC 30 000 Euro, obwohl sie die Verbindung in die Straße aufgrund eines anderen Firmenkunden sowieso legen müsse. Nun muss die Firmenleitung überlegen, ob sie diese nicht unerhebliche Investition tätigen will.

Insgesamt laufen bei RBC auch in Corona-Zeiten die Geschäfte, wie Götz versicherte, aber gut. Was ihn nur ärgert, ist, dass man als mittelständisches Unternehmen von den Kreissparkassen nur schwer Kredite für Investitionen bekomme. Immobilien würden Sparkassen gerne als Sicherheiten akzeptieren, aber nicht Robotersysteme, mit denen sie nichts anfangen könnten. Hier müsste sich nach Meinung des RBC-Geschäftsführers dringend etwas ändern, damit innovative Unternehmen sich weiterentwickeln könnten.

RBC Robotics hat diese Sorgen nicht mehr, da 60 Prozent der Anteile an die DVS-Gruppe aus Dietzenbach verkauft worden seien und dadurch genügend Mittel für weitere Investitionen verfügbar seien. Über DVS sei es dann auch möglicht, sich ein eigenes Betriebsgebäude für die Zukunft bauen zu lassen.

Investitionsspielraum durch Übernahme

Einen Wunsch hat das Unternehmen auch an Staatssekretär Burghardt. Da das Bad Camberger Unternehmen viel in Sachen Robotertechnik forsche, wäre es für Frank Götz eine Option, dass das Land Hessen gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Unternehmen zusammen initiiert und finanziell fördert. Götz ist sich sicher, dass Robotertechnik die Zukunft sei, weil für einfache Tätigkeiten Personalkosten einfach zu hoch seien.

Was RBC Probleme macht, ist genügend Fachpersonal zu finden, Mechatroniker beispielsweise mit Robotertechnik als Steckenpferd. Es gebe genug junge Männer, die gerne Sachen zusammenbauten, weiß Götz. Das Problem sei nur, dass Ausbildungen immer auf die Automobilindustrie abgestimmt seien, so dass RBC sie nach den bestandenen Prüfungen noch zwei Jahre selbst weiterbilden müsse, um die Nachwuchskräfte an die Arbeit lassen zu können. Robin Klöppel

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