Die ehrenamtlichen Helfer des Vereins Aktion Tierisch Happy setzen sich für das Wohl von Hunden und Katzen ein. Das Gruppenbild wurde vor den Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgenommen.
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Die ehrenamtlichen Helfer des Vereins Aktion Tierisch Happy setzen sich für das Wohl von Hunden und Katzen ein. Das Gruppenbild wurde vor den Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgenommen.

Seit zehn Jahren im Einsatz fürs Tierwohl

Bad Camberg: Hund und Katze ein schönes Leben ermöglichen

  • vonTobias Ketter
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Verein Aktion Tierisch Happy feiert Jubiläum - Viele Pläne für die Zeit nach der Corona-Pandemie

Würges -Was gibt es schöneres, als mit dem eigenen Hund durch die Wälder der Region zu laufen oder mit der Katze einen Abend auf der Couch zu verbringen? Haustiere sind für viele Menschen treue Begleiter und wahre Freunde. Doch die Halter müssen auch einige Pflichten erfüllen, damit das Tier ein artgerechtes Leben führen kann. Deshalb leisten die Mitglieder des Vereins Aktion Tierisch Happy seit zehn Jahren Aufklärungsarbeit. Heute feiert die Gruppierung aus dem Bad Camberger Stadtteil Würges ihr Jubiläum.

"Die Vereinsarbeit stützt sich auf die drei Säulen Aufklärung, Kastration und Vermittlung", sagt die Vorsitzende Tanja Christmann. Nur wenn die Leute die Bedürfnisse von Haustieren verstehen sowie die Verantwortung begreifen, könne weiteres Tierleid verhindert werden. "Menschen schaffen sich leider manchmal unbedacht einen Hund oder eine Katze an, die dann im Tierheim landen oder einfach ausgesetzt werden", bedauert die 50-Jährige. Um dies zu verhindern, beraten die ehrenamtlichen Helfer des Vereins diejenigen, die darüber nachdenken, sich ein Haustier anzuschaffen. "Um möglichst viele Leute zu erreichen, sind wir in den sozialen Medien vertreten. Unseren verschiedenen Kanälen folgen mittlerweile rund 11 000 Personen", so Christmann.

Der Tierschutzverein kümmert sich auch um die Kastration von Straßentieren. Dadurch soll die unkontrollierte Vermehrung gestoppt werden. "Im Stadtgebiet von Bad Camberg haben wir im vergangenen Herbst einige freilebende Katzen mit der Hilfe von Anwohnern kastrieren können", so Christmann. Außerdem sei es dem Verein dabei gelungen, mehr als 20 ungewollte Katzenkinder zu versorgen und zu vermitteln.

Doch nicht nur in der Region um Bad Camberg sind die Mitglieder aktiv. Gemeinsam mit einigen Partnervereinen leisten sie zusätzlich Aufklärungsarbeit in Spanien und Rumänien. Auch dort soll die Überpopulation der freilebenden Tiere durch Kastration verhindert werden. Außerdem werden Hunde aus den beiden Ländern an Menschen in Deutschland vermittelt.

Spendenbeträge sind zurückgegangen

Ein besonders prägendes Erlebnis für Christmann war die Übergabe des Hundes Buffy aus Rumänien im Jahre 2016. "Das Tier ist uns ausgebüchst und war sechs Tage lang verschwunden", erinnert sie sich. Dann sei es auf der Autobahn angefahren und mit mehreren Knochenbrüchen in eine Tierklinik eingeliefert worden. "In den folgenden beiden Jahren haben wir Buffy aufgepäppelt. Mittlerweile wurde das Tier von der Zweite Vorsitzenden Kim Schwarz adoptiert", berichtet Christmann. Durch den Vorfall habe sich der Ablauf bei den Übergaben der Hunde geändert. "Sie werden nun noch aufwendiger gesichert, damit so etwas nicht wieder passiert", sagt die Würgeserin.

Nina Christmann, Schwester der Vorsitzenden, hatte 2011 die Idee, einen Verein zum Wohle der Hunde und Katzen zu gründen, als sie in einem Urlaub mit dem Leid der Straßentiere in Europa konfrontiert wurde. Aus dem damals noch recht kleinen Verein ist inzwischen eine überregional agierende Gruppierung mit mehr als 260 Mitgliedern und 30 aktiven Ehrenamtlichen geworden. Nina Christmann führte den Verein bis Ende 2014. Dann übernahm ihre Schwester den Vorsitz.

In den kommenden Monaten und Jahren hat der Verein noch einiges vor. "Wir wollen in die Schulen gehen und dort mit den Kindern über eine artgerechte Tierhaltung sprechen", sagt Tanja Christmann. Außerdem möchte sie die Kastrations- und Registrierungspflicht auf kommunaler Ebene durchsetzen. "Die Gesetzesvorlage vom Bund gibt es dafür schon. Sie muss in der Region nur noch umgesetzt werden", so die 50-Jährige. Christmann tausche sich deshalb mit der Stadtverwaltung von Bad Camberg aus.

Die Corona-Krise ist nicht spurlos an dem Verein vorübergegangen. "Leider haben wird die Tiervermittlung im November einstellen müssen. Vorbesuche bei potenziellen neuen Haltern waren nämlich nicht mehr möglich", erklärt Christmann. Des Weiteren seien die Spendenbeträge zurückgegangen. "Die ehrenamtlichen Helfer kommunizieren zwar auf virtueller Ebene, aber der direkte Kontakte fehlt schon etwas", sagt die Vorsitzende. Auch das Jubiläum wird nur im Internet gefeiert. "Es wurde ein Video mit Grußbotschaften aufgenommen, das eine kleine virtuelle Feier einläuten soll", so Christmann.

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