Die Kreuzkapelle besticht Besucher mit ihrer schönen Lage.
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Die Kreuzkapelle besticht Besucher mit ihrer schönen Lage.

Beten und zur Ruhe kommen

Bad Camberg: Kreuzkapelle eröffnet ihre Saison

Von 1. Mai an kann das Kleinod auf der Höhe über der Stadt wieder besucht werden

Bad Camberg -"Die Kreuzkapelle - Wahrzeichen und Treffpunkt des Goldenen Grundes" - so ist die bereits in fünfter Auflage erschienene Broschüre der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul seit dem 300. Geburtstag der Kapelle im Jahr 1982 betitelt.

Mit Fotos, Illustrationen und Informationen über ihren Ursprung aus einer Stiftung, ihre bauliche Geschichte, ihre Ausstattung, aber auch über die seelsorgliche Nutzung und das gesellige Leben der Pfarr- und der Stadtgemeinde auf dem herrlichen Gelände, lassen sich für viele Menschen persönliche Erinnerungen in Verbindung mit dieser so prägnant auf der Höhe über Bad Camberg gelegenen Kirche wachrufen.

Für viele Cambergerinnen und Camberger repräsentiert schon der von weither mögliche Blick zur Kreuzkapelle ihre Heimat; im städtischen Logo "Gesundheitserlebnis im Taunus" ist die Silhouette enthalten - auch so wird die Wertschätzung der Kapelle für Stadt und Landschaft übergreifend werbend hervorgehoben, nicht zuletzt auch durch die weithin sichtbare Inszenierung der abendlichen Anstrahlung.

Den Ausblick genießen

Einheimische oder Gäste finden schnell einen Zugang zu der Atmosphäre und den Qualitäten des herausragenden Ortes. Hier öffnen sich Aussichten auf die Silhouetten von Westerwald, Taunus und Rheinufergebirge, hier atmet man freier, wird man ruhiger, betet es sich leichter, kommt man zu sich, begegnet man sich.

Knapp 39 Jahre ist die Kreuzkapelle seit 1982 älter geworden und unverändert attraktiv geblieben als Ziel für Menschen, die zu Fuß oder auf Rädern unterwegs sind, Pause machen, Ausblicke genießen, picknicken oder spielen.

Traditionell von 1. Mai an gilt wieder die herzliche Einladung der Katholischen Pfarrgemeinde, im Sommerhalbjahr an den Sonn- und Feiertagen die Kreuzkapelle zwischen 14 und 17 Uhr zu besuchen. Sie ist dann bei Bedarf auch über Rampen für Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Problemen beim Treppensteigen zugänglich.

Ansprechpersonen geben Informationen zu den über die Jahrhunderte in den Innenraum eingebrachten Heiligenfiguren und zu den charakteristische Besonderheiten des Gebäudes. Kerzen zum persönlichen Gedenken können angezündet werden, Texte als Anregung zum Beten und Meditieren sind vorbereitet und ausgelegt. Jeder darf sie für sich benutzen und auch gegen eine Spende mitnehmen.

Eine besondere Attraktion für Kinder wie Erwachsene: das Hand-Läuten der Elisabeth-Glocke am lang aus dem Gewölbe herunterhängenden Glockenseil, zum Abschluss um 17 Uhr. Ein relativ junger und neuer Klang, der seit der Glockenspende und ihre Weihe im Sommer 2015 auch regelmäßig in der Silvesternacht das neue Jahr einläutet.

Die Kreuzigungsgruppe, eindrucksvoll erhöht über der Krypta mit dem symbolischen, leeren Christusgrab, dort eingemeißelt in den gewachsenen Fels, bildet den Abschluss des Weges aus der Stadt entlang der sieben Fußfälle.

Die alten Fensterbilder mit biblischen Motiven benennen ihre damaligen Spender aus Camberg. Mit der Fertigstellung der äußeren Schutzverglasung aller historischen Fenster im vergangenen Jahr hoffen die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde, dass das kunst- und bauhistorische Ensemble Kreuzkapelle auch weiterhin die ihm gebührende Achtung und Rücksicht erfährt.

Da die Kreuzkapelle wegen fehlender Heizmöglichkeiten mit wenigen Ausnahmen - am Karfreitag und am Josefstag, dem 19. März - ausschließlich als "Sommerkirche" nutzbar ist, warten viele Freundinnen und Freunde dieses besonderen Ortes umso mehr auf einen persönlichen Besuch der Kapelle. Die infolge der Corona-Pandemie geltenden Regeln gilt es aktuell auch hier zu beachten.

Am Sonntag, 2. Mai, beginnt die Pfarrgemeinde um 18 Uhr in der Kreuzkapelle feierlich die Reihe der Mai-Andachten. Die Kapelle bleibt aus diesem Anlass von 14 Uhr durchgängig bis zum Ende der Andacht geöffnet.

Für weitere Veranstaltungen in und um die Kreuzkapelle während des Sommerhalbjahres wird letztlich der Verlauf der Corona-Epidemie entscheidend sein. Von Bernd Schlösser

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