Michael Harry Poths an der Orgel in St. Peter und Paul Bad Camberg.
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Michael Harry Poths an der Orgel in St. Peter und Paul Bad Camberg.

Orgelkonzert in Bad Camberg

Bad Camberg: Michael Harry Poths spielt für die saubere Orgel

Werke von Barock bis Romantik - Michael Harry Poths spielt am 14. November als fünften Beitrag zu seinem Jubiläumsjahr in der Kirche St. Peter und Paul Bad Camberg

Bad Camberg -Die Orgel der Kirche St. Peter und Paul ist derzeit in einem hervorragenden Zustand. Damit dies aber auch über Jahre und Jahrzehnte so bleibt, sind regelmäßige Wartungsarbeiten notwendig. Insbesondere beim System der elektropneumatischen Kegellade können bei Nachlässigkeit in den Wartungen schnell Störungen eintreten. Die normalen jährlichen Wartungen durch die Orgelbaufirma sind gewährleistet. Da die letzte große Überholung mit Umbau im Jahr 2001 erfolgt war, bahnt sich jedoch im Jahr 2026 die nächste Komplettausreinigung an. Unter diesem versteht sich die komplette Demontage des Pfeifenwerkes und der Steuerung, Überprüfung sämtlicher Teile, Erneuerung aller verschlissenen Leder- und Filzteile und eben die Reinigung aller Teile.

Kosten von 30 000 Euro

Bei der Größe der Bad Camberger Orgel ist hierfür von einem Kostenfaktor von mindestens 30 000 Euro auszugehen, der von der Kirchengemeinde allein bewältigt werden muss, da es hierfür keine Zuschüsse vom Bistum gibt. Deshalb spielt Michael Harry Poths ab sofort alle Konzerte zugunsten dieser anstehenden Arbeiten.

Das Ende des Kirchenjahres ist eher mit grau-düsterer ernster Stimmung verbunden, die Orgelwerke sind darauf abgestimmt. Den Auftakt des Programms bildet das Praeludium g-moll BuxWV 148 von Dietrich Buxtehude (1637 - 1707), das mit einem dezenten Manualmonolog über Orgelpunkten beginnt, dem sich drei Fugen mit Kadenzen anschließen. Den Abschluss bildet eine Passacaglia. Vom selben Komponisten folgt die fünfsätzige Partita über den Luther-Choral "Mit Fried und Freud ich fahr dahin", in welcher der cantus firmus abwechselnd im Sopran und Bass erscheint. Nach den vier Strophen des Chorals folgt als 5. Teil das "Klag-Lied" mit einer zusätzlich angefügten Strophe. Von Johann Sebastian Bach (1685-1750) schließen sich zunächst Praeludium et Fuga a-moll BWV 543 an, anders als bei Buxtehude nicht mehr mit klarer Trennung zwischen den einzelnen Elementen, sondern fließenden Übergängen.

Tosendes Zwischenspiel

Als kammermusikalischer Kontrast folgt die Trio-Sonate c-moll BWV 526 in drei Sätzen. Ein Sprung aus dem Barock zunächst in die deutsche Romantik bildet die Fantasie c-moll von Friedrich Kiel (1821 - 1885), in der sich ruhige Akkordbewegungen und virtuose Sechzehntelfiguren abwechseln. Als großes symphonisches Werk erklingt dann aus der französischen Romantik der Choral h-moll von César Franck (1822-1890). Ein immer wieder kehrendes Thema in zwei Teilen, dann ein zweites Thema, nach einem tosenden Zwischenspiel und anschließend dezenter Wiederaufnahme des ersten Themas folgt dann die Kombination beider Themen. Als Schlussstück erklingt die Toccata c-moll aus der Suite gothique von Léon Boëllmann (1862 - 1897), einem lebhaften Kontrast zum dramatisch-ruhigen Franck-Werk.

Das Konzert erklingt am Sonntag, 14. November, um 17 Uhr. Einlass in die Kirche nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder innerhalb der letzten 24 Stunden negativ Getestete (3G) ist ab 16.30 Uhr. Anmeldungen werden erbeten bis spätestens Samstag, 13. November, um 14 Uhr unter (0 64 75) 9 11 04 90 oder magister.poths@t-online.de.

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