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Bad Camberg: Schmuckstücke aus Marmor und ihre Geschichte

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Klaus Kraft vor dem Taufaltar aus Lahnmarmor.
Klaus Kraft vor dem Taufaltar aus Lahnmarmor. © Rüdiger Fluck

Klaus Kraft führt am Tag des offenen Denkmals durch die Kirche St. Peter und Paul

Bad Camberg -Lahnmarmor, der früher in vielen Kirchen, Schlössern und bekannten Gebäuden weltweit verbaut wurde, ist natürlich auch im heimischen Raum zu finden. Unter anderem sind in der Kirche St. Peter und Paul in Bad Camberg verschiedene Altäre und Epitaphe aus Lahnmarmor, der früher auch Nassauer Marmor genannt wurde, zu sehen.

Am Tag des offenen Denkmals hatte Klaus Kraft vom Verein „Historisches Camberg“, der Geschichte seiner Heimatstadt eng verbunden, zu einer Führung durch die Pfarrkirche eingeladen. Die vielfältigen Marmorarbeiten waren der Grund, weshalb diese Kirche zu einem Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus bestimmt wurde.

Entstanden ist der Lahnmarmor, so Klaus Kraft, in der Devonzeit vor 380 Millionen Jahren - eigentlich ein polierbarer Kalkstein, in dem viele Fossilien eingeschlossen sein können, was die Besucher anhand von Probestücken sehen konnten.

Etwas 100 Marmorbrüche gab es früher entlang der Lahn zwischen Wetzlar und Balduinstein - Zentren der Gewinnung im heimischen Raum waren besonders die Brüche bei Villmar und Schupbach - hier reichte der Abbau dieses international nachgefragten Natursteins bis in das 16. Jahrhundert zurück.

Verschiedene Farbtöne

Den vielfältig strukturierten Lahnmarmor findet man in den Farben Schwarz, Grau, Rot, aber auch in weiteren Farbtönungen. Gehandelt wurde er einst unter Kunst- oder Handelsnamen wie Bongard (bei Villmar), Brunhildenstein (bei Gaudernbach), Schupbacher Schwarz (bei Schupbach), Unica (bei Villmar) und Wirbelauer Marmor. Aber auch außerhalb der Bad Camberger Pfarrkirche, so Klaus Kraft, wurde im Stadtbereich Lahnmarmor verbaut, wie an der Marmorbrücke über den Emsbach in Oberselters, die um das Jahr 1800 während der Zeit des Churfürstentums Trier erbaut wurde und nach der Instandsetzung fast unverändert erhalten werden konnte.

Unmittelbar an der B 8 gelegen ist der Mauritiusbrunnen in Erbach aus Wirbelauer Marmor, heute noch ein Schmuckstück dieses Dorfes. Erwähnenswert ist auch der Lahnmarmor der Kreuzigungsgruppe in Bad Camberg, und die alte Portalumrandung der Kreuzkapelle weist noch heute auf den Lahnmarmor hin.

Danach führte Klaus Kraft die Besucher bei einem Rundgang durch die Pfarrkirche - beeindruckend der Zelebrationsaltar aus rötlichem Gaudernbacher Marmor - Brunhildenstein - und die beiden Seitenaltäre aus Lahnmarmor, verschiedene Epitaphe - aufwendig gestaltete Andachts- und Erinnerungsbilder aus Schupbacher Marmor für bekannte Personen und Familien aus dem „Gemeinschaftlichen Amt Kamberg“, die sich im Unterschied zum Grabmal nicht an der Bestattungsstelle, sondern in der Kirche befinden; die Weihwasserbecken und besonders der Taufaltar aus Lahnmarmor mit dem Taufstein und einem getriebenen Bronzedeckel ergänzen die Ausstattung dieser Kirche.

Den Abschluss der Führung bildete der Besuch der Hohenfeldkapelle, in der es neben Grabsteinen und wiederentdeckten Grabplatten aus Schupbacher Schwarz ein Bodenmosaik im Altarraum aus Marmorsorten unterschiedlicher Herkunft zu bewundern gab mit Bongard aus Villmar, Schupbacher Schwarz, italienischem Marmor und Marmorplatten aus Mudershausen.

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