Ab durchs kühle Nass im Storchenschritt: Die Kinder der Kinderoase und ihre Erzieherin Angelika Eichhorn machen es vor.
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Ab durchs kühle Nass im Storchenschritt: Die Kinder der Kinderoase und ihre Erzieherin Angelika Eichhorn machen es vor.

Fit bleiben - 200 Jahre Kneipp

Bad Camberg: Wie ein Storch durchs kalte Wasser waten

Kinder eröffnen gemeinsam mit Bürgermeister Jens-Peter Vogel und Wolfgang Erk vom Verein "Wir für Bad Camberg" die Wassertret-Saison

Bad Camberg -Unterhalb des Tennisplatzes und dem wunderschön angelegten Kräutergarten füllt sich die Tretanlage mit Leben. "Oh je, das ist aber wirklich kalt!", gesteht Bürgermeister Jens Peter Vogel, während er seine Runden in der Tretanlage des Kurparks dreht. Die Kinder der Kinderoase haben ihren Spaß: mit Beinbewegungen, die einem Storch gleichen, ziehen sie mit ihrer Erzieherin und dem Bürgermeister drei Runden durch das Tretbecken und sind dabei putzmunter. Die Saison ist damit endlich offiziell eröffnet.

Wassertreten kann jeder in den drei Becken der Kurstadt ausprobieren. Vor der Anwendung sollte man jedoch auf ein paar Dinge achten. Zunächst sollte man sicherstellen, dass die Füße warm sind. Der Wasserstand innerhalb des Tretbeckens geht im optimalen Fall maximal bis zu den Kniekehlen. Begonnen wird das Wassertreten stets mit dem rechten Fuß (herzfern). Im Storchenschritt geht es schließlich in langsamen Bewegungen solange durch das kühle Nass, bis ein Kältegefühl zu spüren ist. Nach der Anwendung wird das Wasser von den Beinen abgestreift, Füße und Beine sollten ausreichend abgetrocknet werden. Leidet man allerdings an Blasen-Nieren-Erkrankungen, Unterleibsinfektionen und schweren arteriellen Durchblutungsstörungen, sollte man nicht Wassertreten.

Wassertreten hat unglaublich viele Vorteile und wirkt sich wohltuend auf Körper und Geist aus, das wusste Sebastian Kneipp schon vor 200 Jahren. Er hat herausgefunden, welche positiven Effekte das Wassertreten auf unseren Organismus hat. Durch das Wassertreten wird die Durchblutung gefördert, was auch dem Kreislauf zugute kommt. Zudem kräftigt diese Anwendung die Venen, kann bei Migräne und Kopfschmerzen sowie Krampfadern Abhilfe schaffen. Wassertreten härtet vor allem ab. Die Aktivität kann das Immunsystem nachhaltig stärken. Die rhythmischen Bewegungen im Wasser sorgen außerdem für Entspannung auf ganzer Linie und ist für Körper, Geist und Seele eine reine Wohltat.

Eben weil es so gesund ist, verfügt die Kurstadt über mehrere solcher Tretanlagen: eine befindet sich unterhalb des Kräutergartens im Kurpark,die neuste Anlage wurde am Eichbornsbach im Stadtwald errichtet.

Wolfgang Erk vom Verein "Wir für Bad Camberg" nimmt auch das kalte Armbad in Betrieb. Die Anwendung wurde von Kneipp damals auch als Kneippischer Espresso bezeichnet. Es handelt sich um einen natürlichen Wachmacher, der gesünder ist als die tägliche Tasse Kaffee. Das Armbad fördert unter anderem die Durchblutung des Herzmuskels und regt den Stoffwechsel an. Was den Anwesenden bei der Inbetriebnahme vom Becken auffällt: Das Armbadbecken ist für die kleinen Besucher des Kurparks leider viel zu hoch. Dementsprechend sind sie bei dieser Aktion auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen. Abhilfe soll geschaffen werden. Sofort besprechen Jens-Peter Vogel, Wolfgang Erk und Sabine Bogner vom Magistrat der Stadt, dass ein kleines Podest mit ein bis zwei Stufen konstruiert und angeschafft werden muss. Damit könnten auch Kinder die Kneipp-Anwendung in vollen Zügen nutzen, ohne auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen zu sein.

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