Wirtschaft

Brita baut für 45 Millionen Euro in Bad Camberg

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Die Produktion kommt nach Bad Camberg, das Hochregallager vorerst nicht. Wie die Firma Brita gestern mitteilte, plant sie ihre Expansion in leicht veränderter Form. Im Bad Camberger Gewerbegebiet soll auf 38 000 Quadratmetern eine hochmoderne Fertigung entstehen, in Taunusstein wird die Verwaltung erweitert. Gesamtinvestition in Produktion, Logistik und Verwaltung: 45 Millionen Euro.

Für Brita Filtertechnik ist es das größte Investitionsprojekt der Firmengeschichte. So bezeichnete Pressesprecherin Dr. Sabine Rohlff gestern die Vorhaben, die gleich mehrere Unternehmensstandorte betreffen: In Bad Camberg sollen im Gewerbegebiet nahe der A 3 eine hochmoderne Fertigung mit den dazu erforderlichen Büros und rund 100 Arbeitsplätzen entstehen. Für die Verwaltung wird der Hauptsitz in Taunusstein-Neuhof nach Süden so erweitert, dass es Raum für 400 zusätzliche Arbeitsplätze gibt. Dadurch sollen auch die vorübergehend im Zircon Tower in Wiesbaden tätigen Mitarbeiter im Jahr 2020 wieder auf den Brita-Campus in Taunusstein zurückkehren können.

Nicht umgesetzt wird der Bau eines Logistikzentrums in Bad Camberg, das geplante Hochregallager. Aus betrieblichen Gründen werde derzeit darauf verzichtet, teilt das Unternehmen mit. Dahinter stecke die Entwicklung eines neuen Produkts, das früher als geplant Marktreife erlangen werde, erläutert die Pressesprecherin. Aus diesem Grund habe die Fertigstellung der neuen Produktionsstätte Priorität. Für das derzeitige Lager in Frankfurt bestehe noch ein Vertrag für die nächsten beiden Jahre. Noch nicht unterzeichnet ist der Kaufvertrag für das Gelände in Bad Camberg, aber hier hofft das Unternehmen, bald handelseinig zu werden. Wie bereits berichtet, hat die Stadtverordnetenversammlung dem beabsichtigten Ankauf der Flächen, die sich nicht in städtischem Besitz befinden, bereits Ende des vergangenen Jahres zugestimmt. Die Kurstadt wird sie dann weiter an Brita veräußern.

Derzeit laufe der Architektenwettbewerb für den Verwaltungsbau in Taunusstein, erläutert Brita-Pressesprecherin Sabine Rohlff. Das Projekt sei nun offiziell gestartet. Man hoffe in Bad Camberg auf einen ersten Spatenstich für die Fertigung im Spätsommer dieses Jahres, so dass die Produktion Ende 2019/Anfang 2020 aufgenommen werden könne. Ein „hervorragendes Projekt, das sehr gut zum ältesten Hessischen Kneipp-Heilbad Bad Camberg passt, in dem Wasser eine besondere Rolle spielt“, wertet der dortige Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). „Die Stadt Bad Camberg ist eindeutig der Gewinner dieser Entscheidung, die bauliche Beeinträchtigung im Stadtpanorama ist geringer, ohne dass der Nutzen, das heißt Arbeitsplätze und Belebung von ortsansässigem Gewerbe und Gastronomie, abnimmt. Mich freut, dass von Seiten der Bevölkerung selbst gegen ein Hochregallager praktisch kein spürbarer Widerstand laut wurde und wir damit für die Brita-Ansiedlung die Weichen stellen konnten. Dies zeugt für mich davon, dass die Bad Camberger bewusst abwägen zwischen Vor- und Nachteilen und es umso mehr verdient haben, nun geringer durch das Vorhaben belastet zu werden.“ – „Dieses Vorhaben hat für uns gleich in mehrfacher Hinsicht große Bedeutung“, führt Markus Hankammer als Chief Executive Officer der Brita-Gruppe aus. „Mit dem Ausbau tragen wir unserem kontinuierlichen Wachstum über neue Produkte und Technologien und internationale Märkte Rechnung. Neben der notwendigen Anpassung an die heute absehbaren Bedarfe für die Zukunft geht es schließlich auch darum, unseren hessischen Standort nachhaltig zukunftssicher zu machen, indem wir möglichst vorausschauend handeln. Die Baumaßnahmen sind außerdem sehr umfangreich und müssen so geplant und durchgeführt werden, dass wir auf keinen Fall unseren stabilen und erfolgreichen Betrieb beeinträchtigen.“

„Wir wollen und müssen aus der Fläche in Bad Camberg angesichts unseres sich rasant entwickelnden Platzbedarfs den größtmöglichen Nutzen ziehen und Zukunftssicherung für unser Herzstück, unsere Produktion, unter allen Umständen gewährleisten“, ergänzt Britas Chief Technical Officer Dr. Hilmar Walde.

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