Bürgermeisterwahl

Bürgermeister Erk (SPD) tritt nicht mehr an

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Ein Jahr vor Ende seiner zweiten Amtszeit gibt Bürgermeister Wolfgang Erk bekannt: Bei der Bürgermeisterwahl im November wird er nicht mehr antreten.

Immer wieder war er gefragt worden, ob er noch einmal als Bad Camberger Bürgermeister kandidiert, am Rosenmontag machte Wolfang Erk (SPD) klar: Ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit, also am 25. April, werde er bekanntgeben, ob er noch einmal antritt. Er hat Wort gehalten und gestern einen Brief an alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung verschickt, in dem er sich für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung der vergangenen elf Jahre als Bürgermeister – und vorher als ehrenamtlicher Bad Camberger Kommunalpolitiker – bedankt. Er kandidiert nicht mehr. Wolfgang Erk wird im Mai 64, das heißt, zu Beginn der dritten Legislaturperiode würde er 65. Rein rechtlich wäre eine Kandidatur möglich, und er macht es ja auch gern. Nur, so formulierte es ein Bad Camberger: „Wenn er nicht irgendwann Nein sagen kann, ist er mit 80 noch Bürgermeister.“

Das mag daran liegen, dass Wolfgang Erk dieses Amt von Anfang an Spaß gemacht hat. Und er wusste genau, worauf er sich einlässt. In recht turbulenten Zeiten und steten Auseinandersetzungen zwischen dem damaligen Bürgermeister Gerhard Reitz (SPD) und dem damals noch hauptamtlichen Ersten Stadtrat Achim Essert (Bündnis 90/Die Grünen) war die städtische Kommunalpolitik in der zweitgrößten Stadt des Landkreises ins Stocken geraten. Heftige Auseinandersetzungen in der Stadtverordnetenversammlung prägten vor der Jahrtausendwende das politische Klima. Es wurde nicht besser, und so kamen die beiden großen Fraktionen stärker ins Gespräch. Sie wollten Politik gestalten und die wesentlichen Probleme anpacken.

Schlüsselfiguren waren hier Wolfgang Erk als Fraktionsvorsitzender der SPD und damals schon Michael Abendroth an der Spitze der CDU-Fraktion, die gerade den Generationswechsel vollzogen hatte. Jetzt kandidiert Abendroth für das Amt des Bürgermeisters – die CDU hat den 47-Jährigen im Oktober nominiert. Die Wahl wird aller Voraussicht nach im November sein. Die SPD wird sich nun Gedanken machen, wen sie ins Rennen schickt.

Die Bilanz, die Wolfgang Erk gestern zog, ist von Miteinander geprägt. Er hat die Bad Camberger – aus allen Stadtteilen – mit ins Boot genommen. Und: Die wesentlichen Entscheidungen in der Stadtverordnetenversammlung sind mit breiter Mehrheit gefallen – das gilt auch für so zukunftweisende Projekte wie die B-8-Umgehung. Seit fünf Jahrzehnten warten die Bad Camberger darauf. Im März ist die Umgehungsstraße erneut im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden, das Regierungspräsidium hat rechtlich „grünes Licht“ erteilt. Dritter im Bunde ist das Land: Der Planfeststellungsbeschluss, also die Baugenehmigung, wird in diesem Jahr erwartet.

„In den letzten Wochen und Monaten habe ich großen Zuspruch für eine weitere Kandidatur erhalten. Dies hat mich sehr geehrt“, sagt Wolfgang Erk. „Das Amt des Bürgermeisters hat mir immer große Zufriedenheit bereitet, aber es ist auch mit Anspannungen und großer zeitlicher Inanspruchnahme verbunden.“ Persönliches und Familiäres mussten zurückstecken. Dem möchte er mehr Zeit widmen. Doch sicher wird sein Rat auch weiter gefragt sein – denn er ist ja nicht „weg vom Fenster“ und noch ein Jahr im Amt.

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