+
Gleich geht es los: Kurze Besprechung mit Hunden und Haltern vor der Präsentation. Fotos: Petra Hackert

Treffen am 28. April

Trainieren für den großen Tag: Bernhardiner aus ganz Deutschland kommen nach Bad Camberg

  • schließen

Am letzten Sonntag im April werden Bernhardiner aus ganz Deutschland in die Kurstadt kommen. Die ersten haben schon für die große Schau auf den Pfortenwiesen trainiert.

Bad Camberg - Tessa ist eine eindrucksvolle Erscheinung. Stockmaß: 80 Zentimeter. Gewicht: 70 Kilogramm. Sie könnte mich locker über den Haufen rennen, mit sich ziehen. Macht sie aber nicht. Tessa ist einer von vier Bernhardinern, die gerade auf den Pfortenwiesen zeigen, was sie können. Sie geht mit ihrem Frauchen durch den Ring, rennt, sitzt, zeigt die Zähne, lässt sich streicheln. Eine sehr liebe und brave Hündin, versichern Katrin und Florian Schönberger. Ein echter Familienhund.

500 Gramm Futter

„Die frisst Ihnen doch bestimmt die Haare vom Kopf?“ Ein lautes „Nein!!“ aus allen Ecken beantwortet diese Frage. Gerti Artz muss lachen. Sie züchtet seit 30 Jahren, hat einen Berner Sennenhund dabei und so viel Erfahrung, dass sie diese Frage nicht übelnimmt. 250 Gramm Trockenfutter am Morgen, die gleiche Menge am Abend – das ist Tessas Ration. „Es gibt auch Hundehalter, die Fleisch füttern, aber wir nicht“, sagt die Expertin. „Höchstens mal ab und zu“, meint auch Katrin Schönberger.

Gerti Artz steht am Rand des Rings, während ihr Mann Heinz mit Ursa die Runde dreht. Ursa ist die einzige Berner Sennenhündin an diesem Tag. Gemeinsam proben sie für den großen Auftritt: Die Spezialzuchtschau am Sonntag, 28. April, von 10 bis 15 Uhr auf dem Gelände des alten Sportplatzes (Pfortenwiesen) in Bad Camberg. Dann werden ausschließlich Bernhardiner dabei sein.

Sehr umgänglich

„Ich hoffe, dass viele kommen“, sagt Gerti Artz. 40 bis 60 Teilnehmer wären schön, und das ist zu erwarten. Katrin und Florian Schönberger leben in Steinefrenz, er stammt aus Bad Camberg. Deshalb hatten sie sich dafür eingesetzt, die Spezialzuchtschau in die Kurstadt zu holen. Hier gibt es Gelegenheit zum vielfältigen Austausch. „Tessa ist zwei Jahre alt, und wir wollen künftig züchten“, sagt Katrin Schönberger. Die Hündin ist aufgeweckt, vital, sehr umgänglich. Das zeigt sich auch im Ring.

Eine propere Dame und ihre Besitzer: Katrin und Florian Schönberger mit Tessa.

Auf der einen Seite steht Sascha Traber. Er lässt Samu, Ursa, Zwiebel, Donna und Tessa nacheinander die Runde drehen, erst im Schritttempo, dann laufend. Am Schluss quer durch das Karree, um den Gang noch einmal zu beurteilen. Tessa hat Spaß daran. Das Wetter ist bestens: Es hat aufgehört zu regnen, die Sonne scheint. Sieben Grad Außentemperatur. „Das ist das Richtige für die Hunde“, meint Gerti Artz am Rand des Rings.

Alle Hunde müssen die Zähne zeigen, Sascha Traber kontrolliert den Gang, sieht genau in die Augen. Gute Zähne, kein ausgeprägter Rück- oder Vorbiss sind wichtig, ebenso wie Größe und Verhalten. Punktabzug gibt es für aggressives oder überängstliches Benehmen. Deshalb trainieren die Hunde jetzt schon, sich von einem Fremden so intensiv anfassen und begutachten zu lassen. Tessa macht alles mit. Die anderen Hunde auch. Ute Gianni, die aus Kronberg gekommen ist, lobt Hündin Donna. Das macht Gerti Artz auch und erklärt: Leckerli gibt es bei ihr nicht. „Sie sollen so auf mich hören.“ Das klappt seit 30 Jahren. Frauchen ist 1,56 Meter groß, und die viel schwereren Hunde folgen aufs Wort. Das Lob ist den Vierbeinern wichtig. Damit die Chemie stimmt, geht sie nie mit mehreren Hunden gleichzeitig spazieren. „Immer nur einer, sonst machen sie nur Unsinn“, sagt die zierliche Frau, die schon einen Champion in der Zucht hatte. Solche Tiere sind sehr begehrt.

Auf den Pfortenwiesen

Doch jetzt geht es weiter mit den Vorbereitungen für den großen Tag der Präsentation. Die Hunde haben alles gut gemacht. Mal sehen, wie viele Bernhardiner mit ihren Herrchen und Frauchen am 28. April auf den Pfortenwiesen dabei sein werden.

Angenehmer und ausgeglichener Zeitgenosse

Die Landesgruppe Hessen des St.-Bernhards-Klubs bereitet die Spezialzuchtschau am Sonntag, 28. April, von 10 bis 15 Uhr auf dem alten Sportplatz (Jahnstraße) vor. Bernhardiner-Besitzer aus ganz Deutschland und interessierte Besucher haben dann die Gelegenheit, den Kontakt zwischen Hund und Mensch zu vertiefen, qualifiziertes Wissen auszutauschen. Katrin und Florian Schönberger freuen sich, dass es ihnen gelungen ist, das Treffen in die Heimatstadt Florian Schönbergers zu holen. Sie besitzen eine zweijährige Bernhardiner-Hündin, mit der sie künftig züchten wollen. Der Bernhardiner ist in erster Linie als Rettungshund bekannt, der in den Schweizer Alpen, im Hospiz am Pass des Großen St. Bernhard, seinen Ursprung hat. „Er ist, wenn er aus guter Züchterhand stammt und einfühlsam erzogen wird, ein angenehmer, ausgeglichener und selbstsicherer Hund“, beschreibt Katrin Schönberger. „Er ist verlässlich, wachsam und liebt die Bewegung in der Natur. Je nach Körperbau kann ein Bernhardiner durchaus als Sport- und Zughund eingesetzt werden. Auch als Therapiehund ist er gut geeignet.“ Der St. Bernhards-Klub wurde 1891 gegründet mit dem Ziel, diese Rasse zu fördern. Die Landesgruppe Hessen ist eine von zwölf Landesgruppen des Vereins. pp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare