Die Ampel B8/Pommernstraße Bad Camberg. Hier ist im April ein Motorradfahrer tot gefahren worden. archivfoto: Hackert
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Die Ampel B8/Pommernstraße Bad Camberg. Hier ist im April ein Motorradfahrer tot gefahren worden. archivfoto: Hackert

Verkehr

Bad Camberg: "Die Kreuzung muss endlich entschärft werden"

Tobias Eckert (SPD) weist in Anfrage erneut auf Unfallgefahr hin

Erst kürzlich rückte die Freiwillige Feuerwehr Bad Camberg wieder zu einem schweren Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich der Pommernstraße und Limburger Straße aus. Die jeweiligen Fahrzeuginsassen kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. In einer kleinen Anfrage, die Landtagsabgeordneter Tobias Eckert (SPD) an das hessische Verkehrsministerium richtete, wurde bereits zuvor auf die vermeintliche Unfallgefahr in diesem Bereich hingewiesen.

Rückblick: Im April ereignete sich an der Ampelanlage auf der großläufigen Kreuzung an der Bundesstraße in Bad Camberg ein tödlicher Unfall. Ein Motorradfahrer kam dabei ums Leben. Die mediale und öffentliche Diskussion war danach groß. Diese wurde auch in Wiesbaden wahrgenommen. Der heimische Landtagsabgeordnete Tobias Eckert, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im hessischen Landtag und verkehrspolitischer Sprecher, nahm den Unfall zum Anlass und machte bei seiner Anfrage, die bereits Anfang Juli an das hessische Verkehrsministerium gestellt wurde, deutlich, dass "die vorhandene Ampelanlage umgestaltet oder umprogrammiert werden müsse, um die Unfallgefahr zu reduzieren." Ein bloßes Abwarten auf die nächste turnusgemäße Überprüfung, unabhängig vom tragischen Todesfall, sei nicht hinzunehmen, so Eckert.

"Kein Leistungsdefizit festgestellt"

Die Antwort des Ministeriums, die auch dieser Zeitung vorliegt, verweist hierbei auch auf die zuständige Straßenverkehrsbehörde des Kreises Limburg-Weilburg. Diese sieht trotz des tragischen Verkehrsunfalls im April keinen Handlungsbedarf. Der örtliche Verkehrsknoten sei "verkehrssicher sowie seitens der Polizei nicht als Unfallhäufigkeitsstelle angesehen", heißt es hierzu aus dem Ministerium schriftlich.

Seit Januar 2018 hat es an der Kreuzung - mit dem Unfall nun im September eingerechnet - insgesamt fünf Unfälle gegeben. Die Ampelanlage wurde zuletzt im Jahr 2000 verkehrstechnisch erneuert. Vor acht Jahren wurden im Rahmen einer Nachrüstung die Signalprogramme angepasst und zusätzliche Blinkanlagen zum Schutz der Fußgänger angebracht. Die letzte Verkehrszählung wurde am 18. April 2013 durchgeführt. Hierbei "wurde kein Leistungsdefizit festgestellt", wie das Ministerium erklärt.

Auf Eckerts Frage, ob eine Veränderung in absehbarer Zeit an dieser Stelle geplant sei, wird von offizieller Seite erklärt, dass eine Überplanung und Erneuerung der Ampelanlage erst "plangemäß bis zum Jahr 2022 vorgesehen" seien. Im Rahmen dieser Maßnahme werde die Ampelanlage "verkehrstechnisch erneuert und an die aktuellen Verkehrsströme angepasst". Erst dann solle in Absprache mit den zuständigen Verkehrsbehörden des Kreises Limburg-Weilburg und der Polizei durch Hessen Mobil geprüft werden, "ob aufgrund der Verkehrsverhältnisse" die Linksabbieger eine eigene Grünphase erhalten.

Für den Landtagsabgeordneten ist die Erklärung des Ministeriums alles andere als befriedigend. Die Behörden müssten viel früher als 2022 die "Gefahrenstelle beseitigen", wie Eckert erklärt und ergänzt: "Die Kreuzung muss dringend entschärft werden."

Erst kürzlich hatte die Bad Camberger SPD die Thematik durch einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung auf die kommunalpolitische Agenda gesetzt. "Die Ampelanlage ist ohne gesonderte geregelte Ampel für Linksabbieger ausgestattet. Alle Verkehrsteilnehmer, die die B 8 befahren, haben eine Grünphase. Egal, ob sie geradeaus fahren oder abbiegen wollen. Vor allem für Ortsfremde suggeriert das eine trügerische Sicherheit", erklärt Jürgen Eufinger. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins appelliert an die Behörden, ihre Planung zu überdenken und die Nachrüstung vorzuziehen. cvm

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