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Daniela und Maja Zoe Prusensky waren sehr zufrieden mit der Minigolfanlage im Kurpark.

Freizeit

Bad Camberg: Minigolf ganz nach der "alten Schule"

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Anlage im Kurpark ist etwas in die Jahre gekommen. Nach Corona-Pause ist nun geöffnet.

Bad Camberg -In der modernen Welt gibt es sogar Schwarzlicht-Indoor-Minigolfanlagen mit fluoreszierenden Wänden. Wer aber lieber das Minigolf der alten Schule mag, ist bei Otfried Wappler auf der Anlage im Bad Camberger Kurpark gut aufgehoben. Sie konnte am Wochenende nach der Corona-bedingten Zwangspause bei bestem Sonnenschein endlich wieder die Pforten öffnen.

Viel verändert hat sich hier nicht, seit der heute 60-Jährige vor 32 Jahren die Pacht von der Stadt Bad Camberg übernahm. Ursprünglich wollte Otfried Wappler nur die Pacht für den Bad Camberger Schwimmbad-Imbiss übernehmen. Doch weil damalige Bürgermeister Ernst Enzmann (CDU) niemanden fand, der den städtischen Minigolfplatz betreiben wollte, fragte er Otfried Wappler. Der sagte zu und ist dem Platz bis heute treu geblieben.

Jedes Jahr zwei

Bahnen erneuern

Große Forderungen an die Stadt stellt der Pächter kurz vor dem Rentenalter nicht mehr. Wie er berichtet, habe die Stadt aber mal zugesagt, pro Jahr zumindest jeweils zwei Bahnen der 18-Loch-Anlage zu erneuern. Mehr zu tun, wäre aus städtischer Sicht sicher wichtig. Auch wenn es durchaus Spaß bringt, einen solchen Platz der "alten Schule" in der heutigen Zeit noch zu spielen, sind die Unebenheiten auf einigen Bahnen ärgerlich, durch die der Ball dann schnell unberechenbar wird und verspringt.

Wer keinen Wert auf die neuesten Hindernisse und moderne Effekte legt, sondern einfach mal draußen mit der Familie oder Freunden mal ein Stündchen nette Ablenkung haben möchte, dem kann man den Bad Camberger Minigolfplatz durchaus empfehlen. Wer Wert auf vornehme oder stylische Plätze legt, der wird dort nicht erscheinen. Allen anderen macht es sicher Spaß, auf einem schönen Fleckchen Erde im Kurpark seine Bahnen zu spielen und als Neuer auf dem Platz zu überlegen, wie man die einzelnen Bahnen am besten angeht, um den Ball mit möglichst wenig Versuchen ins Loch zu setzen.

Obwohl das Wetter am sonnigen Eröffnungswochenende klasse für ein Spielchen im Schatten der Kurpark-Bäume ist, dauert es, bis die ersten Spieler kommen. Otfried Wappler berichtet, dass das immer so ist, wenn er seinen Platz wieder eröffne. "Das muss sich erst einmal wieder rumsprechen", sagt er. Zumal er feststellen muss, dass im Internet der städtische Minigolfplatz noch als geschlossen angezeigt ist, so dass spontane Ausflügler an diesem Wochenende wohl nicht erscheinen werden.

"Die Spielerzahl pro Saison ist aber über die Zeit konstant geblieben", freut sich Otfried Wappler. Rund 4000 Besucher kämen jedes Jahr. In der Regel seien es mehr Kurgäste als Einheimische, die hier Entspannung suchten. Es gebe aber auch Leute, die extra für den Minigolfplatz weiter anreisten, berichtet der Betreiber. Er macht in der Regel bis Oktober oder November auf, so wie das Wetter hält und noch Gäste kommen.

Die Leute könnten sich auf der Anlage, so Otfried Wappler, auch schön raussetzen und etwas trinken, auch wenn er aufgrund der Corona-Pandemie aktuell nur die Hälfte der üblichen Tische auf der Wiese am Kassenhäuschen stehen habe. Zu einem kühlen Bierchen oder heißen Kaffee gibt es noch einen Plausch des Inhabers dazu, wenn der nicht gerade an der Kasse gefordert ist. Oder wie in der heutigen Zeit neu jeden Ball und Schläger nach der Runde desinfizieren muss. "98 Prozent Alkohol vertreibt jeden Virus", sagt Otfried Wappler.

Kiosk: Kurklinik

macht Konkurrenz

Früher hatte er das Kiosk am Minigolfplatz schon frühmorgens offen, bis die Kurklinik gegenüber auch ein Kiosk eröffnete und die Leute bei ihm nicht mehr ihre Morgenzeitungen kauften. Otfried Wappler spricht gerne über die Formel 1, von der er noch jeden Weltmeister auswendig kennt, und das Bad Camberger Freibad, dass für ihn trotz des technischen Erneuerungsbedarfs immer noch das Schönste in der Region ist.

Über den Minigolfplatz streiten sich dagegen die Geister. Ellen Noack aus Idstein, die zum ersten Mal hier spielt, hat durchaus Spaß am Spielen und findet die Lage des Platzes schön. Sie bemängelt aber: "Die Bahnen hier sind schon ziemlich in die Jahre gekommen." Ebenfalls bedürfe der Platz mehr Pflege. "Der Vogelschiss hier ist sicher erst nicht seit heute da", kritisiert Noack. Otfried Wappler kontert aber, dass er den Platz jeden Morgen vor der Öffnung pflege.

Maja-Zoe Prusensky aus Würges ist mit ihren Eltern da. Sonst ist die Familie immer am Platz vorbeigelaufen, um mit dem Hund im Wald spazieren zu gehen. Doch nach einem Zeitungsartikel über die Öffnung des Platzes sind sie einfach mal spontan zum Spielen hergefahren. Prusensky mag den Platz gerade, weil er so einfach und klein sei. Sie sei viel lieber draußen in der Natur, als auf einer künstlichen Anlage.

Jörg Moosmann und sein Schwiegersohn Andreas Weinmann waren am Wochenende aus Stuttgart in Bad Camberg privat zu Besuch und sind spontan mal eine Runde spielen gegangen. "Die Anlage ist sehr nett gelegen. Sie ist abwechslungsreich und es lohnt sich", lobt Jörg Moosmann.

Öffnungszeiten und Preise

Geöffnet ist montags bis samstags von 14 bis 22 Uhr, sonntags von 11 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 3,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. Kurgäste ermäßigt.

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